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Pressemitteilung vom 28.09.2001

Insel-Romantik in schauerlicher Kulisse

Insel-Romantik in schauerlicher Kulisse
TU Chemnitz holt die Gesellschaft für Englische Romantik nach Kloster Nimbschen

In einem englischen Schauerroman des frühen 19. Jahrhunderts hätte das Kloster Nimbschen bei Grimma einen idealen Schauplatz abgegeben. Anglistische Literatur- und Kulturwissenschaftler aus Europa und den USA holen das nun nach: Vom 4. bis 7. Oktober 2001 trifft sich die Gesellschaft für Englische Romantik e. V. zu ihrer neunten Internationalen Tagung in unmittelbarer Nähe zur Klosterruine, um sich über die literarische Romantik der Britischen Inseln auszutauschen.

Die Epoche der englischen Romantik erstreckte sich von 1795 bis 1837 und brachte weltweit bekannte Autoren wie Jane Austen, Lord Byron oder Sir Walter Scott hervor. Die von der Professur für Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz vorbereitete Tagung möchte in diesem Jahr allerdings kaum beachteten literarischen und anderen künstlerischen Äußerungsformen dieser Literaturepoche Gehör verschaffen. "Im Mittelpunkt werden bislang wenig erforschte Gattungen wie Reisebericht, Drama und biographische Literatur stehen", erläutert Prof. Dr. Werner Huber, der die Chemnitzer Professur für Anglistische Literaturwissenschaft innehat. "Darüber hinaus wollen wir uns den eher unbekannten Beiträgen walisischer, schottischer und irischer Autoren zur Romantik widmen", so Professor Huber.

Kulturwissenschaftliche Vorträge erweitern die rein anglistisch-literarische Perspektive: Sie rücken besonders die Leistungen romantischer Schriftstellerinnen für den Literaturbetrieb und das sozialreformerische Anliegen romantischer Lyrik in das Blickfeld des wissenschaftlichen Diskurses. Darüber hinaus wird auch anhand der modernen Popmusik der Beweis angetreten, dass romantisches Gedankengut noch heute eine Rolle spielt.

Auch die Nähe zum Verlagszentrum der deutschen Spätaufklärung und Klassik beflügelt: Im Jahr 1797 zog der Verleger Georg Joachim Göschen mit seiner Druckerei von Leipzig nach Grimma und publizierte hier die Werke von Schiller, Goethe, Lessing und A. W. Schlegel. Das Kloster Nimbschen, so vortrefflich es sich als romantische Kulisse geeignet hätte, war tatsächlich der Schauplatz eines historisch belegten biographischen Dramas: Hier lebte Katharina von Bora als Ordensfräulein, bis sie in der Osternacht des Jahres 1523 unter abenteuerlichen Umständen floh, um sich zwei Jahre später mit Martin Luther zu vermählen.

Weitere Informationen gibt Prof. Dr. Werner Huber, Professur Anglistische Literaturwissenschaft der TU Chemnitz, unter Telefon 03 71/ 5 31-42 77 oder per E-Mail werner.huber@phil.tu-chemnitz.de Nähere Informationen zum Tagungsprogramm unter http://www.tu-chemnitz.de/~anglit/


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