Workshop zu komplexen Spin-Systemen bringt Forschende aus Deutschland und Indien zusammen
40 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland und Indien diskutierten vom 17. bis 21. November 2025 am Institut für Physik der TU Chemnitz neueste Ergebnisse zu Unordnung, Topologie und starken Korrelationen in niedrigdimensionalen Systemen
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Am Workshop nahmen neben Forschenden der TU Chemnitz auch Gäste vom IIT Delhi, der Jawaharlal Nehru University (JNU) und dem Jawaharlal Nehru Centre for Advanced Scientific Research (JNCASR) teil. Foto: Institut für Physik
Unter dem Titel „From Disorder to Topology: Innovations in Understanding Complex Spin Systems“ richtete das Institut für Physik der Technischen Universität Chemnitz vom 16. bis 21. November 2025 einen hochkarätigen internationalen Workshop aus. Die Veranstaltung war Teil des gemeinsamen SPARC-GIANT-Projekts „Effects of Strong Correlations in Low Dimensions“ zwischen der TU Chemnitz und dem Indian Institute of Technology Delhi (IITD), gefördert vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) sowie dem indischen Ministerium für Bildung. Ziel des Treffens war es, neueste wissenschaftliche Fortschritte im Bereich stark korrelierter, ungeordneter und topologisch nichttrivialer Spin-Systeme zu diskutieren und die Forschungskooperationen zwischen beiden Ländern weiter auszubauen.
40 Teilnehmende kamen zum Workshop zusammen, darunter zehn Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Indien – vom IIT Delhi, der Jawaharlal Nehru University (JNU) und dem Jawaharlal Nehru Centre for Advanced Scientific Research (JNCASR) – sowie zahlreiche externe Gäste von deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Gastgeber waren Prof. Dr. Martin Weigel und Prof. Dr. Christoph Tegenkamp vom Institut für Physik der TU Chemnitz sowie Prof. Varsha Banerjee und Prof. Sujit Manna vom IIT Delhi.
Das wissenschaftliche Programm war dicht gefüllt: Nach einer ersten Anreise- und Diskussionsrunde einiger Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Sonntag begann der Workshop am Montag mit einer Reihe hochrangiger Fachvorträge. Den Auftakt machte der eingeladene Sprecher Subir Das (JNCASR Bangalore), der über die Kinetik der Phasenordnung in verschiedenen Anfangszuständen und deren teils kontraintuitive Effekte sprach. Im Anschluss präsentierten Forschende aus Chemnitz, Leipzig und Gargee Sharma vom IIT Delhi neue Ergebnisse zu Griffiths-Phasen, frustrierten Ising-Modellen und topologischen Fermionen. Ein anschließender Empfang bot Gelegenheit zum fachlichen Austausch in informellem Rahmen.
Der Dienstag stand im Zeichen moderner experimenteller Ergebnisse im Bereich Spintronik und Oberflächenphysik, präsentiert u.a. vom eingeladenen Referenten Mathias Kläui (Universität Mainz) sowie weiteren Beiträgen aus Delhi und Chemnitz, die Effekte der Berry-Phase, atomarer Unordnung oder Transportphänomene in niederdimensionalen Systemen thematisierten. Ebenso stellte Ramgopal Agrawal (Uni Rom) Studien zum Z2-Gitter-Eich-Modell vor. Eine Poster-Flash-Session sowie eine umfangreiche Posterpräsentation ermöglichten insbesondere Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern, ihre Arbeiten vorzustellen und unmittelbar mit internationalen Expertinnen und Experten zu diskutieren.
Ein kultureller Höhepunkt folgte am Mittwoch: Eine Stadtführung durch Chemnitz und ein gemeinsames Mittagessen boten den Gästen Gelegenheit, die Stadt kennenzulernen. Der Nachmittag war aktuellen Diskussionen insbesondere rund um die experimentelle Infrastruktur und die sich hierzu anbietenden Kooperationsmöglichkeiten gewidmet. Der Tag endete mit einem gemeinsamen Abendessen in der Chemnitzer Innenstadt.
Am Donnerstag und Freitag standen weitere eingeladene Vorträge im Mittelpunkt, unter anderem von Alexander Hartmann (Oldenburg), Matthias Vojta (Dresden), Mathias Bode (Würzburg), Sanjay Puri (JNU), Felix Lüpke (FZ Jülich) und Wolfhard Janke (Leipzig). Die Beiträge reichten von Spin-Glas-Übergängen über topologische Randzustände bis hin zu langreichweitig korrelierter Unordnung im 3D-Ising-Modell. Weitere Fachvorträge aus Chemnitz und Delhi rundeten das Programm ab.
Mit einer Abschlussdiskussion am Freitagmittag endete der Workshop. Die Organisatoren zogen ein äußerst positives Fazit: Die Veranstaltung habe nicht nur bedeutende wissenschaftliche Impulse gesetzt, sondern auch die strategische Partnerschaft zwischen der TU Chemnitz und den indischen Partnerinstitutionen nachhaltig gestärkt.
Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Martin Weigel, Telefon +49 (0) 371 531-34570, E-Mail martin.weigel@physik.tu-chemnitz.de sowie Prof. Dr. Christoph Tegenkamp, Telefon +49 (0) 371 531-34103, E-Mail christoph.tegenkamp@physik.tu-chemnitz.de.
(Quelle: Institut für Physik)
Mario Steinebach
28.11.2025