Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
Pressemitteilungen
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 

Pressemitteilung vom 16.02.2001

Aktienmarkt und Luftverkehr - ein Fass ohne Boden?

Aktienmarkt und Luftverkehr - ein Fass ohne Boden?
Experten diskutieren in Frankfurt über die bevorstehende Privatisierung von Flughäfen

Im März 2001 wird der Flughafen Amsterdam, im Mai der Flughafen Frankfurt privatisiert. Insgesamt stehen weltweit etwa 35 Flughäfen zur Privatisierung an. Über 50 Milliarden Mark Kapital sucht Wachstum und Rendite. Aktionäre fragen sich: Werden wir vor dem Aktienkauf über Hintergründe der Flughafendebatten, die anstehenden Prozesse und Schadensersatzforderungen ausreichend informiert? Wie weit darf "mein" Flughafen noch wachsen? Reicht die Zeit vor dem Börsengang aus, sich ein Bild über die Chancen und Risiken der neuen Aktie zu verschaffen? Vor diesem Hintergrund veranstaltet die Technische Universität Chemnitz am 1. März 2001 gemeinsam mit dem Rhein-Main-Institut in der Universität Frankfurt (Hörsaal H 2) ein hochkarätiges Symposium zum Thema "Aktienmarkt und Luftverkehr" (Programm: http://www.tu-chemnitz.de/wirtschaft/bwl4/konf.html )

"Auch die Arbeit der Analysten rückt wieder ins Licht der Öffentlichkeit", meint Tagungsleiter Prof. Dr. Friedrich Thießen. Der Börsenexperte der TU Chemnitz berichtet, dass in letzter Zeit zunehmend bezweifelt wird, dass Analysten verlässliche und unabhängige Informationen liefern. Werden die Flughafenaktien wie viele andere Neuemissionen der letzten Jahre schnell platziert, mit unzureichenden Informationen an die Anleger? Wie gehen Analysten mit der Flughafen-Problematik um? Alles Fragen, die auch Thießen nicht beantworten kann.

Schließlich fragt sich auch der Staat: Einer ethisch bedenklichen Gewinnmaximierung der von ihren Abgas- und vor allem Lärmemissionen lebenden Flughäfen müsste er mit entsprechenden Rahmenbedingungen entgegentreten - aber ist dies in seinem Interesse? Das Land Hessen zum Beispiel sieht sich Konflikten ausgesetzt, denn die eigenen Anteile am Frankfurter Flughafen verlieren an Wert, wenn die Rhein-Main-Bewohner geschützt werden. Nordrhein-Westfalen versucht gerade, die ökologisch begründeten Beschränkungen des Düsseldorfer Flughafens zu lockern, um den Verkaufspreis zu steigern. Laxere Regulierungen als bei den Konkurrenzflughäfen wären das richtige Signal an die Aktienmärkte, aber das falsche an die eigenen Bürger. Wie wird und soll sich der Staat in dieser Situation verhalten?

Das Frankfurter Symposium trägt deshalb eine Reihe börsenrelevanter Aspekte zusammen: Sie reichen von den Rahmenbedingungen des EG-Rechts über die Einschätzungen internationaler Finanzanalysten bis hin zu den Positionen gesellschaftlicher Anspruchsgruppen. Aktionärsvertreter berichten über Erfahrungen mit Emissionen kritischer Aktien der letzten Jahre. Die Nachrichtenagentur Reuters stellt ihren neuen Informationsservice vor. Mediziner und Juristen geben einen Überblick über den aktuellen Stand der ökologischen Debatte zu den Flughafenausbauplänen in Deutschland. Am Beispiel des Rhein-Main-Flughafens werden zudem die rechtlichen Rahmenbedingungen des Flughafenbetriebs diskutiert.

Anmeldung: TU Chemnitz, Fakultät für Wirtschaftswissenschaften, Investment Banking, Fax (03 71) 5 31 - 39 65, Tel. (03 71) 5 31 - 41 88


  • Blick in einen vollbesetzten Hörsaal.

    Umfangreicher Service für Studieninteressierte

    Für einen optimalen Start ins Wintersemester 2026/2027: TU Chemnitz bietet neben dem Servicetelefon individuelle Beratungsgespräche und Informationen im Internet an – Einschreibung in zulassungsfreie Studiengänge ist noch bis zum 31. Oktober 2026 möglich …

  • Eine Frau blickt in die Kamera

    Workshop bringt Forschung und Praxis zur Sexarbeit zusammen

    Zwölfter Interdisziplinärer Workshop „Kritische Sexarbeitsforschung“ vom 13. bis 15. November 2026 in Chemnitz. Öffentliche Abendveranstaltung lädt zum Austausch zwischen Forschung und Praxis ein …

  • Ein saniertes Gebäude

    Mit KI reden – und 30 Euro für 45 Minuten verdienen

    Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der TU Chemnitz sucht Versuchspersonen für eine Vor-Ort-Studie zur Interaktion mit KI-gestützten Sprachassistenten …

  • Drei junge Menschen schauen in die Kamera

    TUCgraduate Day am 10. November 2026

    Internationale Forschungsaufenthalte, Netzwerke und Karrierewege sind 2026 die Schwerpunktthemen des TUCgraduate Day der TU Chemnitz – Anmeldung ab sofort möglich …