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Mit Kribbeln im Bauch auf der Wettkampffläche

TU-Studentin Sarah Kudell ist als Karateka international erfolgreich

Bereits im Grundschulalter wanderte Sarah Kudell nach dem Hort regelmäßig in die Turnhalle, um Karate zu trainieren. Inzwischen hat die Studentin des Präventions-, Rehabilitations- und Fitnesssports mit der japanischen Kampfkunst an zahlreichen Wettkämpfen teilgenommen und viele davon für sich entschieden. Zu den persönlichen Höhepunkten ihrer bisherigen Karate-Zeit zählt die Sportlerin ihren ersten Sieg bei der Deutschen Meisterschaft im Jahr 2007 sowie ihre bestandene Prüfung zum Schwarzgurt. Ein weiteres Highlight war 2010 ihre Teilnahme am Wado World Cup in Nagoya (Japan). "Wir waren schon bei unzähligen internationalen Wettkämpfen, ob in Frankreich, Schottland, Schweden, Italien oder Belgien. Doch Japan war für mich bis jetzt das am weitesten entfernte Ziel", erzählt die Meißnerin und fügt hinzu: "Letztendlich durfte ich mit einer Silbermedaille nach Hause fahren."

Sarah Kudell betreibt speziell das Wettkampfkarate, das so genannte "Kumite". Ihr gefallen vor allem die Vielseitigkeit des Sports sowie das gemeinsame Training mit ihren Kollegen. "Es gibt immer Dinge, wo man sich verbessern und weiterentwickeln kann. Die Erfolge, die man bei den Wettkämpfen hat, zeigen einem, wofür man trainiert, und das motiviert einen immer wieder aufs Neue, voran zu kommen", erklärt Kudell und fügt hinzu: "Mich zieht es immer auf die Wettkampffläche, weil dort ständig neue Herausforderungen warten. Außerdem ist da noch dieses Kribbeln im Bauch, kurz bevor der Kampf startet." Aufgrund ihrer Leidenschaft für Karate entschied sie sich auch für ein Sport-Studium an der TU Chemnitz: "Da Sport eine große Rolle in meinem Leben spielt und ich das was mir Spaß macht, später in den Beruf mit einbringen möchte, dachte ich, wäre das der ideale Studiengang für mich."

Während des Semesters trainiert die Studentin meist nur am Wochenende in ihrem Meißner Verein, da in Chemnitz kein Wettkampftraining, sondern eher traditionelles Karate angeboten wird. Unter der Woche hält sie sich jedoch mit genügend anderem Sport fit. Im Rahmen der Unterstützung durch die TU Chemnitz als "Partnerhochschule des Spitzensports" kann die 22-Jährige die Angebote des "Zentrums für Fitness und Gesundheit" kostenfrei nutzen. Zudem übernahm die Uni die Start- und Fahrtgelder ihrer Teilnahme an der Deutschen Hochschulmeisterschaft und stellte der Sportlerin zu Beginn des Semesters einen Tutor zur Verfügung. Letzteres Angebot nimmt die Kampfkünstlerin aktuell allerdings nicht wahr.

Vor allem die Semesterferien nutzt Sarah Kudell intensiv zum Trainieren und für Wettbewerbsteilnahmen. Allerdings sind nicht alle Wettkampftermine so gelegen, dass sich die Sport-Studentin umfassend darauf vorbereiten kann: "Vor der Deutschen Hochschulmeisterschaft 2011 habe ich nicht wirklich oft trainiert. Umso mehr hat es mich gefreut, dass ich trotzdem gewinnen konnte." Zu ihren weiteren Erfolgen des Jahres 2011 zählen ein erster Platz im Internationalen Wado Cup, ein zweiter Platz beim Banzai-Cup sowie drei dritte Plätze (Deutsche Hochschulmeisterschaft, Banzai-Cup und Wado Europa Cup). Für diese Leistungen wurde die Sportlerin auch von den Studierenden und Mitarbeitern der TU Chemnitz geehrt und erreichte den zweiten Platz bei der Wahl zur TU-Sportlerin des Jahres 2011.

Auch nach dem Studium will Kudell ihrem Sport treu bleiben. "Auf jeden Fall würde ich gern weiter Kinder im Karate trainieren, auch wenn ich dann eventuell nicht mehr aktiv am Wettkampfsport teilnehme. Dadurch bleibe ich trotzdem noch mit Karate und dem Verein in Kontakt." Nach ihrem Bachelorstudium wird sie wahrscheinlich noch den Master absolvieren. Nach einigen Jahren Berufserfahrung strebt sie dann die Selbstständigkeit als Sporttherapeutin bzw. im Bereich Sportförderung für Kinder an.

(Autorin: Anett Michael)

Katharina Thehos
02.01.2012

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