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Gigawatt-Windkraft vor Norwegens Küste

Energie wie aus 50 Großkraftwerken: Kooperationsprojekt der TU Chemnitz mit der Norwegischen Nationalen Technischen Universität Trondheim startet - öffentlicher Vortrag am 21. Oktober 2009

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Der Student Andy Rudolph richtet ein automatisiertes Mess-System für einen Zuverlässigkeitsprüfplatz an der TU Chemnitz ein. Gemeinsam mit Christian Schnell absolviert er derzeit ein Praktikum bei der SINTEF Trondheim. Foto: Professur Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit

In der nördlichen Nordsee weht der Wind stetig und kräftig. "Norwegens Forscher haben das Potenzial abgeschätzt und es entstand der Plan, dort große Offshore-Windparks zu installieren - im Umfang bis zu 50 Gigawatt", berichtet Prof. Dr. Josef Lutz, Leiter der Professur Leistungselektronik und elektromagnetische Verträglichkeit an der TU Chemnitz. Das entspricht der Leistung von fast 50 Großkraftwerken. Diese Parks könnten einen Großteil des Bedarfs an elektrischer Energie in Mittel- und Westeuropa als regenerative Energie zur Verfügung stellen. "Neue Kohlekraftwerke und Atomkraftwerke werden überflüssig", schätzt Lutz ein und ergänzt: "Im Gegensatz zu dem dieses Jahr durch die Presse gegangenen Projekt Solarstrom aus der Sahara sind die Pläne hier aber schon konkreter und es werden erste Schritte eingeleitet."

Ein Kernstück des Projektes sind leistungselektronische Umrichter. "Wenn man Investitionen in diesem Umfang in die Hand nehmen will, muss vorher die Zuverlässigkeit bekannt sein. Denn diese Anlagen müssen entfernt von der Küste über viele Jahre wartungsfrei und ohne Ausfall laufen", so Lutz. Eine ausreichende Zuverlässigkeit zu gewährleisten ist Ziel des Projekts "Leistungselektronische Umrichter für Offshore-Anwendungen", für das die Norwegische Nationale Technische Universität Trondheim (NTNU) und die Forschungsgesellschaft SINTEF die TU Chemnitz als Partner ausgewählt haben. Die TU-Forscher beschäftigen sich vor allem mit der Erhöhung der Zuverlässigkeit und Robustheit von Leistungshalbleitern für Hochleistungs-Umrichter. "Unsere Forschungsarbeiten zur Robustheit und Zuverlässigkeit haben inzwischen weltweit Anerkennung gefunden", freut sich Lutz und fügt hinzu: "Es gibt zwar eine Reihe Forschergruppen auf dem Gebiet. Aber wir simulieren nicht nur, wir haben uns inzwischen mehrere Anlagen zu Zuverlässigkeitstests gebaut, und wir können solche Tests aussagekräftig durchführen."

Bereits 2008 hielt Lutz eine Woche lang Spezialvorlesungen an der NTNU Trondheim. Zwei Chemnitzer Studenten der elektrischen Energietechnik absolvieren derzeit ihr Praktikum bei den norwegischen Forschern. Vom 20. bis 22. Oktober sind Dr. Astrid Petterteig und Magnar Hernes aus Trondheim an der TU Chemnitz. "Der Besuch dient vor allem der detaillierten Projektplanung", so Lutz. Am 21. Oktober halten die norwegischen Wissenschaftler im Rahmen des Institutskolloquiums des elektrotechnischen Instituts einen öffentlichen Vortrag in englischer Sprache über Leistungselektronik für GW-Leistung in der Nordsee. Es besteht die Möglichkeit zur Diskussion und zum Fragen. Die Veranstaltung beginnt um 13.45 Uhr im Hörsaalgebäude an der Reichenhainer Straße 90, Raum N101.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Josef Lutz, Telefon 0371 531-33618, E-Mail josef.lutz@etit.tu-chemnitz.de.

Katharina Thehos
15.10.2009

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