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Pressemitteilung vom 23.06.2004

Neues Graduiertenkolleg im Dienst des Dialogs der Kulturen

Im Dienst des Dialogs der Kulturen
Graduiertenkolleg "Interkulturelle Kommunikation - Interkulturelle Kompetenz" gestartet - Vom 25. bis 27. Juni 2004 findet Symposium mit namhaften Referenten in Chemnitz statt

Dass sich Menschen unterschiedlicher Kulturen begegnen und miteinander kommunizieren, ist in einer globalisierten Welt eine Selbstverständlichkeit. In der wissenschaftlichen Forschung allerdings ist das Thema "Interkulturalität" bislang eher noch ein Randthema. Eine Kooperation des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen mit der Professor Interkulturelle Kommunikation der Technischen Universität Chemnitz soll zu einer Intensivierung der Forschung in diesem Feld beitragen: Mit finanzieller Unterstützung der Hans-Böckler-Stiftung wurde in diesem Jahr das Graduiertenkolleg "Interkulturelle Kommunikation - Interkulturelle Kompetenz" eingerichtet. Im Rahmen des Kollegs werden bislang insgesamt neun Doktorandinnen und Doktoranden bei ihren Promotionsvorhaben betreut und unterstützt. Ein Stipendium wird vom Stifterverband für Deutsche Wissenschaft finanziert. Für das Jahr 2005 werden weitere Stipendien vergeben.

Im Mittelpunkt der zu erarbeitenden Doktorarbeiten stehen Probleme und Potenziale der interkulturellen Kommunikation. Insbesondere soll ermittelt werden, welche Kompetenzen notwendig sind, um am "Dialog der Kulturen" produktiv teilhaben und diesen fördern zu können. "Konflikte haben ihren Ursprung häufig in Kommunikationsproblemen", erläutert Prof. Dr. Jürgen Straub, der an der TU Chemnitz die Professur Interkulturelle Kommunikation innehat. "Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit solchen Problemen dient letztlich dem Ziel der gewaltfreien Regelung von interkulturellen Konflikten, der Überwindung von Verständigungsbarrieren und der ihnen zugrunde liegenden psycho- sozialen Defizite."

Dass sich unter den Doktoranden eine gebürtige Türkin, eine Äthiopierin und andere "bikulturell verwurzelte", "kosmopolitisch" orientierte Personen finden, die u. a. in Äthiopien, Indien oder im Jemen forschen, versteht sich bei dem Thema fast von selbst. In ihren Arbeiten werden sich die Nachwuchswissenschaftler unter anderem mit der Gesprächsfähigkeit von Führungskräften in interkulturellen Arbeitskontexten, mit der Interkulturellen Handlungskompetenz als Schlüsselqualifikation im Europäischen Parlament, mit Problemen interkultureller Kommunikation im Zuge der Umstellung der Stadtverwaltung in Addis Abeba, mit der öffentlichen Selbstpräsentation und Selbstthematisierung von jemenitischen Frauen, mit Erfahrungen und Identitätsbildungsprozessen von Langzeitreisenden in Ladakh, mit israelisch-palästinensischen Bemühungen um Verständigung und Kooperation oder mit Fragen der interkulturellen Arbeit von psycho- sozialen Beratungsstellen und anderen Einrichtungen des Gesundheitssystems in West- und vor allem Ostdeutschland beschäftigen. Eine Auflistung und Kurzbeschreibung aller Dissertationsthemen findet sich auf der Website der Professur Interkulturelle Kommunikation ( http://www.tu-chemnitz.de/phil/ikk ).

Die Arbeitstreffen, Workshops und Tagungen der Kollegiaten finden zumeist in Essen statt, einige jedoch auch an der Chemnitzer Universität. Die Eröffnungsvorträge von Prof. Dr. Peter Burke (Cambridge) und Jürgen Straub sowie das erste Symposium fanden am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen statt. Das zweite Symposium in Chemnitz wird vom 25. bis 27. Juni 2004 veranstaltet und steht unter dem Thema "Das kulturelle Selbst: Perspektiven einer interkulturellen Hermeneutik". Als Referenten werden anwesend sein: Prof. Dr. Jens Brockmeier (New York), Dr. Pradeep Chakkarath (Konstanz), Prof. Dr. Tilmann Habermas (Frankfurt a. M.), Prof. Dr. Thomas Göller (Karlsruhe), Prof. Dr. Shingo Shimada (Halle), Dr. Barbara Zielke (Erlangen). Als Diskutanten wirken außerdem mit: Prof. Dr. Heidrun Friese (Frankfurt a. M.), Prof. Dr. Oesselmann (Unama Universidade da Amazônia/Brasilien).

An der TU Chemnitz wird seit dem Jahr 2000 der international ausgerichtete Magister-Studiengang "Interkulturelle Kommunikation" im Haupt- und Nebenfach angeboten. Für das neue Graduiertenkolleg der Hans-Böckler-Stiftung hat die hiesige Professur Interkulturelle Kommunikation einen eigenen Arbeitsraum eingerichtet und hält Spezialliteratur bereit. Darüber hinaus können die Kollegiaten eigens für das Promotionsstudium eingerichtete Lehrveranstaltungen nutzen (und später selbst solche anbieten). Auch bei den geplanten Auslandsaufenthalten wird der wissenschaftliche Nachwuchs unterstützt.

Wichtiger Hinweis für die Medien: Interessierte Medienvertreter können an dem Workshop "Das kulturelle Selbst", der vom 25. bis 27. Juni 2004 im Schloss Klaffenbach bei Chemnitz stattfindet, teilnehmen. Dort besteht auch die Möglichkeit, mit den anwesenden Referenten ins Gespräch zu kommen und die Kollegiaten kennen zu lernen. Melden Sie sich vorher bitte unter Telefon (03 71) 531 4550 an.

Weitere Informationen finden sich auf der Website der Professur Interkulturelle Kommunikation der TU Chemnitz: http://www.tu-chemnitz.de/phil/ikk .


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