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Wo bleibt denn dieses Jahr der Winter?

Diese und viele weitere Fragen klärten Dr. Sascha Gruner und Dr. Gunter Beddies vor knapp 700 Juniorstudenten zum Abschluss der Kinder-Uni im Wintersemester

  • Zur Experimentalvorlesung füllte sich der größte Hörsaal bis auf den letzten Platz. Viele Eltern verfolgten die Veranstaltung zudem im Nachbarhörsaal, in den der Vortrag per Video übertragen wurde. Foto: Philip Knauth
  • Anhand zahlreicher Experimente erläuterten Dr. Gunter Beddies...
  • ...und Dr. Sascha Gruner physikalische Phänomene rund um das Thema Wetter. Fotos: Philip Knauth
  • Viele Juniorstudenten brachten bereits Vorwissen mit und beteiligten sich rege. Foto: Philip Knauth

Zum letzten Mal in diesem Wintersemester fanden sich am Sonntagmorgen des 19. Januar 2014 um 10 Uhr knapp 700 gespannte Juniorstudenten im großen Hörsaal N115 der TU Chemnitz ein. Zum Abschluss der Kinder-Uni gab es noch einmal ein besonderes Schmankerl für die Nachwuchsstudierenden: eine Experimentalvorlesung. So waren schon vor Beginn der Vorlesung etliche technische Gerätschaften hinter dem Rednerpult der beiden Dozenten Dr. Sascha Gruner und Dr. Gunter Beddies vom Institut für Physik aufgestellt und alle warteten gespannt darauf zu erfahren, was es mit den Konstruktionen auf sich hat. Um die Wartenden nicht länger auf die Folter zu spannen, eröffnete Brita Stingl, die Organisatorin der Kinder-Uni, pünktlich um 10.30 Uhr die Veranstaltung.

Nachdem die beiden Dozenten sich und ihren mitgebrachten Wetterfrosch vorgestellt hatten, ging es los mit dem ersten Thema: "Woher kommen Jahreszeiten, Tag und Nacht?" Diese Phänomene erklärten Gruner und Beddies anhand eines durch eine Taschenlampe angeleuchteten Globus, der Schräglage der Erdachse und der Stellung der Erde zur Sonne. So wurde für alle verdeutlicht, welcher Teil der Erde zu welcher Jahreszeit am meisten Sonne abbekommt und somit wie warm es in dieser Jahreszeit an den verschiedenen Orten wird. Doch neben den Jahreszeiten gibt es natürlich noch kurzweiligere Phänomene, die man täglich am Himmel beobachten kann: das Wetter.

Aber woraus entsteht denn das Wetter überhaupt? Darauf wussten die Nachwuchsforscher eine Antwort: Sonne, Wasser und Luft. Daher benötigt man für die genaue Messung des Wetters, so wie es im täglichen Wetterbericht zu sehen ist, selbstverständlich noch mehr als nur einen Wetterfrosch, wie die beiden Dozenten in den nachfolgenden Experimenten veranschaulichten. Ob durch Erhitzen eines Thermometers, das Abkühlen eines mit Luft gefüllten Luftballons, die Funktionsweise eines Windrads oder Solarzellen an einer Uhr: Die Kinder lernten anschaulich, was es mit den Begriffen Temperatur, Druck, Windgeschwindigkeit, Sonnenscheindauer und Luftfeuchtigkeit auf sich hat. Dabei gab es von den beiden Lehrenden auch gleich einige einfache Tipps, wie man bestimmte Messgeräte, zum Beispiel ein Windrad, mit Haushaltsgegenständen, wie Joghurtbechern und Schaschlik-Spießen, nachbasteln kann.

Hurrikans, Tornados und Gewitter

Sonnige Tage gefallen jedem. Doch was sorgt eigentlich dafür, dass an manchen Tagen die Sonne scheint? Und warum ist es gerade in diesem Winter so warm? Dies erklärten Gruner und Beddies mithilfe einer aktuellen Wetterkarte und den vorher erläuterten Begriffen. Durch die anschauliche Erklärung lernte jeder im Raum, weshalb es in diesem Winter in Deutschland so mild ist: Die warme Luft strömt immer vom Hoch- zum Tiefdruckgebiet und da letzteres sich gerade über Großbritannien befindet, beschert uns das hier die warme Luft aus dem Süden. Weiter ging es mit einer Wärmebildkamera und der Auswirkung von Sonnenstrahlen. Doch nicht überall wo die Sonne draufscheint, entsteht auch die gleiche Wärme. Dies zeigte sich dann auf einem Messgerät, das den Temperaturunterschied zweier unterschiedlicher, von einer Lampe beschienen, Materialien aufzeigte: So wurde der Sand schneller warm als das Wasser.

