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Chemnitzer Technik-Historie gesichert

Zwei Mitglieder der Studenten Initiative Siemens Sachsen e.V. setzten das Flexible Fertigungssystem FMS630 im Industriemuseum Chemnitz in Stand

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Dr. Albrecht Donner von Siemens Chemnitz freut sich gemeinsam mit Thomas Palm und Florian Weiße (v.l.) über die gelungene Instandsetzung des Flexiblen Maschinensystems. Foto: Hannelore Zschocke

"Das FMS630 soll jederzeit für die Besucher des Industriemuseums zur Vorführung bereitstehen. Sollte dieses Ziel nicht erreicht werden, würde es das Aus für die Anlage bedeuten - die Demontage. Damit wäre das letzte noch betriebsfähige FMS 630 verloren" - die TU-Studenten Thomas Palm und Florian Weiße hatten ein klares Ergebnis vor Augen, als sie im Januar 2007 im Chemnitzer Industriemuseum mit der Restaurierung des Flexiblen Fertigungssystems FMS630 der Firma Fritz-Heckert Chemnitz aus dem Jahr 1989 begannen. Florian Weiße studiert Elektrotechnik, Thomas Palm ist Diplomand im Fach Mechatronik. Beide gehören der Studenten Initiative Siemens Sachsen e.V. (SISS) an. "Die Mitglieder der SISS sollen ihre Kompetenzen ausbauen. Bei diesem Projekt stand der Aufbau der Anlage im Vordergrund sowie das Einrichten und Auslegen mechanischer und elektronischer Komponenten. Ein weiteres Ziel war das Kennenlernen der Tradition der Steuerungstechnik in Chemnitz", erklärt Thomas Palm.

Die beiden Studenten führten das Projekt in Kooperation mit dem Industriemuseum Chemnitz und Siemens Chemnitz Automation & Drives durch. Zum FMS630 gehören eine Numerik-Steuerung, die aus zwei Schaltschränken besteht, sowie ein Schienentransportroboter und ein Bearbeitungszentrum. "Es gab Probleme mit dem Programmspeicher und den Motoren. Insgesamt war das FMS630 nur zu zehn bis 15 Prozent vorführbereit", erklärt Florian Weiße den
Ausgangszustand des Projektes, das im Januar 2007 startete. Bei der Chemnitzer Museumsnacht im Mai führten die TU-Studenten die Maschine erstmals der Öffentlichkeit vor, soweit das schon möglich war. "Es fanden sich zahlreiche ehemalige Mitarbeiter der Firmen Heckert, Numerik und Siemens ein. Interesse und Wissen rund um die Anlage waren enorm, was unsere Anstrengungen rechtfertigt und die Wichtigkeit der Sicherung der Chemnitzer Historie auf diesen Gebieten eindrucksvoll untermauert", erzählen Thomas Palm und Florian Weiße. Im November konnten sie ihre Arbeiten abschließen. "Der Umfang des Projekts stellte sich größer dar, als zunächst angenommen", so Thomas Palm. Viele Arbeitsschritte waren nötig, bis das FMS630 nach der Zusammenschaltung der gesamten Anlage den abschließenden Dauertest bestand. Die Studenten tauschten den Programmspeicher aus und verbesserten die Spannungs-Pufferschaltung, passten die Reglerparameter an die nachlassende Magnetisierung der Motoren an, justierten den Aufzug neu und warteten den Motorgeber, unterzogen die Vorverstärker-Baugruppen in beiden Schaltschränken einem Retrofitting, reparierten die Anzeigeeinheit der Steuerung, behoben die Fehler eines Motordrehzahlgebers und passten das Anwenderprogramm an, um eine erhöhte Vorführbereitschaft zu sichern.

Stichwort: Studenten Initiative Siemens Sachsen e.V.

Dass der Sprung von der Hörsaalbank in die berufliche Praxis erfolgreicher verläuft, wenn man sich rechtzeitig darum bemüht, beweist die "Studenten Initiative Siemens Sachsen e.V." (SISS e.V.). Der gemeinnützige Verein fördert seit 2001 die praxisnahe Ausbildung von Studierenden und weckt zudem das Interesse für die regionale Wirtschaft, um einer Abwanderung von Absolventen sächsischer Hochschulen entgegenzuwirken. Derzeit engagieren sich in dieser Initiative 29 Studierende aus den sächsischen Hochschulen TU Chemnitz, Fachhochschule Mittweida, Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig und Westsächsische Hochschule Zwickau. Größter Förderer des Vereins ist die Siemens AG am Standort Chemnitz. Gemeinsam bearbeiten die Studenten praxisnahe Projekte, sowohl mit technischem als auch wirtschaftlichem Hintergrund, um so eine Brücke zwischen Theorie und Praxis zu schlagen.

Die Studenten Initiative Siemens Sachsen e.V. im Internet: http://www.siss-ev.de

Weitere Informationen erteilen Thomas Palm, E-Mail thomas.palm@siss-ev.de, und Florian Weiße, E-Mail florian.weisse@siss-ev.de.

Katharina Thehos
17.12.2007

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