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Das Zapping der Zukunft mit der Fernbedienung ohne Batterie

Axel Erdtel vom Gymnasium Einsiedel entwickelt an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik eine TV-Fernbedienung, die ganz ohne Batterien funktionieren soll

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Axel Erdtel bei der Arbeit im Labor der Professur Mess- und Sensortechnik der TU Chemnitz. Foto: Christian Schenk

Nach Angaben des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit werden in Deutschland jährlich 1,5 Milliarden Batterien und Akkus in Umlauf gebracht. Über das Gemeinsame Rücknahmesystem Batterien (GRS Batterien) gaben die Verbraucher 2008 rund 43 Prozent der verkauften Energiespeicher zurück und sorgten damit für eine umweltgerechte Wiederverwertung. Doch noch immer werden zu viele Batterien unsachgemäß entsorgt und damit die Umwelt mit schädlichen Stoffen wie Quecksilber, Blei und Cadmium belastet. Außerdem ist mit dem Recyclingprozess ein hoher Energieaufwand verbunden.

Hier setzt die Idee von Axel Erdtel vom Gymnasium Einsiedel an: An der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der TU Chemnitz entwickelt er eine umweltfreundliche TV-Fernbedienung, die ganz ohne Batterien funktionieren soll. "In dem Gerät befindet sich eine Röhre, in der sich ein sehr starker Stabmagnet bewegt. Diese Röhre umgibt an einer Stelle eine Spule mit etwa 1.000 Windungen. Bei der Bewegung des Magneten durch die Spule wird eine Spannung induziert", erklärt Axel Erdtel. Wie er diese am effektivsten nutzen kann, untersucht der Abiturient derzeit. "Die geringe Wechselspannung am Ausgang der Spule muss in eine nutzbare Gleichspannung umgewandelt werden. Dafür eignet sich eine Kombination aus Gleichrichter und Ladungspumpe oder nur ein Gleichrichter mit minimalen Verlusten. Wichtig ist, dass die Ausgangsspannung hoch genug ist", so der 18-Jährige. Mit der erfolgversprechendsten der beiden Möglichkeiten soll dann ein Kondensator geladen werden, um die Fernbedienung betätigen zu können.

Für seine Entwicklung, die Axel Erdtel sich auch für einfache, stromsparende Handys oder Auto-Funkschlüssel vorstellen kann, erhielt er im diesjährigen Wettbewerb "Jugend forscht" den Sonderpreis im Bereich Umwelt des Elektronikdienstleisters IMM Holding GmbH Mittweida, wo er in einigen Wochen seine Idee bei einer Talentshow vorstellen wird. Außerdem wurde das Konzept der batterielosen Fernbedienung beim "Umweltwettbewerb" der Stadt Chemnitz eingereicht.

Seit Oktober 2009 kommt er zwei- bis dreimal pro Woche an die Professur für Mess- und Sensortechnik, um an seiner Fernbedienung zu arbeiten. "Ich habe gerade das Abi hinter mir, ich habe genug Zeit", scherzt er. Einen Monat oder länger werde es noch dauern, bis die theoretischen Berechnungen auch in der Praxis funktionieren. Den Kontakt zur Universität hat Axel Erdtel selbst hergestellt. "Da ich sehr gerne bei solchen Projekten mitmache, habe ich einfach auf der Homepage geschaut, was man im Bereich Elektrotechnik alles für Möglichkeiten hat. Der Forschungsschwerpunkt Energy Harvesting der Professur für Mess- und Sensortechnik hat mich sehr interessiert." Bei "Jugend forscht" tritt der 18-Jährige seit der 8. Klasse an, seit dem 9. Schuljahr steht er in Verbindung mit der Chemnitzer Universität. Auch seine Besondere Lernleistung für das Abitur hat er hier erarbeitet: "Im Schülerlabor ‚Wunderland Physik‘ habe ich unter der Leitung von Dr. Gunter Beddies ein ferngesteuertes Auto entwickelt und selbst gebaut."

Auch in seiner Freizeit lässt die Technik den gebürtigen Kemtauer nicht los. "Ich bin sozusagen der Reparaturservice für das ganze Dorf, richte PCs ein und andere technische Geräte", sagt er. Außerdem ist er Nachhilfelehrer für Mathematik, Physik, Chemie und Informatik, Trainer im Kemtauer Volleyballverein und begeisterter Modellbahnbauer. Dass es in Zukunft nur eines geben kann, nämlich ein Studium der Elektrotechnik an der TU Chemnitz, steht für ihn außer Frage. "Ganz klar, ich will Elektrotechnik studieren. Die Uni ist in der Nähe und ich fühle mich gut betreut. Meine Freunde sind hier und durch die vielen Projekte kenne ich ja auch schon einige an der TU."

(Autorin: Franziska Männel)

Schüler, die ebenfalls in die Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik hineinschnuppern wollen, können sich noch bis zum 25. Juni 2010 für die Sommerschule anmelden.

Katharina Thehos
10.06.2010

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