Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
TUCaktuell
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 
TUCaktuell Forschung

Für eine Wasserelektrolyse ohne „Ewigkeitschemikalien“

Professur Polymerchemie der TU Chemnitz ist beteiligt an einem Verbundprojekt über Wasserelektrolyse mit fluorfreien Polymermembranen zur Herstellung von grünem Wasserstoff

Die Professur Polymerchemie (Leitung: Prof. Dr. Michael Sommer) der Technischen Universität Chemnitz ist an einem neuen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Verbundprojekt „Fluorine-free water electrolysis development (FFWD)“ beteiligt. Das Projekt unter Federführung der Hahn-Schickard-Gesellschaft für angewandte Forschung e. V. und unter Beteiligung der Université de Lorraine, des Start-ups ionysis sowie des führenden französischen Elektrolyseur-Herstellers Elogen hat zum Ziel, fluorfreie saure Polymermembranen hinsichtlich der Anforderungen von großskaligen Elektrolyseuren zu entwickeln.

Elektrolyseure auf Basis der sauren Membranwasserelektrolyse sind bereits kommerziell verfügbar, basieren jedoch meist auf dem Membranmaterial Nafion, das in den Bereich der poly- und perfluorierten aliphatischen Substanzen (PFAS) fällt. Gelangen diese sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ unkontrolliert in die Umwelt, bauen sie sich nicht ab und reichern sich daher an. Die weltweite Verbreitung von PFAS ist aufgrund der fehlenden Abbaubarkeit weit vorangeschritten. Während eine gesamttoxikologische Bewertung noch andauern wird, ist bereits absehbar, dass die Belastung für Tier und Mensch massiv ist. Zwar ist Nafion ein polymerer Vertreter der PFAS-Gruppe und damit selbst weniger kritisch, jedoch werden niedermolekulare PFAS für die Herstellung benötigt. Aus diesen Gründen und vor dem Hintergrund einer möglichen Regulation ist auch aus Sicht der an dem Verbundprojekt beteiligten Forschenden die Entwicklung fluorfreier Alternativen unumgänglich.

„Fluor und die daraus resultierenden polymeren Materialien haben einzigartige Eigenschaften, die hinsichtlich Stabilität und Oberflächeneigenschaften oft unschlagbar sind und für Membranmaterialien ideal erscheinen. Umso herausfordernder ist die Entwicklung von fluorfreien Alternativen, die mindestens vergleichbare Eigenschaften aufweisen“, sagt Prof. Dr. Michael Sommer. Die Anforderungen an protonenleitende Polymermembranen reichen von guten mechanischen und ionenleitenden Eigenschaften über Stabilität bis hin zur wirtschaftlichen Produktion und sind damit breit gefächert. „Einem derart vielfältigen Anforderungskatalog gerecht zu werden, ist eine große Herausforderung. In der Forschung muss man daher zunächst ein fundiertes Bild von Struktur-Eigenschafts-Beziehungen erstellen und sich dann schrittweise der Optimierung einzelner Eigenschaften zuwenden“, fasst Sommer die Herangehensweise der Forschenden zusammen.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Michael Sommer, Telefon +49 (0)371 531-21230, E-Mail michael.sommer@chemie.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
16.04.2025

Alle „TUCaktuell“-Meldungen
Hinweis: Die TU Chemnitz ist in vielen Medien präsent. Einen Eindruck, wie diese über die Universität berichten, gibt der Medienspiegel.

  • Menschen stehen in einer Runde vor dem Campus und schauen zu einer Attraktion

    Studentenwerk Chemnitz-Zwickau feiert Sommerfest

    Auf dem Vorplatz der Mensa auf dem Campus der TU Chemnitz gibt es am 24. Juni 2026 viele Mitmach- und Gratisaktionen – Für ein sommerliches Gefühl sorgen Studierende als TUCdjs mit ihren Musiksets …

  • Eine Frau steht neben einer geöffneten Tür und zeigt in einen Raum, in dem Sitzmöbel stehen.

    Eintauchen in die Vielfalt der TU Chemnitz

    #wirsinddivers: Der 4. Diversity Day der TU Chemnitz am 21. Mai 2026 stellte religiöse Vielfalt in den Mittelpunkt …

  • Frau steht vor einem Tisch

    Nachteilsausgleich im Sommersemester beantragen

    Online-Infoveranstaltung und offene Sprechzeiten unterstützen Studierende mit gesundheitlicher Beeinträchtigung bei der Beantragung von Nachteilsausgleichen innerhalb der Prüfungsphase …

  • Mädchen blickt in einen Monitor

    Physik erleben statt pauken

    Institut für Physik der TU Chemnitz lädt am 16. und 17. Juni 2026 Jugendliche der Klassenstufen 10 bis 12 zu Experimenten, Vorträgen und Forschungseinblicken ein – Anmeldung ist bis 24. Mai 2026 möglich …