Wie Migration Städte prägt: Ausstellung zurück in Chemnitz
Ausstellung „Aufbrüche – Umbrüche: Ein Dialog zwischen Bremerhaven und Chemnitz“ im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2026 im TIETZ zu sehen
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Die Ausstellung „Aufbrüche – Umbrüche: Ein Dialog zwischen Bremerhaven und Chemnitz“ zeigt, wie Migration, Industrialisierung und wirtschaftlicher Wandel die Geschichte beider Städte geprägt haben. Im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2026 ist sie im TIETZ zu sehen. Foto: M. Gerwien
Im Rahmen der Interkulturellen Wochen 2026 in Chemnitz ist die Ausstellung „Aufbrüche – Umbrüche: Ein Dialog zwischen Bremerhaven und Chemnitz“ vom 14. September bis zum 12. Oktober 2026 im Foyer des ehemaligen Kaufhauses TIETZ, Moritzstraße 20, in Chemnitz erneut zu sehen. Zur gemeinsamen Eröffnung am 14. September 2026 um 17:00 Uhr laden Forschenden der Professur für Humangeographie der TU Chemnitz und die Migrationsbeauftragte der Stadt Chemnitz, Etelka Kobuß, ein.
Stadtgeschichte durch Migration erzählt
Die Ausstellung zeigt Migration nicht als Ausnahme oder Randthema, sondern als festen Bestandteil von Stadtgeschichte und als Treiber gesellschaftlichen Wandels. Am Beispiel von Bremerhaven und Chemnitz werden lokale Migrationsgeschichten erzählt und die Besucherinnen und Besucher dazu eingeladen, Gemeinsamkeiten, Unterschiede und neue Perspektiven auf beide Städte zu entdecken.
„Es gibt nicht die eine Migrationsgeschichte einer Stadt. Erst die vielen unterschiedlichen Geschichten von Aufbruch, Ankommen und Bleiben zeigen, wie sehr Migration unsere Städte geprägt hat. Der Blick auf konkrete Orte hilft dabei, die vertraute Stadt neu kennenzulernen“, sagt Prof. Dr. Birgit Glorius, Professorin für Humangeographie an der TU Chemnitz.
Auf den ersten Blick haben Bremerhaven und Chemnitz unterschiedliche Geschichten: Hier die westdeutsche Hafenstadt, dort die ostdeutsche Industriestadt. Doch beide wurden über lange Zeiträume hinweg durch Zu- und Abwanderung, Industrialisierung und wirtschaftlichen Strukturwandel geprägt. Die Ausstellung stellt diese Entwicklungen einander gegenüber und zeigt, wie eng lokale Veränderungen mit überregionalen und globalen Entwicklungen verbunden sind.
Citizen Science und Lehrforschung als Grundlage
Die Ausstellung basiert auf einem Citizen Science-Projekt des Teams der Humangeographie der TU Chemnitz in Kooperation mit dem Deutschen Auswandererhaus Bremerhaven. An der Spurensuche beteiligten sich neben Bürgerinnen und Bürgern aus beiden Städten auch Studierende der TU Chemnitz.
„In unserem Praxisseminar 2024 machten sich Studierende auf die Suche nach Chemnitzer Migrationsbiografien und lernten dabei bekannte Stadtviertel neu kennen. Bei sogenannten Walking Interviews auf dem Sonnenberg ließen sie sich von Migrantinnen und Migranten durch deren Nachbarschaft führen und erfuhren, welche persönlichen Geschichten und Erinnerungen sich mit konkreten Orten verbinden“, erläutert Dr. Hanne Schneider, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Humangeographie.
Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung und Kooperation
Für die Projektidee „Ortstermine: Rekonstruktion lokaler Migrationsgeschichten“ wurde das Team der Professur Humangeographie mit dem Schwerpunkt Europäische Migrationsforschung der TU Chemnitz im Jahr 2023 mit dem „Kalliope-Preis für praxisnahe Migrationsforschung“ des Deutschen Auswandererhauses ausgezeichnet. Der Preis unterstützt Projekte, die wissenschaftliche Erkenntnisse mit praktischer Vermittlungsarbeit verbinden.
Im Rahmen der daraus entstandenen Kooperation mit dem Deutschen Auswandererhaus entwickelte das Team die Ausstellung „Aufbrüche – Umbrüche“, die 2025 erstmals in Chemnitz und anschließend 2026 in Bremerhaven gezeigt wurde. Nun kehrt die Ausstellung nach Chemnitz zurück und ist in Kooperation mit der Migrationsbeauftragten der Stadt Chemnitz Teil der Interkulturellen Wochen 2026.
Veranstaltungshinweise
Ausstellungseröffnung: Montag, 14. September 2026, 17:00 Uhr (Eine Anmeldung ist nicht erforderlich)
Ausstellungszeitraum: 14. September - 12. Oktober 2026
Ort: Foyer im TIETZ, Moritzstraße 20, 09111 Chemnitz
Eintritt: frei
Anne Eichhorn
04.09.2026