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Neue Studiengänge fordern neue Versuchsmethoden

Physikstudent Martin Fränzl präsentierte ein selbst entwickeltes Experimentalmodell für den Studiengang Sensorik und kognitive Psychologie vor Praktikumsleitern aus ganz Deutschland

  • Versuch am lebenden Objekt: Martin Fränzl simuliert die Durchführung seiner Versuchsidee mit angesteckten Elektroden am eigenen Körper. Foto: Laura Richter

Es ist eine unvergleichbar kostengünstige Versuchsmethodik zur Elektrokardiografie, die Martin Fränzl, Bachelorstudent der Physik im fünften Semester, entwickelt hat. Zum Einsatz kommt sie im Rahmen physikalischer Praktika. Am 28. Februar 2013 präsentierte er sie innerhalb der DPG-Schule in Bad Honnef, einer Veranstaltung der "Deutschen Physikalischen Gesellschaft". Zuhörer waren Praktikumsleiter der Experimentalphysik aus ganz Deutschland.

Das Herzstück des Versuchs bildet eine etwa zehn Euro teure Verstärkerschaltung, die im Praktikum von den Studenten zunächst selbst gelötet werden muss. An sie werden später Elektroden, die zum menschlichen Körper führen, angeschlossen. Aufgenommene Aktionen des Herzens erreichen dann als verstärkte Messwerte über ein normales Audiokabel die Soundkarte eines Computers und können mithilfe eines selbst geschriebenen Java-Programms weiterverarbeitet werden. Zuletzt erfolgt eine endgültige Auswertung über die Software "MATLAB". Laut Martin Fränzl ist der Unterschied zu anderen EKG-Experimentalmodellen, dass diese zum einen um ein Vielfaches teurer und zum anderen bereits nahezu vollständig zusammengesetzt seien und damit den Studenten keinen Spielraum mehr für die Ausübung handwerklicher Fähigkeiten ließen. Es nütze nichts, den Studenten Black-Boxen zu zeigen. In Hinblick auf die Durchführung des Experiments in Bad Honnef zieht er Bilanz: "Die Versuchspräsentation wurde sehr positiv bewertet. Es wurden Schaltungen mitgenommen und einige Praktikumsleiter wollen das Experimentalmodell übernehmen und sogar zum Tag der offenen Tür an der eigenen Universität präsentieren."

"Bis zum jetzigen Zeitpunkt ist der Versuch in dieser Weise einzigartig", so Dr. Thomas Franke vom Institut für Physik an der TU Chemnitz. Dabei sei die bestehende Notwendigkeit weiterer Versuchsentwicklungen in dieser Richtung deutlich, vor allem vor dem Hintergrund neu eingeführter Studiengänge wie Sensorik und kognitive Psychologie und deren spezieller Ausbildungsprofile. "Es ist schön, dass wir kreative Physikstudenten haben, die bei der Entwicklung neuer Praktikumsversuche mitwirken", sagt Dr. Franke.

(Autorin: Laura Richter)

Katharina Thehos
05.03.2013

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