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Zwischen Promotion und Spielplatz

Sabine und Torsten Hein meistern den Spagat zwischen Hochschulkarriere und der Betreuung ihrer Tochter Svenja dank familiengerechter Strukturen auf dem Uni-Campus

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Nur einen Steinwurf entfernt vom Spielplatz der Kita "Krabbelkäfer" befindet sich das Gebäude der Fakultät für Mathematik. Für Sabine, Svenja und Torsten Hein ist auch diese örtliche Nähe ein wichtiger Aspekt, um Karriere und Familie ideal unter einen Hut zu bringen. Foto: Mario Steinebach

Torsten und Sabine Hein arbeiten beide in Räumen der Fakultät für Mathematik an der Reichenhainer Straße. Ihre zweijährige Tochter Svenja spielt zu dieser Zeit im Kindergarten "Krabbelkäfer" schräg gegenüber, der mit universitätsfreundlichen Öffnungszeiten von 6 bis 18 glänzt. Sabine Hein ist 29, diplomierte Mathematikerin und steht kurz vor dem Abschluss ihrer Promotion. Und sie ist schwanger mit dem zweiten Kind, das voraussichtlich im März 2010 zur Welt kommt. "Bis dahin ist die Dissertation hoffentlich durch", sagt sie. Ihr Ehemann Torsten ist ebenfalls diplomierter Mathematiker, bereits promoviert und steckt gerade mitten im Habilitationsprozess.

Sie haben sich 2001 kennen gelernt und sich bewusst für ein Kind entschieden, nachdem beide ihr Diplom in der Tasche hatten. "Natürlich existiert da auch immer ein gewisses Risiko. Verträge an Universitäten sind selten unbefristet. Meine Haushaltsstelle ist im Rahmen einer Habilitationsabsicht auf bis zu sechs Jahre ausgelegt. Kürzlich konnte ich meinen Vertrag noch einmal bis März 2011 verlängern. Meine Frau ist hauptsächlich in einem Drittmittelprojekt angestellt. Auch sie konnte vor kurzem ihren Vertrag über den Zeitpunkt der Geburt des zweiten Kindes hinaus verlängern. Das ist hilfreich, denn wenn sie in Elternzeit ist, wird die Anstellung quasi ausgesetzt und die Zeit hinten rangehängt. Sie wird bis weit in das Jahr 2011 an der TU beschäftigt sein", erläutert Torsten Hein. "Als Svenja geboren wurde, habe ich zwölf Monate Elternzeit genommen. Bereits im Alter von neun Monaten ist Svenja im Kindergarten untergekommen, zunächst halbtags. Damit hatte ich wieder etwas Zeit für meine Promotion. Es ist im Vergleich zu anderen Städten recht unproblematisch, einen Platz zu finden. Für Hochschulmitarbeiter ist es natürlich angenehm, dass die Kita auf dem Uni-Campus liegt. Ich weiß nicht, ob wir uns unter weniger günstigen Umständen auch für diesen Weg entschieden hätten", ergänzt Ehefrau Sabine.

Die TU Chemnitz besitzt selbst zwar keine eigenen Kinderbetreuungseinrichtungen, allerdings existiert seit 2007 eine Kooperation zwischen Stadt und Universität, die Studierenden und Mitarbeitern einen Betreuungsplatz für den Nachwuchs im Alter von acht Wochen bis sechs Jahren in campusnahen Einrichtungen garantiert. Besonders für Eltern, die sich nicht zwischen Beruf und Familiengründung entscheiden wollen, sind flexible Betreuungsmöglichkeiten von Bedeutung. "Für mich steht es außer Frage, dass sowohl meine Frau als auch ich nicht auf eine berufliche Laufbahn verzichten wollen. Uns wurden schon Job-Möglichkeiten in anderen Städten angeboten, wir haben aber bisher immer abgelehnt. Nicht nur weil unsere Familien in Chemnitz und Umgebung leben, sondern vor allem, weil die TU Chemnitz uns Bedingungen bietet, auf die wir nicht verzichten möchten", sagt Torsten Hein und nennt die Vorteile: "Wir wohnen in unmittelbarer Campusnähe, die Kita ist keine fünf Minuten entfernt. Dank flexibler Arbeitszeiten war es mir bei unserem ersten Kind möglich, viel von ihm mitzubekommen. Ich bin oft abends noch mal ins Büro gegangen, als die Kleine schon schlief. Wir können außerdem mit dem Verantwortlichen unserer Fakultät recht gut im Voraus festlegen, wann wir unsere Lehrveranstaltungen abhalten. Da wird schon Rücksicht genommen", erklärt der 34-jährige Mathematiker.

Schon 2002 hat die TU Chemnitz eine Dienstvereinbarung zur Arbeitszeitordnung zwischen der Universität und dem Personalrat unterzeichnet, in der Beginn und Ende der täglichen Arbeitszeit im Rahmen von festgelegten Gleitzeiten flexibel geregelt werden können. Kinderfreundlichkeit zeigt sich an der TU aber nicht nur im Großen. Es sind die kleinen Hilfestellungen, die den Alltag zusätzlich erleichtern. Seit dem Wintersemester 2009/2010 bietet der "Zwergencampus" nachmittägliche Veranstaltungen für Eltern und Kinder. Die Mensa in der Reichenhainerstraße hat Kindertische eingerichtet und die regelmäßig stattfindende Kinderuniversität führt die Nachwuchswissenschaftler spielerisch in das Universitätsleben ein. "Wir wissen natürlich nicht, wohin es uns langfristig verschlagen wird", meint Sabine Hein, "aber die TU hat uns den Start ins Familienleben erheblich erleichtert."

Stichwort: Familiengerechte Hochschule

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bzw. Studium ist auch im Hochschulwesen seit geraumer Zeit ein wichtiges Thema. Durch eine Optimierung der Rahmenbedingungen sollen Studierende und Hochschulangehörige, die Familienverantwortung übernehmen, gleichermaßen in ihrer Lebensrealität unterstützt werden. Als erste sächsische Hochschule erhielt die TU Chemnitz 2006 von der berufundfamilie gGmbH - eine Initiative der gemeinnützigen Hertie-Stiftung - das "audit familiengerechte hochschule". Im Dezember 2009 wurde die Chemnitzer Universität erneut als familiengerechte Einrichtung ausgezeichnet.

Die Gründe: Kooperationen mit Kindertagesstätten sorgen für eine gute Betreuung des Nachwuchses, das Studentenwerk Chemnitz-Zwickau ermöglicht einen angenehmen Mensabesuch, optimale Unterkunft und voll ausgestattete Eltern-Kind-Räume im "Zwergencampus". Bei Kindervorlesungen an der TU, in der Kindersportschule Chemnitz und bei Workshops, Sport- und Wintercamps in den Ferien kommt keine Langeweile auf. Flexible Arbeitszeiten erleichtern zudem den Spagat zwischen Familie und Berufstätigkeit. Hinzu kommen beispielweise spezielle Beratungs- und Informationsangebote sowie Mentoring-Programme für Frauen im wissenschaftlichen Bereich.

Alle familienfreundlichen Angebote der TU Chemnitz und des Studentenwerkes Chemnitz-Zwickau auf einen Blick: http://www.tu-chemnitz.de/tu/familie

(Autorin: Jacqueline Rettschlag)

Mario Steinebach
11.01.2010

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