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Pressemitteilung vom 30.11.2011

Mein Buch: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

Öffentliche Ringvorlesung "Mein Buch" der Philosophischen Fakultät geht weiter - am 7. Dezember spricht Prof. Dr. Eckhard Jesse

Die Ringvorlesung "Mein Buch" wird am Mittwoch, den 7. Dezember 2011, um 19 Uhr im Vortragssaal der Chemnitzer Stadtbibliothek im Kulturkaufhaus DAStietz fortgesetzt. Der Eintritt ist frei. Diesmal referiert Prof. Dr. Eckhard Jesse, Inhaber der Professur Politische Systeme, Politische Institutionen an der TU Chemnitz, über "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" von Karl R. Popper.

In diesem 1945 veröffentlichten Werk rechnete Popper mit Philosophen und Theoretikern einer "geschlossenen Gesellschaft" ab, zu denen er unter anderem Platon, Hegel und Marx zählte. "Das Buch mit seiner Kritik am Geschichtsdeterminismus an ganzheitlichen Welterklärungen ist indirekt eine leidenschaftliche Ablehnung des Nationalsozialismus und des Kommunismus. Der Versuch, den `Himmel auf Erden´ zu schaffen, führt zur Hölle", erklärt Prof. Jesse.

Schon während seines Politikstudiums an der FU Berlin prägte ihn Karl R. Poppers Buch in der ersten Hälfte der unruhigen 1970er-Jahre: "Sein Plädoyer für Toleranz und Liberalität stand in einem bemerkenswerten Gegensatz zur Realität am Otto-Suhr-Institut. Kapazitäten wie Ernst Fraenkel und Richard Löwenthal erfuhren seinerzeit mehr Ächtung als Achtung. Meine Hinwendung zur Extremismus- und Demokratieforschung ist ohne Popper vielleicht nicht verstehbar."

Als sein Lieblingsbuch sieht Jesse "Die offene Gesellschaft und ihre Feinde" nicht, wohl aber als bewegendes Werk, das ihm die Augen für die Gefahren der Utopien geöffnet hat. "Ein bescheiden gebliebener Wissenschaftler verteidigt in klarer Sprache die oft verschmähten Werte der offenen Gesellschaft", so der Politologe.

Alle Veranstaltungen der Philosophischen Fakultät im Jubiläumsjahr der TU sind nachzulesen unter http://www.tu-chemnitz.de/tu/175jahre/programm.php. Hier sind auch die weiteren Termine der Ringvorlesung vermerkt.

Weitere Informationen erteilt Prof. Dr. Bernadette Malinowski, Telefon 0371 531-39511, E-Mail bernadette.malinowski@....
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