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Pressemitteilung vom 14.04.2015

Wundersames und Informatives im Schulmuseum

16. Chemnitzer Museumsnacht: Die TU lädt am 9. Mai 2015 zu unterhaltsamer Physikstunde nach Ebersdorf ein – Zudem eröffnet eine Ausstellung zur Reformpädagogik

Eine Nacht voller Entdeckungen verspricht die 16. Chemnitzer Museumsnacht am 9. Mai 2015, an der sich auch die Technische Universität Chemnitz beteiligt. Im historischen Klassenzimmer des Schulmuseums Ebersdorf, Silcherstraße 1, wird Dr. Sascha Gruner vom Schülerlabor "Wunderland Physik" für kleine und große Zuschauer verblüffende Versuche im Spektrum zwischen eiskalt und feuerheiß präsentieren. Dabei beantwortet er unter anderem die Frage, ob mit Feuer Töne erzeugt werden können. Diese und weitere unterhaltsame Schulstunden finden an diesem Abend zwischen 18 und 0.30 Uhr im Wechsel statt. Dabei tritt auch Adam Ries alias Dr. Norman Bitterlich auf, der den berühmten Rechenmeister aus Annaberg-Buchholz während einer historischen Rechenstunde zum Leben erweckt. Bitterlich, der Vorsitzender des Bezirkskomitees Chemnitz zur Förderung mathematisch-naturwissenschaftlich interessierter und begabter Schüler ist, schlüpft wieder einmal ins Adam-Ries-Kostüm und erklärt das Rechnen mit Rechenpfennigen und Rechenbrett.

Eine Sonderausstellung vom Zentrum für Lehrerbildung der TU Chemnitz zur "Reformpädagogik im 20. Jahrhundert" wird zur Museumsnacht ebenfalls eröffnet. "Sie zeigt, dass Chemnitz neben Leipzig und Dresden eine Hochburg der sächsischen Reformpädagogik war", berichtet der Ersteller der Ausstellung und Projektleiter Dr. Lars Förster. Auf Initiative und gemeinsam mit dem Chemnitzer Geschichtsverein hat er eine bereits bestehende Ausstellung um Bilder zur Chemnitzer Reformpädagogik-Historie ergänzt. "Zur Zeit der Weimarer Republik war Chemnitz ein international anerkannter Standort innovativer Schulreformversuche", berichtet Förster. Mit der Bernsdorfer Schule - dem heutigen Johann-Wolfgang-von-Goethe-Gymnasium - und der Humboldtschule - dem heutigen Johannes-Kepler-Gymnasium - habe die Stadt über zwei staatlich genehmigte reformpädagogische Versuchsschulen verfügt. "Deren besondere Bedeutung lag darin, neue pädagogische Wege beschritten zu haben, die in Deutschland beispielgebend waren", so der Historiker und ergänzt: „Zu den Ursachen des Erfolges dieser Versuchsschularbeit zählt nicht zuletzt, dass sie vielfach in Kooperation mit einer sorgfältig konzipierten wissenschaftlichen Begleitung umgesetzt worden war." Es sei deshalb kein Zufall, dass sich Mitte der 1950er Jahre die Humboldtschule als einstige Versuchsschule in eine Polytechnische Oberschule verwandelte und sich als „Übungsschule“ des Pädagogischen Institutes Karl-Marx-Stadt profilierte. Damit befanden sich zwei Institutionen unter einem Dach: zum einen die Polytechnische Oberschule mit Schülern und Lehrern sowie zum anderen das Pädagogische Institut mit Studierenden und Lehrenden. Mehr dazu erfahren Interessenten in der Ausstellung, die nach der Museumsnacht noch bis zum 20. Juni zu sehen ist.

Weitere Informationen zum Ebersdorfer Schulmuseum: http://www.schulmuseum-ebersdorf.de
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