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Pressemitteilung vom 06.12.2000

Chemnitzer Wissenschaftler appellieren an alle Abgeordnete

Chemnitzer Wissenschaftler appellieren an alle Abgeordnete
Sparpläne der Staatsregierung gefährden die Perspektiven von Region und Universität

Vor einem weiteren Stellenabbau im Bereich der sächsischen Universitäten haben die wissenschaftlichen Mitarbeiter der TU Chemnitz am 5. Dezember 2000 auf einer hochschulöffentlichen Versammlung gewarnt. Im Vorfeld der Haushaltsberatungen im Sächsischen Landtag weisen sie auf die Folgen hin, die weitere Stellenkürzungen für die Chemnitzer Region, für die Lehre und Forschung an der TU Chemnitz und für die Wissenschaftsentwicklung insgesamt haben würden. Sie fordern die Abgeordneten des Sächsischen Landtages öffentlich auf, dem jetzt zur Diskussion stehenden Einstieg in einen weiteren Personalabbau an den sächsischen Hochschulen nicht zuzustimmen. Die nachfolgend in Auszügen wiedergegebene Stellungnahme der akademischen Mitarbeiter der Chemnitzer Universität (vollständiger Text: http://www.tu-chemnitz.de/stellungnahme ) wird auch von den Professoren, Studierenden und nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern unterstützt:

Wie zahlreiche Hochschul-Rankings und Presseberichte in der jüngsten Vergangenheit zeigen, haben die sächsischen Universitäten und nicht zuletzt die TU Chemnitz in den letzten Jahren ein hohes bundesweites Ansehen erlangt. Sachsen ist nun aber im Begriff, den Ruf seiner Universitäten und seine Zukunftsperspektive für die vielbeschworene Wissensgesellschaft durch Sparmaßnahmen an der falschen Stelle zu zerstören. Innovative Studienangebote, die fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Technik-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften sowie günstige Studienbedingungen haben dazu geführt, dass die Zahl der Studierenden stetig angewachsen ist, die Prognosen für eine weitere Zunahme in den nächsten Jahren sind - selbst unter Berücksichtigung des Geburtenrückgangs - überaus günstig. Heute, in Zeiten stark zunehmender Studierwilligkeit und offener Grenzen, präventiv zu sparen, wäre ein voreiliges und fatales Signal. Eine kleine Universität wie die TU Chemnitz wäre von den Sparplänen besonders schwer betroffen. Es ist zu befürchten, dass der geplante Stellenabbau - aufgrund der befristeten Verträge - in erheblichem Maße den wissenschaftlichen Nachwuchs betrifft. Mit der Streichung von Nachwuchsstellen würde die wissenschaftliche Innovation nachhaltig geschwächt und die personelle Kontinuität an den Hochschulen gefährdet. Die Ausdünnung des Mittelbaus - und dies trifft auf befristete wie unbefristete Stellen zu - würde die Durchführung zahlreicher Forschungsprojekte gefährden. Hier aber werden Gelder in Millionenhöhe eingeworben und hochqualifizierte Arbeitsplätze geschaffen.

Die Technische Universität ist nicht nur der drittgrößte Arbeitgeber der Region, sondern auch ihr wichtigster technologischer und wirtschaftlicher Impulsgeber. Von je zwei Uni-Arbeitsplätzen hängt ein weiterer ab. Wenn im Zusammenhang mit den Sparplänen ganze Studiengänge eingestellt werden müssen, führt das zu einem deutlichen Rückgang der Studentenzahlen und damit zu hohen Einnahmeverlusten für Privatwirtschaft, Stadt und Freistaat. Allein die Konsumausgaben der Chemnitzer Studenten belaufen sich auf 53 Millionen Mark im Jahr.

Weitere Informationen erteilen: Dr. Michael Dög, Tel. 0371 / 531-1846, E-Mail: mdoeg@mb1.tu-chemnitz.de, und Dr. Michael Klemm, Tel. 0371 / 531-4051; E-Mail: michael.klemm@phil.tu-chemnitz.de


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