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Pressemitteilung vom 22.12.2011

Mein Buch: Die Orestie

Öffentliche Ringvorlesung "Mein Buch" der Philosophischen Fakultät geht weiter - am 4. Januar 2012 spricht Dr. Wolfram Ette

Die Ringvorlesung "Mein Buch" wird am 4. Januar 2012 um 19 Uhr im Vortragssaal der Chemnitzer Stadtbibliothek im Kulturkaufhaus DAStietz fortgesetzt. Der Eintritt ist frei. Diesmal referiert PD Dr. Wolfram Ette über die "Orestie" von Aischylos.

Das etwa 458 vor Christus vom griechischen Dichter Aischylos geschriebene Stück "Orestie" handelt von der Entstehung der Gesellschaft. "Gesellschaft wird dabei im eigentlichen Sinne verstanden als dasjenige Gemeinwesen, das die Blutsverwandtschaft - Familien- und Stammeszugehörigkeit - als Fundament ihres Zusammenhalts hinter sich lässt", erklärt Dr. Ette und fügt hinzu: "Auf dem Weg zu dieser neuen Ordnung muss sich die Menschengattung mit Konflikten auseinandersetzen, die sie zu zerreißen und zu zerstören drohen: mit tragischen Konflikten also." Der Verfasser der "Orestie" vertrete angesichts dieser Bedrohungen so etwas wie eine Theologie der kommunikativen Vernunft. "Er ist davon überzeugt, dass solche Konflikte sich kollektiv und diskursiv lösen lassen, und die Tragödie ist das Organ solcher gesellschaftlichen Selbstbesinnung des Menschen, eine Instanz also zum Ziel hat, die tragischen Konflikte darzustellen, um sie zu lösen", so der Literaturwissenschaftler.

Wolfram Ette begegnete diesem Buch als er mit Anfang 20 sein Studium an der Freien Universität Berlin begann: "Eine Faszination ging davon aus, die ihren Grund darin hat, dass der von Aischylos vorgeschlagene Weg der tragischen Aufklärung der Gesellschaft über sich selbst uneingelöst geblieben ist." Bis heute fasziniert ihn das Werk des Dichters, das ihn zu Studienzeiten sogar zum Erlernen der griechischen Sprache anregte und auch seinen weiteren akademischen Werdegang prägte: "Meine Magisterarbeit sollte sich, ausgehend von Pindar, auf Aischylos zubewegen - wozu es dann aus Platzgründen nicht gekommen ist - und die Habilitation versucht nichts anderes als die Kritik der Tragödie, die im Abendland von der `Orestie´ ihren Ausgang genommen hat, durch die Geschichte des europäischen Dramas zu verfolgen."

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Bernadette Malinowski, Telefon 0371 531-39511, E-Mail bernadette.malinowski@....
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