Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
TUCaktuell
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 
TUCaktuell Forschung

InnoCarbEnergy geht in die zweite Runde

TU Chemnitz erhält rund fünf Millionen Euro für die Weiterentwicklung nachhaltiger Carbonfasertechnologien in der Außenstelle der Universität in Boxberg/Oberlausitz

Mitte August 2026 ist an der Technischen Universität Chemnitz das Folgeprojekt InnoCarbEnergyPLUS, das unmittelbar an das Landesprojekt InnoCarbEnergy anknüpft, gestartet. Das Großvorhaben mit dem Titel „Integrative Technologien für energie- und ressourceneffiziente Carbonfaser-Fertigungsprozesse am Kraftwerksstandort in Boxberg/Oberlausitz“ wird durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit rund fünf Millionen Euro gefördert und hat eine Laufzeit von vier Jahren.

Ziel des Projekts ist die Entwicklung zukunftsweisender Technologielösungen für die Herstellung, Verarbeitung und Wiederverwertung nachhaltiger, maßgeschneiderter und kosteneffizienter Carbonfasern. Daraus hergestellte carbonfaserverstärkte Kunststoffbauteile werden zu den leistungsfähigsten Strukturen für den „grünen“ Leichtbau zählen. Bereits jetzt zeichnen sich die Komponenten mit Carbonfasern durch ihre sehr hohe Festigkeit im Bereich ultrahochfester Stähle bei gleichzeitig geringem Gewicht aus und finden Anwendungen z. B. in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie, dem Bauwesen, der Sportgerätetechnik sowie in den Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien. Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens stehen neue Materialarchitekturen und ressourcenschonende Fertigungsverfahren, die sowohl die Leistungsdichte der Carbonfaser-Bauteile voll ausschöpfen als auch deren ökologische Bilanz verbessern. Ein besonderer Fokus liegt auf der Entwicklung und Erprobung zukunftsweisender technologischer Ansätze mit hohem Transferpotenzial, um dem noch jungen Hochleistungswerkstoff den Zugang zu einer breiten Anwenderbasis – vor allem in Sachsen – zu eröffnen. Das Projekt ordnet sich dabei vollständig in die strategische Ausrichtung des neuen Forschungsstandorts der Carbon LabFactory Sachsen (CLFS) in Boxberg/Oberlausitz ein, wo sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der TU Chemnitz fortschrittlichen Technologien, Prozessen, Verfahren und Systemen für branchenspezifische Anwendungen widmen werden.

„Mit diesem Projekt leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Erforschung und Entwicklung ressourcenschonender, nachhaltiger und energieeffizienter Carbonfasern sowie deren nachgeschalteter Verarbeitung in textilen und kunststoffverarbeitenden Prozessketten. Das Projekt gestattet es uns, völlig neue Lösungen entlang der Wertschöpfungskette ‚Vom Molekül zum Hochleistungsbauteil‘ zu erarbeiten, die sowohl wissenschaftlich als auch industriell von großer Bedeutung für den Klimaschutz sind“, erklärt Prof. Dr. Lothar Kroll, Leiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung (SLK) und Sprecher der CLFS. Dr. Mario Naumann, Leiter des Forschungsbereichs Carbonfaser- und Verarbeitungstechnologien an der Professur SLK sowie wissenschaftlicher Leiter der CLFS, ergänzt: „Durch den intensiven interdisziplinären Austausch mit Unternehmen beschleunigen wir den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis. Gleichzeitig stärkt das Projekt die Wettbewerbsfähigkeit des Forschungsstandorts Boxberg.“ Das junge CLFS-Team hat mit seinen kreativen und fachlich exzellenten Ideen und Lösungsansätzen wesentlich zum bisherigen Erfolg von InnoCarbEnergy und zur Vorbereitung des Folgeprojekts beigetragen. Unterstützt wurde es dabei von Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern in den beteiligten sächsischen Ministerien, bei den Industriepartnerinnen und -partnern sowie in der Universitätsverwaltung der TU Chemnitz.

Die Besonderheit der Carbon LabFactory Sachsen liegt in der durchgängigen Forschungskette vom Ausgangsmaterial bis zum fertigen Strukturbauteil im Pilotlinienmaßstab. Vergleichbare Forschungsalagen bestehen am Oak Ridge National Laboratory in den USA und bei Carbon Nexus in Australien. „Mit der Bewilligung des Projekts unterstreicht die TU Chemnitz ihre Kompetenz im Bereich moderner Werkstofftechnologien sowie Verarbeitungsverfahren und setzt ein weiteres Zeichen für exzellente Forschung in den Zukunftsfeldern Leichtbau, Ressourceneffizienz und nachhaltige Produktion“, sagt Kroll.

(Autor und Autorin: Dr. Mario Naumann, Sylvia Decker)

Mario Steinebach
17.08.2026

Mehr Artikel zu:

Alle „TUCaktuell“-Meldungen
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.