Für pures Staunen sorgte dann der Einstieg in das nächste Thema, als einige Raketenluftballons über den Köpfen der begeisterten Zuschauer aufstiegen. Hier war schnell klar worum es ging: Wind. Die Kraft dieser Naturgewalt zeigte sich auch in den Experimenten, die die zwei Dozenten vorführten. Mit einem Windgebläse ausgerüstet, erzeugten Gruner und Beddies nicht nur Wellen auf Wasser, sondern bliesen gleich einen ganzen Truck um - auch wenn es sich dabei nur um ein Spielzeugauto handelte. Als nächstes projizierten die Physiker Satellitenbilder von der Erde an die Wand, auf denen riesige Wirbelstürme zu sehen waren. Wie es dazu kommt, dass sich diese gewaltigen Luftmassen drehen, illustrierte Gruner, indem er sich auf einen Drehstuhl setzte und mit einer Kamera die Lichter der Decke, die in diesem Fall die Luftmassen darstellten, filmte. Das Geheimnis der Hurrikans läge in der Erdrotation, wie Gruner dann erklärte. Doch auch den kleinen Bruder der wirbelnden Luftmassen, den Tornado, stellten die beiden Dozenten vor: Mit einer Konstruktion von zwei Flaschen und etwas Wasser erzeugten die Physiker vor den Augen der Zuschauer einen Flaschentornado.

Im letzten Thema drehte sich alles um Wolken, Regen und Gewitter. Besonders begeistert zeigten sich die kleinen Zuhörer, als die beiden Dozenten mitten im Hörsaal mit Hilfe von Stickstoff, warmem Wasser und Reibung eine Wolke, Schnee und sogar Blitze erzeugten. Zum krönenden Abschluss der Veranstaltung wurde es noch einmal interaktiv. So bekam jeder der Anwesenden ein Knicklicht in die Hand und als dann das Licht gedimmt wurde, zeigte sich die Fülle der Farbpalette, die sich auch in einem Regenbogen wiederfinden lässt.

Die Blitze hatten am Ende die elfjährige Alina vor allem fasziniert: "Die Experimente waren heute alle toll. Aber das mit den Blitzen hat mich am meisten beeindruckt." Und auch wenn der zehnjährige Jona schon einiges über Wetterphänomene wusste, befand er doch, einiges gelernt zu haben: "Ich komme immer wieder gerne zur Kinder-Uni. Vor allem zur Experimentalvorlesung. Das ist viel spannender als Schule." Zum Ende resümierte auch Dr. Sascha Gruner, Leiter des Schülerlabors Wunderland Physik an der TU Chemnitz: "Ich finde es immer wieder toll zu sehen, wie sich die Kinder für Physik begeistern lassen. Schließlich ist alles Beobachtbare ja auf die Physik zurückzuführen und dadurch erklärbar." Dem positiven Resümee schloss sich auch Kinder-Uni-Leiterin Brita Stingl an: "Unsere Experimentalvorlesungen sind immer wieder ein Garant dafür, viele wissbegierige Kinder an die Universität zu holen. Und mit unserem heutigen Besucherrekord von 700 Juniorstudenten konnte wieder einmal gezeigt werden, wie spannend die Naturwissenschaften - in diesem Fall die Physik - sein können."

Weiter geht es mit der Kinder-Uni Chemnitz erst im kommenden Sommersemester im April. Rund um das Thema "Wetter vorhersagen" lädt am 19. Februar 2014 das Schülerlabor "Wunderland Physik" zum Bastel- und Experimentiertag ein.

Weitere Informationen und die Anmeldung für das Schülerlabor: http://www.tu-chemnitz.de/kinderuni

Kontakt: Telefon 0371 531-13300, E-Mail kinderuni@tu-chemnitz.de

(Autor: Antonin Fischer)

Katharina Thehos
20.01.2014

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