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Pressemitteilung vom 23.10.2009

Über den Runden Tisch in die Politik

Über den Runden Tisch in die Politik
Erich Iltgen, ehemaliger Sächsischer Landtagspräsident, berichtet am 27. Oktober 2009 in der Ringvorlesung "Friedliche Revolution und deutsche Einheit in Sachsen" von seinem politischen Engagement während des Umbruchs

Zur nächsten Veranstaltung der Ringvorlesung "1989/90-2009/10 Friedliche Revolution und deutsche Einheit in Sachsen - Akteure zwischen Konfrontation und Konzession" am 27. Oktober 2009 wird Erich Iltgen, langjähriger Sächsischer Landtagspräsident, seine Erlebnisse und Erfahrungen aus den Jahren 1989/90 schildern. Der Vortrag beginnt um 18 Uhr im Hörsaalgebäude, Reichenhainer Straße 90, Raum N012. Der Eintritt ist frei. Die Veranstaltung ist eine Initiative der Sächsischen Staatsregierung und der Professur Politische Systeme, politische Institutionen der TU Chemnitz. Sie wird gefördert aus Mitteln des Freistaates Sachsen.

Erich Iltgen wurde am 10. Juli 1940 in Köln geboren. Seine Familie siedelte nach Dresden um, wo sie nach dem Krieg sesshaft wurde. Nach seiner Ausbildung zum Landmaschinen- und Motorenschlosser beendete er 1964 sein Fernstudium als Diplom-Ingenieur für Heizung, Lüftung und Sanitär. Danach war er als Gruppenleiter im Kraftwerksanlagenbau und von 1979 bis 1985 als Abteilungsleiter für Investitionen im Sächsischen Serumwerk Dresden angestellt. Anschließend war er bis 1988 als Leiter der Dombauhütte der Kathedrale des Bistums Dresden-Meißen und von 1988 bis 1990 als Bauamtsleiter des Bistums Dresden-Meißen tätig. 1989/90 moderierte der engagierte Katholik Erich Iltgen den Runden Tisch des Bezirkes Dresden, der am 15. Dezember 1989 zu seiner ersten Sitzung zusammentrat. Die Runden Tische, die der zweiten Phase der Friedlichen Revolution ihre Prägung und ihre Programmatik gegeben haben, waren basisdemokratische Instrumente, welche in der Folge vielfach legislative und administrative Aufgaben übernahmen. Als oppositionelle Gruppen und Parteien an den Runden Tischen Verständigung suchten, um den Demokratisierungsprozess unumkehrbar zu machen, fiel dem Runden Tisch in Dresden eine entscheidende und beispielgebende Rolle zu. Er ergriff die Initiative zur Schaffung des Freistaates Sachsen; diese Aufgabe übertrug der Moderator des Runden Tisches Erich Iltgen am 17. Mai 1990 einem Koordinierungsausschuss mit Arbeitsgruppen zu Verfassung, Wirtschaft, Umwelt, Bildung und Wissenschaft sowie zur Vorbereitung des Landtages. An der Seite der Runden Tische der Bezirke Leipzig und Karl-Marx-Stadt stand der Runde Tisch in Dresden für den Beginn eines Prozesses, in dessen Verlauf die Forderungen der Menschen nach Reformen und Demokratie aufgenommen und umgesetzt wurden. Erich Iltgen wirkte 1990 ferner im "Koordinierungsausschuss zur Bildung des Landes Sachsen" als Leiter der "Arbeitsgruppe Landtag" an der Organisation des zukünftigen Landesparlamentes mit. Zudem führte er das im Juli 1990 als Nachfolgeinstrument des Runden Tisches ins Leben gerufene "Sächsische Forum". Der bis dahin parteilose Iltgen trat im Juni 1990 in die CDU ein, kandidierte erfolgreich für den Sächsischen Landtag und wurde mit überwältigender Mehrheit zu dessen Präsidenten gewählt. Nach dreimaliger Wiederwahl in seinem Dresdner Wahlkreis sowie dreimaliger Bestätigung als Landtagspräsident zog sich Erich Iltgen 2009 aus der aktiven Politik zurück. Er erhielt 2009 für sein politisches Lebenswerk das Große Verdienstkreuz mit Stern. Der verheiratete Vater von vier Kindern lebt heute als Pensionär in Dresden.

Weitere Informationen erteilen Prof. Dr. Eckhard Jesse, Telefon 531-27720, E-Mail eckhard.jesse@phil.tu-chemnitz.de oder Dr. Thomas Schubert, Telefon 531-27729, E-Mail thomas.schubert@phil.tu-chemnitz.de.


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