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Politik und Polizei

Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich, führt im Auftrag der Gewerkschaft der Polizei eine Befragung zur Berufszufriedenheit von Bundespolizisten durch

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Großeinsatz am 1. Mai 2010: Um sich ein besseres Bild von der Polizeiarbeit zu machen, hat Prof. Dr. Gerd Strohmeier (l.) die Bundespolizei in Berlin begleitet. Foto: privat

Bundespolizist sein, heißt Einsatz zeigen - Tag und Nacht. Bundespolizisten tragen zur Sicherheit inner- und außerhalb der Bundesrepublik Deutschland bei und bringen sich selbst dabei in Gefahr. Häufig gehen sie an ihre Grenzen und darüber hinaus. Damit Polizisten bessere Arbeitsbedingungen vorfinden, beschäftigt sich die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mit den Themen Berufszufriedenheit und Arbeitsklima. Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Inhaber der Professur Europäische Regierungssysteme im Vergleich an der TU Chemnitz, hat diesbezüglich einen Forschungsauftrag für eine Studie erhalten. Das Ziel des Auftrages besteht in der Ermittlung der Berufszufriedenheit bei der Bundespolizei. Dazu wird eine Mitgliederbefragung der GdP im Bereich der Bundespolizei unter dem Motto "Klartext 2010" durchgeführt. "Derartige Befragungen sind notwendig, um Probleme und Mängel, aber natürlich auch positive Aspekte zu eruieren und gegenüber der Politik zu kommunizieren. Die Berufszufriedenheit wirkt sich unter anderem auf die Aufgabenerfüllung und Nachwuchsgewinnung der Bundespolizei aus und bedarf daher einer besonderen Aufmerksamkeit", erklärt der Chemnitzer Politikwissenschaftler.

Strohmeier hat bereits in den Jahren 2006 und 2007 eine wissenschaftliche Studie für den Deutschen BundeswehrVerband zur Berufszufriedenheit deutscher Soldaten erstellt. "Die Ergebnisse, die wir auf einer Bundespressekonferenz einer breiten Öffentlichkeit vorstellten, haben in Medien und Politik eine äußerst große Resonanz hervorgerufen", berichtet Strohmeier. Für die Zusage des Forschungsprojektes sei wohl auch entscheidend gewesen, dass er sich mit seiner Arbeit sehr stark an der Schnittstelle zwischen Politikwissenschaft und aktueller Politik bewege. Was hat aber Politik mit der Bundespolizei zu tun? "Sehr viel! Politikwissenschaft, wie ich sie betreibe, ist eine praxisorientierte Wissenschaft. Als solche hat sie sich mit Entwicklungen und Problemen der aktuellen Politik zu beschäftigen, zu denen die Berufszufriedenheit in der Bundespolizei zählt", sagt Strohmeier und fügt hinzu: "Dieses Projekt ist als Form der Politikberatung zu sehen."

Die Befragung, die drei Monate in Anspruch nehmen wird, richtet sich an alle Mitglieder der GdP im Bereich der Bundespolizei. In den Fragenkatalog werden Formate zur Berufszufriedenheit im Allgemeinen sowie im Speziellen aufgenommen. Diese reichen von den Arbeitsbedingungen bis zur Arbeitsausrüstung und von den beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten bis zu Auslandseinsätzen. "Das große Interesse der Bundespolizisten an der Studie lässt keinen Zweifel daran aufkommen, dass sich eine kritische Masse beteiligen wird, die alle Bereiche hinreichend abbildet", weiß Strohmeier. Zum Projektteam gehören neben Strohmeier eine Wissenschaftliche Mitarbeiterin, ein Informatiker, eine Sekretärin sowie studentische Hilfskräfte.

Das Forscherteam will für die GdP, die Öffentlichkeit und die politischen Entscheidungsträger eine breite empirische Grundlage schaffen, um substanziell zu argumentieren, zu diskutieren und die notwendigen politischen Entscheidungen umzusetzen. "Davon sollen natürlich in besonderer Weise die Beschäftigten bei der Bundespolizei profitieren", fasst Strohmeier zusammen.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Telefon 0371 531-37612, E-Mail gerd.strohmeier@phil.tu-chemnitz.de.

(Autorin: Anett Stromer)

Mario Steinebach
18.05.2010

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