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Wie die Wissenschaft bei der Natur abschaut

Prof. Dr. Andreas Schubert sprach im Seniorenkolleg über seine Forschung zur Mikrofertigungstechnik und seine Tätigkeit als Prorektor der TU Chemnitz

  • Prof. Dr. Andreas Schubert nahm 600 Senioren mit auf eine Reise in den Mikrokosmos. Foto: Seniorenkolleg

"Mikrobauteile und -strukturen - Einflüsse auf unser Leben" - zu diesem Thema sprach am 11. Juni 2013 im Seniorenkolleg an der TU Chemnitz der Prorektor für Wissens- und Technologietransfer Prof. Dr. Andreas Schubert vor 600 Senioren. Er berichtete aus der Forschungsarbeit an seiner Professur für Mikrofertigungstechnik und als Leiter der Abteilung Präzisions- und Mikrofertigungstechnik am Fraunhofer-Institut für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz.

In anschaulicher Weise sowie mit beeindruckenden Beispielen und Bildern erläuterte er, wie der Mensch aus den erforschten Geheimnissen der Natur lernt, seine technischen Produkte hinsichtlich der Nutzeffekte zu optimieren. So hinterfragen die Wissenschaftler zum Beispiel die verblüffenden Haftungskräfte des Geko, um diese für Anwendungen ohne Klebstoff in der Technik nutzbar zu machen. Auch die Oberflächenbeschaffenheit des Haifischs oder des Sandfisches Skink bot den Forschern Anregungen, wie die Reibungskräfte im Kfz-Motorenbau optimiert werden können, um die Kosten für Energie und die Entstehung von Kohlendioxid zu reduzieren. Möglich sind diese technischen Anwendungen nur dank der weit entwickelten Mikrofertigungstechnik mit Maschinen, die im Mikrometerbereich Oberflächen unterschiedlicher Materialien mit großer Präzision bearbeiten können.

Für viele der Hörer war dies erstmalig ein Einblick in eine bisher noch nie gesehene Mikrowelt in der Natur und Technik. Damit wurden auch Fachwörter wie der "Lotuseffekt" verständlich, der dazu beiträgt, Oberflächen selbstreinigend zu fertigen - abgeschaut von der für das menschliche Auge unsichtbaren rauhen Oberfläche der Lotuspflanze.

Abschließend gab Prof. Schubert einen Einblick in seiner Tätigkeit als Prorektor für Wissens- und Technologietransfer, bei der es zum Beispiel darum geht die Zusammenarbeit zwischen den Unternehmen in der Region und der TU Chemnitz im Rahmen der Forschung, des Wissenstransfers und der studentischen Ausbildung weiter auszubauen

In der anregenden Diskussion gab es viele Fragen, zum Beispiel, ob es Grenzen für die Mikrofertigungstechnik gibt. Hier lautete die klare Antwort: nein. Immer wieder sind die früher angenommenen Grenzen hinausgeschoben worden - meist entscheidet das Optimum an Aufwand und Nutzen in der Praxis, wie weit man dabei gehen kann.

(Autor: Prof. Dr. Roland Schöne, Wissenschaftlicher Leiter des Seniorenkollegs an der TU Chemnitz)

Katharina Thehos
12.06.2013

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