Springe zum Hauptinhalt
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion
Pressemitteilungen
Pressestelle und Crossmedia-Redaktion 

Pressemitteilung vom 07.02.2001

CeBIT 2001: Kampf dem "Design-Gap"

Die Lücke zwischen Chipentwurf und -herstellung wird kleiner
Kampf dem Design-Gap: Chemnitzer Informationstechniker verkürzen die Entwurfszeiten

Computerchips mit bis zu 100 Millionen Transistoren herzustellen, ist heute in vielen Hightech-Schmieden durchaus möglich. Problematischer gestaltet sich jedoch der Entwurf und dessen Überprüfung. Bei Chips mit vielen Millionen Transistoren vergehen dafür Wochen oder sogar Monate: "Es existiert eine große Lücke zwischen den technologischen Möglichkeiten und der Entwurfsproduktivität", erklärt der Chemnitzer Informationstechniker Prof. Dr. Dietmar Müller. In der Mikroelektronik spricht man deshalb vom sogenannten "Design-Gap". Mit einer neuartigen Modellierungsmethode von Computerchips gelang es nun einem Team von Wissenschaftlern der TU Chemnitz, das von Prof. Müller geleitet wird, diesen Design-Gap zu verkleinern. Erstmals werden die Chemnitzer ihre Forschungsergebnisse vom 22. bis 28. März 2001 auf der CeBIT in Hannover (Halle 16, Stand B 23, Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen") vorstellen. Diese Lösung verkürzt die Entwicklungszeiten um ein Vielfaches und erhöht die Entwurfsicherheit.

Was verbirgt sich hinter der Chemnitzer Entwicklung? Ein Computerchip enthält eine Menge hochkomplexer Funktionsblöcke, welche permanent und sehr schnell untereinander Informationen austauschen. Dazu nötig sind Informationssender und -empfänger, welche die gleichen "Verpackungsregeln" dieser Informationen in einem Datenstrom kennen und anwenden. Diese Verpackungsregeln, die auch als Kommunikationsprotokoll bezeichnet werden, haben entscheidenden Einfluss auf die Geschwindigkeit der Informationsübertragung zwischen den Funktionsblöcken und damit auf die Leistung des Chips. Andererseits bestimmt die Komplexität der Kommunikationsprotokolle den Entwurfsaufwand für die Implementierung und Überprüfung entsprechender "Datenverpacker und -entpacker".

Mit dem an der Professur Schaltungs- und Systementwurf der TU Chemnitz entwickelten Synthesewerkzeug MODIS ist es nun erstmals möglich, solche Kommunikationsprotokolle als Bestandteil der Systemspezifikation in den Entwurf hochkomplexer Systeme zu integrieren. Der Chip-Designer kann in kürzester Zeit verschiedene Kommunikationsprotokolle für den Informationsaustausch zwischen Funktionsblöcken bewerten und Alternativen studieren. Basierend auf einer von ihm vorgegebenen Protokollspezifikation können Hardwareimplementierungen sowohl für den entsprechenden "Datenverpacker" als auch für den "Datenentpacker" generiert werden. Dieser Entwurfsschritt erfolgte bisher in der Regel manuell. Langwierige Implementierungs- und Überprüfungsphasen waren die Folge, da Datenpacker und -entpacker für Entwurfsfehler anfällige und nur mit großem Aufwand zu überprüfende Komponenten darstellen. MODIS erzeugt diese Hardwareimplementierungen ab jetzt nicht nur im gleichen Syntheseschritt, sondern sichert auch die Konsistenz von Datenpacker und -entpacker zu den "Verpackungsregeln" des Datenstroms durch das sogenannte "Correctness by Construction"-Prinzip. Diese Konsistenz musste bisher ebenfalls durch langwierige Simulationen nachgewiesen werden.

Weitere Informationen: TU Chemnitz, Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik, Reichenhainer Straße 70, 09107 Chemnitz, Prof. Dr. Dietmar Müller, Telefon 03 71/5 31-31 95, Fax 03 71/5 31-31 93, E-Mail: dietmar.mueller@infotech.tu-chemnitz.de oder auf der CeBIT vom 22. bis 28. März 2001 in Hannover, Halle 16, Stand B 23 "Forschungsland Sachsen".


  • Werbedisplay zur Online-Befragung

    TUCpanel 2026 ist gestartet!

    Vom 27. April bis zum 8. Mai 2026 haben Studierende der TU Chemnitz die Möglichkeit, ihre Studienbedingungen im Rahmen einer universitätsweiten Online-Befragung aktiv mitzugestalten …

  • BildbeschDrei Mädchen stehen in einer Reihe vor einem Experiment

    Technik erleben: Girls’Day 2026 an der TU Chemnitz

    Großes Interesse an MINT-Angeboten – Schülerinnen sammelten beim diesjährigen Girls´Day praxisnahe Erfahrungen in Technik und Wissenschaft …

  • Porträt einer Frau

    Im Fokus: Bedroh­liche Veränderungen der politischen Kultur

    Prof. Dr. Susanne Rippl vom Arbeitsbereich Politische Soziologie der TU Chemnitz ist Co-Autorin eines Buches, das aufzeigt, wie rechte Narrative die Demokratie unterwandern …

  • Porträt eines Mannes

    Schichtungen im Moment des Hörens

    Konzertsymposium „Schichtungen: Chemnitz, Berlin, Wien. In memoriam Peter Ablinger“ bringt vom 21. bis zum 22. Mai 2026 internationale Komponisten und Interpreten, Installationen, Konzeptkunst und wissenschaftliche Perspektiven an die TU Chemnitz und in die Kunstsammlungen Chemnitz …