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"Der Große Krieg nach 100 Jahren"

Die Professur Romanische Kulturwissenschaft lädt am 5. Februar 2014 gemeinsam mit den Kunstsammlungen Chemnitz ein zum Vortrag über den Ersten Weltkrieg

  • Prof. Dr. Bernd Hüppauf ist der nächste Referent der gemeinsamen Vortragsreihe der Kunstsammlungen und der Professur Romanische Kulturwissenschaft. Foto: Kunstsammlungen Chemnitz

Die Kathedrale von Reims erlangte in Frankreich als Krönungsstätte französischer Herrscher große historische Bedeutung. Im Ersten Weltkrieg beschädigte die deutsche Artillerie die Kathedrale schwer. Die Verwüstungen trafen mit jener Königskathedrale das Herzstück der politischen Ikonologie Frankreichs. Um die europäische Dimension des Kulturtransfers durch das Gesamtkunstwerk der Kathedrale Notre-Dame von Reims über die Jahrhunderte nachzuvollziehen, zu analysieren und zu würdigen, haben die Kunstsammlungen Chemnitz in Kooperation mit der Professur für Romanische Kulturwissenschaft der TU Chemnitz einen Vortragszyklus erarbeitet. Zum Ersten Weltkrieg, dessen Ausbruch sich 2014 zum 100. Mal jährt, spricht am Mittwoch, dem 5. Februar 2014, um 19.15 Uhr Prof. Dr. Bernd Hüppauf (New York/Berlin) zum Thema "Der Große Krieg nach 100 Jahren".

Bereits die Bezeichnung "Der Große Krieg" lässt das Besondere aufscheinen. Im Sprachgebrauch der Verlierermächte verschwand dieser Name mit dem Kriegsende. Der Krieg wurde, davon waren die europäischen Nationen bei Kriegsausbruch überzeugt, um die eigene Identität geführt. Kein Krieg zuvor hatte die Emotionen auf solche Weise erregt und öffentliche Auseinandersetzungen ausgelöst. Die Erregung schwächte sich während des Krieges ab, flammte aber nach 1918, vor allem in Deutschland, wieder auf. In Europa ist bis in die Gegenwart kein anderer Krieg im kollektiven Gedächtnis so präsent wie der Erste Weltkrieg. Dieser Krieg veränderte nicht nur die geopolitischen Konfigurationen und verschob die Gewichte der Weltpolitik, er führte auch zu radikalen Veränderungen der Kultur und Alltagswelten. Mit diesem ersten und im umfassenden Sinn modernen Krieg des Industriezeitalters veränderte sich das Beziehungsgeflecht von Krieg und Zivilgesellschaft. Der ausgestandene Schrecken führte zu einer facettenreichen Literatur, zu philosophischen Versuchen, zu Mythen und Theorien über den Krieg. Die Perspektive zersplitterte: Einfache Soldaten, Frontoffiziere, Stabsoffiziere, Flugzeugpiloten, U-Bootkommandeure, Frauen, Kinder, Verweigerer, Patrioten entwickelten sehr unterschiedliche Bilder dieses Krieges, die über die neuen Medien öffentlich wurden. Bilder extremer Subjektivität wurden generiert und ließen sich nur partiell in der öffentlichen Meinung diskursiv vermitteln. Eine Gesellschaft entstand, die bald als Krieg im Frieden bezeichnet wurde. Mentale Folgen dieses Krieges waren Verehrung der Technologie und zugleich tiefe Angst vor der Kriegstechnik, vor Gas und Flugzeugen. Der Erste Weltkrieg war symptomatisch. Er war die Zeit der Eklipse, der Verdunkelung und eines radikalen Neubeginns, Zivilisationsbruch und Aufbruch in ein neues Zeitalter der technischen Zivilisation, dessen Zeugen wir sind.

Alle Interessenten sind zum Vortrag herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei. Am Vortragsabend ist die Buchhandlung Universitas mit einem Büchertisch von Publikationen des Vortragenden Bernd Hüppauf vertreten. Prof. Dr. Bernd Hüppauf ist Emeritus für Deutsche Literatur und Literaturtheorie der New York University und hat Gastprofessuren inne an der University of Colorado, Boulder, der RWTH Aachen sowie der Freien Universität, Technischen Universität und Humboldt Universität in Berlin. Sein Forschungsschwerpunkt ist die Mentalitäts- und Kulturgeschichte der Moderne. Erschienen sind von ihm unter anderem "Frosch und Frankenstein. Bilder als Medium der Popularisierung von Wissenschaft" (2009), "Vom Frosch. Eine Kulturgeschichte zwischen Tierphilosophie und Ökologie" (2011) und "Was ist Krieg? Zur Grundlegung einer Kulturgeschichte des Kriegs" (2013).

Weitere Informationen erteilen Anja Richter, Kunstsammlungen Chemnitz, Telefon 0371 488-4402, E-Mail anja.richter@stadt-chemnitz.de, Prof. Dr. Ulrike Brummert, TU Chemnitz, 0371 531-34902, E-Mail ulrike.brummert@phil.tu-chemnitz.de.

(Quelle: Pressemitteilung der Kunstsammlungen Chemnitz)

Katharina Thehos
03.02.2014

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