Telefonisches KI-Audioguidesystem TELLO wird an fünf „PURPLE PATH“-Kunstwerken erprobt
Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz untersucht die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit eines telefonischen Informationsangebots an regionalem Kunst- und Skulpturenweg
Im Rahmen eines Machbarkeitsprojekts der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement (Leitung: Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann) der Technischen Universität Chemnitz wird aktuell gemeinsam mit der Mobile-Etage GmbH und der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025 gGmbH das telefonische KI-Audioguidesystem TELLO an fünf Kunstwerken des Kunst- und Skulpturenwegs „PURPLE PATH“ in der Region Chemnitz erprobt. Dieses System ermöglicht Besucherinnen und Besuchern, per Telefonanruf Informationen zu den Kunstwerken im öffentlichen Raum abzurufen. Darüber hinaus können sie Hinweise zu nahegelegenen Gastronomiebetrieben, Haltestellen und weiteren Angeboten in der Umgebung erhalten. Für die Nutzung sind weder eine zusätzliche App noch ein spezielles Endgerät erforderlich.
Der Kunst- und Skulpturenweg „PURPLE PATH“ ist eine Ausstellung zeitgenössischer Kunst unter freiem Himmel und eines der großen bleibenden Projekte der Kulturhauptstadt Europas Chemnitz 2025. Er verbindet Chemnitz mit 38 Kommunen in Mittelsachsen, dem Erzgebirge und dem Zwickauer Land. Werke regionaler, nationaler und internationaler Künstlerinnen und Künstler stehen dabei im Kontext der jahrhundertealten und bis heute prägenden Geschichte von Bergbau, Handwerk und Industrie. So treten die Kunstwerke in einen Bezug zu ihren jeweiligen Standorten. In Schneeberg etwa verweist die Skulptur „Coin Stack 2“ von Sean Scully sowohl auf Kindheitserinnerungen des Künstlers als auch auf die Geschichte des ersten Bergarbeiterstreiks in Deutschland. Das KI-gestützte Audioguidesystem TELLO bietet Besucherinnen und Besuchern einen niedrigschwelligen Zugang zu diesen Hintergründen und vermittelt Informationen zu diesem und weiteren Kunstwerken und ihren jeweiligen Orten.
„Ziel des Projekts ist es, die technische und wirtschaftliche Umsetzbarkeit von TELLO zu prüfen und Grundlagen für eine mögliche Weiterentwicklung und Skalierung des Systems zu schaffen. Dabei wird untersucht, wie sich ein telefonisches Informationsangebot an unterschiedlichen Kunst- und Kulturstandorten im öffentlichen Raum einsetzen lässt“, sagt Marty Friedrich, Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement.
An den Informationsstelen der Kunstwerke befindet sich jeweils eine Telefonnummer. Besucherinnen und Besucher können diese kostenlos anrufen und sich im Gespräch mit TELLO über das jeweilige Kunstwerk informieren. Die fünf „Points of Interest“ befinden sich an folgenden Standorten:
- Chemnitz: Das Kunstwerk „Oben-Mit“ von Osmar Osten befindet sich in der Chemnitzer Innenstadt, in der Nähe der Kunstsammlungen, der Oper sowie des Haupt- und Busbahnhofs.
- Freiberg: „Trashstone 689“ von Wilhelm Mundt steht in einem frequentierten städtischen Bereich.
- Oelsnitz/Erzgebirge: Die Lichtinstallation „Beyond Horizons 2025“ von James Turrell befindet sich auf dem Gelände der KohleWelt – Museum.Steinkohlenbergbau Sachsen, Pflockenstraße 28.
- Schneeberg: Die Bronzeskulptur „Coin Stack 2“ von Sean Scully steht auf dem Kirchplatz an der St.-Wolfgangskirche im Zentrum der Stadt.
- Annaberg-Buchholz: „Braided Journey“ von Redford architectural fabrics befindet sich am Unteren Bahnhof.
Weitere Informationen erteilt Marty Friedrich, E-Mail marty.friedrich@mb.tu-chemnitz.de.
Mario Steinebach
07.09.2026