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Auf den Zahn gefühlt

Weltweit beachtetes Ranking zu Zahnfüllungen: Studie gibt Aufschlüsse zu den mechanischen Eigenschaften von Zahnfüllmaterialien

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Dr. Dennis Heuer, Dr. Norbert Schwarzer und Dr. Thomas Chudoba (v.l.n.r.) präsentierten ihre Forschungsergebnisse auf der internationalen Konferenz über Indenterprobleme auf Kreta. Foto: Peggy Heuer-Schwarzer

Der Physiker und Gründer des Sächsischen Instituts für Oberflächenmechanik in Eilenburg, Dr. Norbert Schwarzer, der an der TU Chemnitz studierte, promovierte und habilitierte, erarbeitete gemeinsam mit dem ehemaligen TU-Mitarbeiter Dr. Thomas Chudoba und dem Eilenburger Zahnarzt Dr. med. Dennis Heuer eine Studie, die Aufschlüsse über die mechanischen Eigenschaften von Materialien zur Zahnfüllung gibt. Dr. Chudoba ist jetzt Geschäftsführer der Radeberger Firma ASMEC, die diese Studie unterstützte. Weitere Unterstützung gab es von der Professur für Physik fester Körper an der TU Chemnitz, die Prof. Dr. Frank Richter inne hat.

Ohne Förderprogramme oder Industriegelder und mit vielem privaten Engagement gelang es Schwarzer, Chudoba und Heuer in ihrer Studie, immense Unterschiede unter den tagtäglich von Zahnärzten eingesetzten Füllmaterialien mit Blick auf die Stabilitäts- und Haltbarkeitsparameter aufzuzeigen. Bei der Untersuchung wurden aber zunächst nur Kompositfüllungen betrachtet, die sich bei den Patienten trotz fehlender Zuzahlung durch die Krankenkassen zunehmender Beliebtheit erfreuen. Gründe dafür liegen einerseits in der so genannten biologischen Dichte dieser Materialien und andererseits in der besonders guten Anpassung an die natürliche Farbgebung der Zähne.

Mit Hilfe der so genannten Nano-Identationsmethode konnten die Wissenschaftler Eigenschaften, wie das Elastizitätsmodul, die Härte, die Fließgrenze und die Homogenität der Materialien, untersuchen. Der Chemnitzer TU-Professor Dr. Frank Richter stellte dem Team dazu einen UMIS 2000 Nanoindenter zur Verfügung und begleitete die umfangreichen Messungen. „Es war eine sehr lockere und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Industrie, Universität und wissenschaftlich interessierten Privatleuten ganz ohne lähmende Bürokratie“, lobt Schwarzer.

Ihre Ergebnisse über die untersuchten Zahnfüllungen fassten die Wissenschaftler in einem Ranking zusammen (http://www.esae.de/zahn). Den besten Platz von den elf in der täglichen zahnärztlichen Praxis verwendeten Materialien konnte das Zahnfüllmaterial Filtek Sup belegen, den schlechtesten Platz verzeichneten leicht überlagerte Materialen. "Patienten sollten also nicht zu vertrauensvoll gegenüber ihrem Zahnarzt sein und sich gelegentlich das Haltbarkeitsdatum des Füllmaterials zeigen lassen. Überlagerte Materialien haben zwar einen hohen Qualitätsverlust, doch da dies weitgehend unbekannt ist und man es dem Material auch nicht ansieht, könnte der eine oder andere Zahnarzt vielleicht meinen, dass eine Aussonderung nicht nötig sei", erklärt der Physiker. Außerdem gab es Füllungen, die nur zehn Prozent der Stabilität des Zahnschmelzes erreichten. Es scheint also, man nimmt das Pflegen der Zähne besser ernst - und das bis ins hohe Alter.

„Mit der Studie wollen wir den Zahnärzten und den Patienten eine Orientierung in der Auswahl verschiedener Zahnfüllmaterialien mit Blick auf das Preis-Leistungsverhältnis geben“, so Dr. Norbert Schwarzer. Außerdem hofft er auf Zuspruch seitens der Hersteller, die an einer Fortführung dieser Studien und des Rankings interessiert sind. In den USA fand die Untersuchung bereits ein großes Echo, so zum Beispiel an der Universität in Tennessee/Knoxville. Auf der Konferenz „Instrumented Identation“, die im Oktober auf Kreta stattfand, wurden die Ergebnisse ebenfalls vorgestellt. Zahnarzt Dr. Dennis Heuer wurde sogleich von einem Wirtschaftsunternehmen zu weiteren Messungen in die USA eingeladen.

Weitere Informationen erteilen Dr. Norbert Schwarzer, Telefon (01 73) 366 73 59, E-Mail n.schwarzer@esae.de, Dr. med. Dennis Heuer, Telefon (03 42) 360 45 57, E-Mail dennis-heuer@freenet.de, Dr. Thomas Chudoba, Telefon (03 51) 269 53 45, E-Mail t.chudoba@asmec.de und Prof. Dr. Frank Richter, Telefon (03 71) 531 80 46, E-Mail f.richter@physik.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
11.11.2005

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