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Roboter für mehr Technikbegeisterung

Nach dem Motto "Warum nicht mal … einen Roboter bauen?" rüsteten Lehrer während einer Fortbildung an der TU Chemnitz ihr Wissen rund um die Elektrotechnik auf

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Mit Freude und Begeisterung programmierten und bastelten Jana Junghans und Uwe Schmidt in der praktischen Phase an ihrem Roboter. Foto: Heiko Kießling

Sommerferien in Sachsen. Mehr als 340.000 sächsische Schüler freuen sich über die freie Zeit, während ihre Lehrer in Weiterbildungen die Schulbänke drücken müssen. So besuchten in den vergangenen zwei Tagen auch 23 sächsische Pädagogen die Lehrerfortbildung "Mobile Roboter in der Schule - eine Anregung für einen fächerverbindenden Unterricht" der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik der TU Chemnitz. Diese wurde von Prof. Dr. Peter Protzel, Inhaber der Professur Prozessautomatisierung, ins Leben gerufen: "Es gibt derzeit mehr als 20.000 Stellen für Ingenieure, die nicht besetzt werden können - und das nicht nur in den High-Tech Hochburgen Deutschlands. Auch im sächsischem Mittelstand werden Fachkräfte händeringend gesucht." Doch das Interesse an einem technischen Studium geht bundesweit zurück. Warum von den angehenden Abiturienten nur wenige ein Ingenieurstudium in Betracht ziehen, kann nur vermutet werden. "Vielleicht liegt es daran, dass auch in der Schule niemand so richtig weiß, was ein Ingenieur eigentlich so macht - auch die Lehrer nicht", erklärt Prof. Protzel seine Intention.

Am ersten Fortbildungstag standen deswegen für die Lehrer Grundlagenvorträge in Messen, Steuern, Regeln, aber auch die Funktionsweise von Mikrocontrollern und ihre Programmierung auf dem Stundenplan. Die direkte praktische Umsetzung ihres frisch erworbenen Wissens mussten sie gleich am nächsten Tag unter Beweis stellen. Mit verschiedenen Roboterbausätzen wurden Konstruktion und Programmierung selbst probiert. Dabei sollte nicht nur ein allgemeiner Überblick gegeben werden. Es wurden auch Möglichkeiten erläutert, wie man beim Bauen und Programmieren eines mobilen autonomen Roboters Themen aus der Physik und Informatik anschaulich vermitteln und verknüpfen kann. Diese Ziele wurden auch nach Meinung von Uwe Schmidt vom Anton-Philipp-Reclam-Gymnasium aus Leipzig und Jana Junghans vom Julius-Motteler-Gymnasium aus Crimmitschau umgesetzt. "Ich unterrichte Informatik und Technik/Computer und habe sehr viele Anregungen für eine AG oder den Profilunterricht in den Klassen neun und zehn bekommen", erklärt die Crimmitschauer Lehrerin, die selbst einmal an der Chemnitzer Universität studiert hat. Eine Arbeitsgemeinschaft Roboter betreut der Leipziger Mathe- und Physiklehrer Uwe Schmidt hingegen schon: "Auch die Bausätze haben wir schon da, aber wie ich von den Kollegen hier gelernt habe, ist es manchmal schon kompliziert und mit viel Geduld verbunden. Deswegen werden wir uns wohl erst einmal einfache Aufgaben wie die Linienverfolgung als Ziel setzen. Der erste Roboter soll aber Weihnachten fertig sein." Vor allem der praktische Teil wurde von den Teilnehmern sehr geschätzt. Sich selbst auszuprobieren und zu basteln scheint wohl der beste Weg zu sein, auch bei seinen Schülern zukünftig Neugierde zu wecken. Wie viel Spaß es den Schülern macht, den Schulalltag mit Robotern zu bereichern, berichtete während der Fortbildung auch Sven Bytomski vom Lessing-Gymnasium in Plauen. Er gab seine Erfahrungen weiter, die er mit seinen Schülern bei der Teilnahme am bundesweiten Schülerwettbewerb "RoboKing" gesammelt hat.

"Wir wollten mit dieser Fortbildungsveranstaltung die Begeisterung für die Technik an die Lehrer weitergeben. Das haben wir meines Erachtens auch geschafft. Wir hatten sehr viele interessierte Teilnehmer und haben ihnen so viel Wissen vermittelt, dass eine direkte Umsetzung in einen fächerübergreifenden Unterricht möglich ist", so Prof. Protzel.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Peter Protzel, Inhaber der Professur Prozessautomatisierung, Telefon (03 71) 5 31 - 24 120, E-Mail protzel@etit.tu-chemnitz.de.

(Autorin: Nicole Leithold)

Katharina Thehos
25.07.2007

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