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Pressemitteilung vom 04.12.2003

Schabowski spricht über geteiltes Deutschland

Schabowski spricht über geteiltes Deutschland
Ex-Politbüro-Mitglied und heutiger DDR-Kritiker gibt intime Einblicke in das Verhältnis der DDR-Führung zur Bundesrepublik

Am 9. November 1989 stolperte Günter Schabowski, Agitator und Mitglied des Politbüros der SED, in das Blickfeld der Weltöffentlichkeit. Seine überraschende Ankündigung in einer Pressekonferenz, nach der DDR- Bürger ab sofort in den Westen Deutschlands reisen könnten, brachte über Nacht den Fall der Berliner Mauer. Nach der Wende distanzierte er sich vom politischen System der DDR und verbüßte eine Haftstrafe wegen seiner Mitverantwortung für das unmenschliche Grenzregime. Am 10. Dezember 2003 wird Günter Schabowski zu einem Vortrag an der Technischen Universität Chemnitz erwartet. Ab 15.30 Uhr spricht er zum Thema “Das Verhältnis der DDR zur Bundesrepublik: Politik, Ideologie oder Psychologie?”. Die kostenfreie Veranstaltung, zu der alle Interessierten aus Stadt und Region eingeladen sind, findet im Turmbau der TU Chemnitz, Reichenhainer Str. 70, Hörsaal C 104, statt. Aus seiner intimen Kenntnis als Politbüro-Mitglied kann er kompetent Auskunft geben über die Entwicklung des innerdeutschen Verhältnisses. Als Insider berichtet Günter Schabowski u. a. über das gemeinsam von SPD und SED erarbeiteten Dialogpapier “Der Streit der Ideologien und die gemeinsame Sicherheit” und über die Bemühungen der Regierung Kohl, menschliche Erleichterungen für die Menschen im geteilten Deutschland zu erreichen. Mit seinem Vortrag folgt er einer Einladung von Prof. Dr. Beate Neuss, die an der TU Chemnitz die Professur für Internationale Politik leitet.

Zur Person: Günter Schabowski

Günter Schabowski, Jahrgang 1929, war von 1978 bis 1985 Chefredakteur des "Neuen Deutschlands" und Mitglied der Agitations-Kommission des SED-Politbüros. Ab 1981 gehörte er dem Zentralkomitee der SED und seit 1984 dem Politbüro an. Von 1984 bis 1989 war er 1. Sekretär der Bezirksleitung Berlin der SED. Mit seinen hohen Positionen in Partei, Staat und Medien war Schabowski gut darüber informiert, wie die Bundesrepublik von der DDR-Führung eingeschätzt wurde. Kurz nach der politischen Wende distanzierte er sich von dem politischen System der DDR und setzt sich seither kritisch mit diesem System und der Ideologie des Marxismus auseinander. Wegen “Totschlag und Mitverantwortung für das Grenzregime der DDR” wurde er zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt und nach einem Jahr vom damaligen Berliner Regierenden Bürgermeister Eberhard Diepgen begnadigt. Prof. Dr. Beate Neuss: “Günter Schabowski ist der Einzige aus der Führungsriege der DDR, dem ein kritisches Überdenken der 40 Jahre Sozialismus auf deutschem Boden überzeugend gelungen ist.”

Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Beate Neuss, Professorin für Internationale Politik der TU Chemnitz, unter Telefon (03 71) 531 84 04 oder per E-Mail beate.neuss@phil.tu-chemnitz.de .


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