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Kenianer sorgt für Abkühlung

Der Kenianer George Warutere Thinwa entwickelte im Rahmen eines zweimonatigen Praktikums an der TU Chemnitz ein Modell zur Wärmeverteilung in Linearmotoren

  • Praktikant George Warutere Thinwa und sein Betreuer Stefan Winkler beim Aufbau der Versuchsanlage, mit der sich die Temperaturverteilung im Motor messen lässt. Foto: Christian Schenk
  • Die Wärmebildkamera im Einsatz: Je heller sich die Farben auf dem Display abzeichnen, desto mehr Hitze strahlt das anvisierte Objekt aus. Betreut wurde George Warutere Thinwa an der Professur Elektrische Energiewandlungssysteme und Antriebe - kurz EWA. Foto: Christian Schenk

In Kenia herrscht tropisches Klima. Temperaturen über 25 Grad Celsius und 75 Prozent Luftfeuchte sind keine Seltenheit in dem ostafrikanischen Staat. Doch nicht nur aufgrund seiner kenianischen Herkunft kennt sich George Warutere Thinwa bestens mit Hitze aus.

Am 29. Februar 2012 kam der Student der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology (JKUAT) an die Technische Universität Chemnitz, um seine Fähigkeiten als Ingenieur im Rahmen eines Praktikums zu verbessern. "Deutschland ist schließlich der beste Platz dafür", so der Kenianer, der an der Professur Elektrische Energiewandlungssysteme und Antriebe ein Modell zur Wärmeverteilung in Linearmotoren entwickelte. Ziel seiner Arbeit war es, mit Hilfe des von ihm konzipierten Computerprogrammes feststellen zu können, wie viel Wärme ein laufender Motor produziert und wohin diese Wärme anschließend fließt. "Das Programm misst also die Temperaturverteilung im Motor, sodass wir sagen können, wie das Metall auf die Hitze reagiert", erklärt Thinwa sein Projekt.

Ob sein Modell tatsächlich funktioniert, wird der Kenianer jedoch nicht selbst prüfen können, da ein notwendiges Teil für den Testmotor erst noch geliefert werden muss und Thinwas Praktikum am 26. April endete. Dennoch ist Thinwa zuversichtlich: "Zumindest die Simulation am Computer sieht so aus, als würde es funktionieren." Auch Thinwas Betreuer, Stefan Winkler, zeigt sich mit der Arbeit seines Schützlings mehr als zufrieden. "George hat eine sehr gute Arbeit abgeliefert", sagt Winkler und stellt in Aussicht: "Ich kann mir auch vorstellen, zukünftig noch einmal einen Praktikanten zu betreuen."

Dank des IAESTE-Programmes fühlte sich Thinwa gleich zu Beginn seines Praktikums wohl in Chemnitz. "Ich wurde auf dem Campus herumgeführt und erhielt viel Unterstützung vom Team", so der Kenianer. Vor allem an den öffentlichen Personennahverkehr musste sich Thinwa in der neuen Chemnitzer Heimat erst einmal gewöhnen: "In Kenia wartet man nicht auf den Linienbus. Will man Bus fahren, winkt man die sogenannten Matatus einfach zu sich heran." Obwohl der kenianische Praktikant sehr zufrieden mit dem Austauschprogramm war, plant er nicht nach Abschluss seines Studiums nach Deutschland zurück zu kommen. "Ich bin ein guter Ingenieur und möchte mit meinen Fähigkeiten helfen, Kenia weiter aufzubauen. Dafür braucht man Ingenieure. Es ist nicht gut zu vergessen, woher man kommt", so Thinwa über seine zukünftigen Pläne.

(Autorin: Ina Huke)

Katharina Thehos
02.05.2012

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