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Studierende der TU Chemnitz erobern den Golfplatz

Die Sportart Golf ist seit dem Wintersemester 2013/2014 fester Bestandteil des Chemnitzer Studiengangs Präventions-, Rehabilitations- und Fitnesssport

  • Frank Joachim Seidel von der studentischen Fachgruppe Ictus Academicus e.V. ist ebenso wie Justin Lange (l.) Dozent des Seminars "Theorie und Praxis des Golfsportes" das nun obligatorisches Wahlpflichtfach für Studierende des Präventions-, Rehabilitations- und Fitnesssports ist. Foto: Philip Knauth

Seit diesem Semester ist das Seminar "Theorie und Praxis des Golfsportes" fester Bestandteil des Studiengangs Präventions-, Rehabilitations- und Fitnesssport an der TU Chemnitz. Das Seminar, das seit 2010 fakultativ angeboten wurde, ist seit diesem Wintersemester obligatorisches Wahlpflichtfach. "Das Seminarkonzept ist in dieser Form bundesweit einmalig", so Jörg Krebs, Schulsportbeauftragter des Deutschen Golf Verbandes (DGV), "das an der TU Chemnitz entstandene Lehrkonzept wurde an die Landesgolfverbände weitergeleitet, sodass auch andere Universitäten die Möglichkeit zur Umsetzung haben." Die Bachelor-Studierenden des ersten bis fünften Semesters können neben anderen Spielsportarten wie Volleyball oder Badminton auch die Sportart Golf als obligatorisches Wahlpflichtfach wählen. "Die Seminarplätze waren auch dieses Semester wieder schnell vergeben, das Angebot wird sehr gut angenommen", so der Dozent des Seminars, Frank Joachim Seidel. Vorkenntnisse oder eine eigene Golfausrüstung sind für die Teilnahme am Seminar nicht nötig.

Enno Heistermann, Vizepräsident des Golfverbandes Sachsen und Thüringen, bewertet diese aktuellen Entwicklungen an der TU Chemnitz positiv: "Das ist natürlich großartig, dass Golf an der Uni gelehrt und gelernt werden kann. Außerdem ist es aus wissenschaftlicher Perspektive sehr begrüßenswert, da im Rahmen des Seminars auch Bachelorarbeiten vergeben werden können." Das Seminar läuft über zwei Semester. Der erste Teil, der im Wintersemester stattfindet, vermittelt den Studierenden die grundlegenden Regeln des Golfsports. Aber auch Themen wie Golftraining im Kinder- und Jugendbereich oder Materialkunde stehen auf dem Lehrplan. Ist der Theorieteil bestanden, geht es im Sommersemester für die Studierenden dann ein Mal pro Woche auf den Golfplatz in Klaffenbach, wo abschließend eine Technikprüfung stattfindet und die Spielfähigkeit auf dem Platz bewertet wird. Aber auch über das Seminar hinaus können die Studierenden auf dem Golfplatz kostenlos trainieren. Notengebend für das Studium sind sowohl der Theorie- als auch der Praxisteil. Am Ende des Seminars wird außerdem ein Zertifikat vom Deutschen Golf Verband vergeben. Studierende, die in der Spielpraxis die Note 1,0 erzielen, erhalten zusätzlich die Platzreife durch den Deutschen Golf Verband.

Um solch ein Projekt realisieren zu können, arbeitet die TU Chemnitz eng mit dem Golfverband Sachsen und Thüringen, mit dem Golfclub Chemnitz und dem Deutschen Golf Verband zusammen. "Die Zusammenarbeit mit der TU Chemnitz besteht schon seit 2008. Wir als Deutscher Golf Verband wollen natürlich die Verbreitung des Golfsportes und die Etablierung an Universitäten fördern", so Krebs. Weitere Projekte sind noch in Planung, so zum Beispiel ein Fortgeschrittenen-Seminar im Masterstudiengang. Die Studierenden können dann ihre C-Trainerlizenz ablegen und später zum Beispiel Kinder und Jugendliche trainieren. "Solch ein Lehrkonzept wie an der TU Chemnitz sollte auch an anderen Universitäten implementiert werden, damit sich noch mehr junge Leute mit dem Thema Golf beschäftigen und die Sportart unter jungen Leuten populärer wird‘", wünscht sich Heistermann für die Zukunft.

Prof. Dr. Thomas L. Milani ist von Beginn an bei der Integrierung der Sportart Golf an die TU Chemnitz involviert und begrüßt diese Entwicklung sehr. "Die Studienordnung ist so gestaltet, dass entsprechende Sportarten, die vor allem auch präventive und rehabilitative Aspekte beinhalten, neu hinzugefügt werden können. Gerade vor dem Hintergrund der demographischen Entwicklung und der Bedeutung von Bewegungsreizen für ältere Menschen ist es besonders wertvoll, Golf als neue Sportart für unsere Studierenden anbieten zu können, die damit auch neue Sportarten kennenlernen." Ein weiterer wichtiger Grund der Aufnahme der Sportart in die Studienordnung neben dem Alleinstellungsmerkmal der TU Chemnitz gegenüber anderen Universitäten, ist die Möglichkeit, wissenschaftliche Themenfelder im Golfsport den Studierenden näher zu bringen. "Die Chance, neue wissenschaftliche Erkenntnisse in der Sportart Golf sowohl unter präventiven als auch gerätetechnischen Gesichtspunkten zu generieren, ist besonders durch die Verbindung ingenieurstechnischer und bewegungswissenschaftlicher Forschung an der TU Chemnitz gegeben. Wer sich daher für diese Forschungsrichtung interessiert, der war und ist auch in Zukunft hier an der TU Chemnitz am richtigen Forschungsstandort", so Milani. Im gleichen Zuge sieht er Perspektiven im Hinblick auf interdisziplinäre Seminarveranstaltungen zu speziellen Bereichen des Golfsports wie der Materialentwicklung, die neben den Master- auch für die Sports Engineering-Studenten von Relevanz sein werden. So kann eine Verknüpfung mit weiteren Instituten erfolgen.

Im Rahmen des Seminars "Theorie und Praxis des Golfsports" wird am 4. Dezember 2013 ein öffentlicher Gastvortrag von Jörg Krebs vom DGV und Sebastian Rühl, Nationaltrainer des DGV, über das Thema "Verbandsstrukturen des deutschen Golfverbandes" stattfinden. Er beginnt um 15.30 Uhr im Hörsaalgebäude der TU Chemnitz an der Reichenhainer Straße 90, Raum N113.

Weitere Informationen erteilt Frank Joachim Seidel, E-Mail info@ictus-academicus.de.

(Autorin: Damaris Diener)

Katharina Thehos
26.11.2013

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