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Wo Laufmaschen zu Kunstwerken werden

Industriemuseum Chemnitz präsentiert Studienarbeiten von Lehramtsstudierenden der TU Chemnitz zum Thema „Laufmasche“ – Projektkonzept wurde an der Hochschule für Bildende Künste Dresden entwickelt

Eigentlich sind Laufmaschen ein Ärgernis, doch sie können auch inspirieren: Das Zentrum für Lehrkräftebildung und Bildungsforschung (ZLB) der Technischen Universität Chemnitz präsentiert vom 10. Februar bis zum 9. Mai 2026 künstlerische Studienarbeiten zum Thema „Laufmasche“ im Industriemuseum Chemnitz, Zwickauer Straße 119. Die von Silke Trekel und Helen Uhlig, beide Dozentinnen der Professur Fachdidaktik Kunst, konzipierte Ausstellung „What a mesh!“ ist Teil eines Kooperationsprojektes, das die Kuratorin Susanne Greinke von der Hochschule für Bildende Künste Dresden anlässlich der Europäischen Kulturhauptstadt Chemnitz 2025 initiierte.

Vor dem Hintergrund der regionalen Industriegeschichte setzten sich 21 Studierende des Studiengangs „Lehramt an Grundschulen“ an der TU Chemnitz im Fach Kunst in ihrem siebenten Semester inhaltlich wie gestalterisch mit Fehlern und Irritationen sowie dem Zusammenhangsverlust von gestricktem Material auseinander.

„Strümpfe und Strumpfhosen wurden unter Anwendung vielfältiger Textiltechniken in Kunstobjekte überführt. In einer weiteren Übung wurden Elemente der Street Art in Stickereien und Perlenverzierungen umgesetzt“, sagt Prof. Dr. Steffen Wachter, Inhaber der Professur Fachdidaktik Kunst an der TU Chemnitz. So finden sich Graffiti-Tags aus Chemnitz und Umgebung in abstrahierter Form auf rundgestricktem Stoff, der von einer historischen Maschine im Industriemuseum Chemnitz produziert wurde. Die dabei entstandenen Leerstellen wurden nicht repariert, sondern durch eine künstlerische Gestaltung betont – analog zur Kunstform des „Flackings“, bei der beispielsweise Asphaltrisse mit bunten Mosaiksteinen ausgebessert werden.

Die künstlerisch gestalteten Beiträge der Chemnitzer Lehramtsstudierenden werden im Eingangsbereich des Industriemuseums gezeigt. „Die Ausstellung lädt dazu ein, die Laufmasche als Ausdruck von Veränderungsprozessen im Material wie auch im gesellschaftlichen Kontext zu begreifen und das scheinbar Fehlerhafte neu zu betrachten“, so Silke Trekel.

Unterstützt wird die Ausstellung durch die Firma Strumpfwaren Epesa Leukersdorf GmbH, die neben dem Industriemuseum Chemnitz das Material zur Verfügung stellte.

Programmhinweis: Am 16. April 2026 findet um 18:30 Uhr im Foyer des Industriemuseums Chemnitz ein „Künstlergespräch“ zur Ausstellung statt. Moderiert wird es von Prof. Dr. Steffen Wachter, Inhaber der Professur Fachdidaktik Kunst an der TU Chemnitz.

Weitere Informationen zur Ausstellung erteilen Silke Trekel, Telefon 0371 531-37108, E-Mail silke.trekel@zlb.tu-chemnitz.de, und Helen Uhlig, Telefon 0371 531-34488, E-Mail helen.uhlig@zlb.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
10.02.2026

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