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"Wiedervereinigung" der Fabrikplaner von Ost und West

VDI-Richtlinie "5200 Fabrikplanung" des Vereins Deutscher Ingenieure vereinheitlicht die Begriffswelt und die planerische Vorgehensweise in der Bundesrepublik

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Prof. Dr. Peter Nyhuis (l.), Leiter des Instituts für Fabrikanlagen und Logistik der Universität Hannover, und Prof. Dr. Egon Müller, Inhaber der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb der TU Chemnitz, gehören zu den Experten, welche die neue VDI-Richtlinie erarbeitet haben. Foto: Maik Jähne

Wer bisher ein Fabrikplanungsprojekt abwickeln musste, sah sich einer heterogenen Begriffswelt gegenüber. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen hatten die Qual der Wahl zwischen verschiedenen ost- oder westdeutschen Lehrmeinungen in Bezug auf das empfohlene planerische Vorgehen. Damit ist jetzt Schluss. Die "Wiedervereinigung" in Deutschland auf dem Gebiet der Fabrikplanung hat stattgefunden. Sie äußert sich in einer standardisierten und leicht verständlichen VDI-Richtlinie als Handlungsleitfaden für Fabrikplaner. Ihr unspektakulärer Name: Richtlinie VDI 5200 - Fabrikplanung - Blatt 1 - Planungsvorgehen.

Die in dieser Richtlinie festgelegten Begriffe und Vorgehensweisen sind geeignet für die Planung von Fabriken zur Stückgutproduktion. Das zwölfseitige Papier richtet sich an firmeninterne und firmenexterne Planer sowie Auftraggeber von Fabrikplanungsprojekten. Die Richtlinie unterstützt ein methodisches Planungsvorgehen und eine zielgerichtete Auswahl von Planungsleistungen. Die getroffenen Festlegungen zeigen die Verbindung zwischen produktionsbezogener Fabrikplanung und architektonischer Gebäudeplanung im Planungsablauf und verbessern damit deren zeitliche und inhaltliche Koordination.

Unter Mitwirkung der Professur Fabrikplanung und Fabrikbetrieb der Technischen Universität Chemnitz wurde diese Richtlinie innerhalb einer Arbeitsgruppe des VDI-ADB-Fachausschusses "Fabrikplanung" über fünf Jahre hinweg entwickelt. Fachlich einschlägige Institute aus angewandter Forschung und Wissenschaft sowie mehrere namhafte Planungsbüros aus ganz Deutschland brachten ihr Wissen und ihre Praxiserfahrungen ein.

"Diese Richtlinie soll der hohen Bedeutung effizienter Fabriken sowie den geänderten Anforderungen an die Produktion Rechnung tragen. Die eingeführten Begriffe dienen dazu, die Kommunikation aller Beteiligten über Fachgrenzen hinweg zu vereinfachen. Die entwickelte Vorgehensweise unterstützt eine zeitgemäße, methodisch abgesicherte Fabrikplanung und zeichnet sich insbesondere durch ihre Praxisnähe aus", versichert Prof. Dr. Egon Müller. Diese, aber auch alle anderen VDI-Richtlinien, können in Bibliotheken oder Datenbanken eingesehen sowie über den Beuth Verlag bezogen werden.

Weitere Informationen erteilt Dr. Jörg Ackermann, Telefon 0371 531-35306, E-Mail joerg.ackermann@mb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
20.02.2009

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