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Bundeswettbewerb "Jugend forscht": Zwei sind nicht zu bremsen

Richard Vogelsang und Michael Mommert treten ab 13. Mai 2011 im Bundesfinale von "Jugend forscht" mit einer leichten, verschleißbeständigen Bremsscheibe aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff an

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Leicht und langlebig dank Keramikbeschichtung: Richard Vogelsang (r.) und Michael Mommert hoffen mit ihrer Bremsscheibe für Fahrräder auf einen Erfolg beim Bundesfinale. Foto: Heiko Kießling

Acht Schüler vertreten Sachsen beim Bundesfinale von "Jugend forscht" vom 13. bis 16. Mai 2010 in Essen - darunter Richard Vogelsang und Michael Mommert vom Gymnasium Einsiedel. Die beiden 18-Jährigen gehen mit einer besonders leichten und langlebigen, keramikbeschichteten Bremsscheibe für Fahrräder an den Start, die sie in Zusammenarbeit mit dem Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnik (IWW) der TU Chemnitz entwickelt haben. "Der Kohlenstofffaserverbundwerkstoff wurde von uns unter anderem mit Zink beschichtet und dann mit einer Verschleißschutzschicht überzogen. Hier bietet sich zum Beispiel Aluminiumoxid an", erklärt Michael Mommert anhand eines Anschauungsexemplares. Gemeinsam mit seinem Mitstreiter Richard Vogelsang wertet er gerade in einem Labor des IWW die Haftung der verschiedenen Schichten am Computer aus.

Seit zwei Jahren arbeiten die beiden regelmäßig am IWW. Der Anstoß zum Jugend-forscht-Projekt kam in der 10. Klasse durch einen Vortrag des Chemnitzer Vereins ad astra, der Schüler verstärkt für naturwissenschaftliche Studiengänge begeistern will. Doch auch in den Jahren zuvor haben die beiden Schüler, die gerade ihre schriftlichen Abiturprüfungen hinter sich gebracht haben, eifrig geforscht: "Ab der 7. Klasse haben wir bei Schüler experimentieren beziehungsweise Jugend forscht teilgenommen. Dabei ging es eigentlich immer um erneuerbare Energien. Jetzt sind wir mit dem neuen Projekt zum ersten Mal im Finale, womit wir überhaupt nicht gerechnet haben", sagt Richard Vogelsang.

Auch Thomas Mäder, neben Daniela Nickel und Thomas Grund Betreuer des Projektes an der TU Chemnitz, kann nur staunen: "Dass es die beiden bis ins Bundesfinale geschafft haben, war eine große Überraschung. Man misst dem Ganzen vielleicht eine geringere Bedeutung bei, wenn man sich wie ich jeden Tag mit dieser Thematik befasst. Verdient hat es das Projekt aber auf jeden Fall, denn der Ansatz zur Beschichtung von verstärkten Kunststoffen ist neuartig und zukunftsweisend", erklärt Mäder. Neben der Entwicklung von leichten, langlebigen Bremsscheiben sei die Technologie vor allem auch für den Werkzeugmaschinenbau und die Entwicklung von Messgeräten interessant. "Der beschichtete kohlenstofffaserverstärkte Kunststoff ist verschleißbeständig und hat eine sehr geringe Wärmeausdehnung, sodass Messgeräte auch bei stark schwankenden Temperaturen noch genaue Werte liefern", so Mäder.

Kommende Woche werden Richard Vogelsang und Michael Mommert ihre Ergebnisse im Fachgebiet Technik in Essen präsentieren und die Fragen der Fachjury beantworten. Antreten müssen sie unter anderem gegen eine vollautomatische Cocktailmaschine, einen Roboter, der auf einer Kugel balancieren kann, und Lautsprecher, die das Phänomen von Blitz und Donner imitieren. "Wir haben uns die Konkurrenzprojekte noch gar nicht angeschaut", sagt Richard Vogelsang und ergänzt: "Wir konzentrieren uns voll auf unsere eigene Arbeit".

Beim 45. Bundeswettbewerb von "Jugend forscht" sind etwa 200 Jungforscher aus ganz Deutschland vertreten. Unter dem Motto "Entdecke neue Welten!" hatten sich bundesweit über 10.000 Jugendliche beteiligt. Dass von der TU Chemnitz betreute Projekte zu den deutschlandweiten Finalisten zählen, bekräftigt Mäder darin, derartige Kooperationen noch auszubauen: "Uns liegt sehr viel daran, interessierte und talentierte Schüler zu unterstützen, sie in Sachsen zu halten und vor allem für technische Studiengänge zu begeistern."

Neben dem Technik-Projekt der beiden Einsiedler Gymnasiasten geht mit Andreas Lang vom Johannes-Kepler-Gymnasium ein weiterer von der TU betreuter Kandidat in Essen an den Start. Mit einer Forschungsarbeit zur "Entwicklung und Implementierung eines Verfahrens zur Gesichtsdetektion mittels Schwarmintelligenz" in Zusammenarbeit mit der Professur Medieninformatik hatte sich der 19-Jährige Ende März ebenfalls für den Bundeswettbewerb qualifiziert.

(Autorin: Franziska Männel)

Katharina Thehos
05.05.2010

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