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Sächsisch-russische Partnerschaft wird vertieft

Delegation der TU Chemnitz besucht Hochschule im russischen Voronezh - Wissenschaftliche Konferenz zum Thema "Konservativismus" findet großen Anklang

  • Die Chemnitzer Delegation in Voronezh: Irina Knyazeva, Julia Kasperczak, Martin Munke, Ilona Scherm, Dr. Hendrik Thoß (von links) sowie Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll (5.v.r.), Michael Vollmer (6.v.r.) und Prof. Dr. Alfons Söllner (r.). Foto: Sergej G. Allenov
  • Dekan Prof. Dr. Vladimir N. Glazyev (2.v.l) und Dr. Sergej G. Allenov im Gespräch mit Michael Vollmer, Ilona Scherm und Prof. Dr. Alfons Söllner (von rechts). Foto: Irina Knyazeva

Seit September 2010 besteht eine offizielle Partnerschaft der Philosophischen Fakultät der TU Chemnitz mit der Historischen Fakultät der Staatlichen Universität Voronezh. Um diese weiter zu vertiefen, reiste nun eine Chemnitzer Delegation in die 900.000-Einwohner-Stadt am gleichnamigen Fluss in der russischen Schwarzerde-Region. Sie wurde geleitet von Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Prodekan der Philosophischen Fakultät und Inhaber der Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, und Prof. Dr. Alfons Söllner, Inhaber der Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte.

Während des einwöchigen Aufenthalts fanden mehrere Gespräche mit Vertretern der Voronezher Universität statt, an der mehr als 20.000 Studierende eingeschrieben sind. Prof. Dr. Vasily N. Popov (Prorektor für Forschung und Innovation) und Prof. Dr. Vladimir N. Glazyev (Dekan der Historischen Fakultät) debattierten mit den deutschen Gästen unter anderem über die jüngst in Voronezh erfolgte Einführung des Bachelor- und Master-Systems und erörterten Möglichkeiten des Studentenaustauschs. Auch gemeinsame Forschungsvorhaben sollen in Zukunft weiter intensiviert werden. Diese erfolgen in enger Abstimmung den Wissenschaftlern des örtlichen Zentrums für Konservatismusforschung, Dr. Sergej G. Allenov und Dr. Arkadiy Yu. Minakov (zugleich Direktor der Voronezher Universitätsbibliothek).

Erste konkrete Ergebnisse der Kooperation wurden auf einer zeitgleich veranstalteten internationalen wissenschaftlichen Konferenz vorgestellt. Sie beschäftigte sich mit dem Thema "Konservativismus in Russland und Deutschland" und wurde von beiden Universitäten gemeinsam mit dem Moskauer Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung - die wesentlich für die Finanzierung verantwortlich zeichnete - ausgerichtet. Konservatives Denken und konservative politische Theorie erleben im postsowjetischen Russland derzeit eine große Renaissance, wobei die Grenzen zum Rechtsradikalismus, aber auch zum Postkommunismus, fließend sind und eine große begriffliche Unschärfe in den öffentlichen Debatten vorherrscht. Vom 15. bis 18. September wurde in 20 Vorträgen russischer und deutscher Wissenschaftler ein historisches Panorama der Entwicklung des Konservativismus entfaltet, um einen Beitrag zur Verwissenschaftlichung der Diskussion in Russland zu leisten. Die Konferenz fand bereits einigen Anklang in regionalen Zeitungen. So erschien am 17. September ein fast ganzseitiger Artikel in der Wochenzeitschrift "Экономика и жизнь черноземье" ("Wirtschaft und Leben der Schwarzerde-Region"). Für die nähere Zukunft ist die Publikation der Konferenzbeiträge sowohl in deutscher als auch in russischer Sprache geplant. Weiterhin sollen wichtige Studien von Voronezher Forschern ins Deutsche übersetzt werden.

Neben Prof. Kroll und Prof. Söllner waren auch weitere Chemnitzer Wissenschaftler mit Vorträgen an der Tagung beteiligt: Michael Vollmer, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Professur für Politische Theorie und Ideengeschichte, stellte in seinem Referat das Russlandbild Thomas Manns vor. Der Historiker Dr. Hendrik Thoß sprach über die Verbindungen der Reichswehr und der Roten Armee zur Zeit der Weimarer Republik. Die Rolle Russlands in den Europa-Konzepten der "Konservativen Revolution" - einer Gruppe von Rechtsintellektuellen in dieser Zeit - wurde von Irina Knyazeva, Doktorandin an der der Professur für Europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, vorgestellt. Martin Munke, wissenschaftlicher Mitarbeiter dieser Professur, sprach über die Verbindungen der "National-Konservativen Bewegung der Russlanddeutschen" zum deutschen Rechtsextremismus.

Die Konrad-Adenauer-Stiftung wurde von Dr. Irina Ochirova vertreten. Sie hatte im vergangenen Jahr an der Chemnitzer Professur für Europäische Integration bei Prof. Dr. Matthias Niedobitek im Fach Europa-Studien promoviert. Auch diese Professur ist organisatorisch in die Partnerschaft mit Voronezh eingebunden. Für das nächste Jahr ist, wiederum in Kooperation mit der Adenauer-Stiftung, eine Nachfolgeveranstaltung zur Konferenz in Moskau geplant. Diese soll stärker aktuelle politische Probleme des Konservativismus in Russland in den Blick nehmen.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Frank-Lothar Kroll, Telefon 0371 531-33922, E-Mail frank-lothar.kroll@phil.tu-chemnitz.de, Prof. Dr. Alfons Söllner, Telefon 0371 531-27710, E-Mail alfons.soellner@phil.tu-chemnitz.de, und Martin Munke, Telefon 0371 531-39214, E-Mail martin.munke@phil.tu-chemnitz.de.

(Autor: Martin Munke)

Katharina Thehos
21.09.2011

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