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Adam Ries wäre stolz auf ihn

Prof. Dr. Rainer Gebhardt siegte im Wettbewerb "Sachsen Asse" in der Kategorie "Kunst und Kultur"

Sie sind kreativ, engagiert und gehen neue Wege. Gemeint sind die "Sachsen-Asse 2010", die am 30. Oktober 2010 während einer Festveranstaltung im Forum Chemnitz geehrt wurden. 125 Vorschläge gingen zuvor beim Veranstalter - der SACHSEN ASSE Stiftung - ein, darunter auch viele im Bereich Kunst und Kultur. Am Ende hatte in dieser Kategorie der Chemnitzer Professor Rainer Gebhardt die Nase vorn und erhielt den von der Stiftung ausgelobten Preis. Leider konnte der Vorsitzende des Adam-Ries-Bundes e.V. in Annaberg-Buchholz sowie Leiter des Transferzentrums Textiltechnologie des Sächsischen Textilforschungsinstitutes e.V. an der TU Chemnitz die kleine gläserne Stele nicht selbst entgegen nehmen.

Doch Laudator Björn Steigert, Geschäftsführer der WVD Mediengruppe, fand die richtigen Worte, um allen im Saal, die sonst nicht allzu viel mit Mathematik zu tun haben, neugierig auf den "Hüter des Erbes von Rechenmeister Adam Ries" und dessen Wirken vor 500 Jahren in Annaberg-Buchholz zu machen. Dieses Erbe reicht sehr lebendig bis in die Gegenwart mit einem modern gestalteten Museum in Annaberg-Buchholz, einem Schüler-Mathe-Wettbewerb, internationalen wissenschaftlichen Tagungen oder der Erforschung der Ries-Nachfahren. Ihn persönlich beeindrucke die große Bandbreite und Nachhaltigkeit, mit der Gebhardt seiner Aufgabe nachgehe, sagte Steigert.

Seit der Gründung des Adam-Ries-Bundes im Oktober 1991 lenkt Gebhardt die Geschicke des gemeinnützigen Vereins ehrenamtlich und setzt dessen Ziele, die vor allem in der Erschließung, Bewahrung und Vermittlung des kulturellen Erbes des Rechenmeisters Adam Ries bestehen, auf wirkungsvolle Weise um. So wurden unter seiner Leitung zahlreiche wissenschaftliche Aktivitäten und Projekte initiiert. Seit 1992 werden alle drei Jahre international beachtete Kolloquien zur Mathematik der Frühen Neuzeit organisiert, die sich in Fachkreisen fest etabliert haben. Das nächste Kolloquium wird übrigens gemeinsam mit der Fakultät für Mathematik der TU Chemnitz organisiert und ist für April 2011 fest geplant.

Annaberg-Buchholz gilt heute als wissenschaftliches Zentrum für die Koordinierung der Erforschung von Rechenmeistern und mathematischen Schriften der Frühen Neuzeit. Positiv wurde dies durch den Erwerb zahlreicher historischer Rechenbücher unterstützt. Begleitend zu den Kolloquien werden Tagungsbände herausgegeben, die bisher mehr als 20 Beiträge von Dr. Gebhardt selbst enthalten. Darüber hinaus betreibt der Verein Forschungsarbeiten zu Quellen zu Adam Ries und seinen Nachkommen sowie genealogische Forschungen und ist Herausgeber von insgesamt vier Schriftenreihen.

Für historisch und mathematisch Interessierte wurde 1993 die Annaberger Rechenschule im Adam-Ries-Haus eröffnet, 1998 folgte eine Präsenzbibliothek mit den Schwerpunkten Mathematikgeschichte und Genealogie. 1999 übernahm der Verein die Trägerschaft über das bis dahin städtische Adam-Ries-Museum in Annaberg-Buchholz, das 2006 zum ausgewählten Ort im "Land der Ideen" unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Horst Köhler gekürt wurde. Auch bei der Neukonzipierung und Umgestaltung der Dauerausstellung des Adam-Ries-Museums hatte Prof. Gebhardt die wissenschaftliche Leitung. 2008 wurde er bereits vom Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit dem Preis für "verdienstvolle ehrenamtliche Arbeit zur Förderung des sächsischen Museumswesens" geehrt.

Weitere Informationen erteilt Annegret Münch, Adam-Ries-Bund e.V., Telefon 03733 22186, E-Mail info@adam-ries-bund.de

Homepage des Wettbewerbs: http://www.sachsen-asse.de

(Autorin: Annegret Münch)

Mario Steinebach
01.11.2010

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