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Pressemitteilung vom 23.02.2000

Wenn Mieten billiger ist als Kaufen

Maschinenbau / Konstruktionslehre

Wenn Mieten billiger ist als Kaufen Chemnitzer Ingenieure bieten ihre Dienste über das Internet an

Junge Ingenieure kennen es oft gar nicht mehr - das gute, alte Zeichenbrett. Früher stand es in jedem Konstruktionsbüro, doch längst ist es von modernen CAD-Systemen (Computer Aided Design, etwa: Rechnerunterstütztes Entwerfen) abgelöst worden. Mit Hilfe solcher Systeme lassen sich die Entwicklungszeiten eines neuen Produkts drastisch verkürzen - ein wichtiger Vorteil im Wettbewerb.

Allerdings sind ausgereifte CAD-Systeme nicht ganz billig. Das liegt daran, dass sie häufig eine Fülle von Funktionen enthalten, die so gut wie nie oder nur in Sonderfällen benötigt werden. Außerdem wird dadurch der Umgang mit den Programmen recht schwierig: Um sie optimal anzuwenden, benötigt man gestandene und gut ausgebildete Ingenieure. Die Kosten für Programm und Spezialisten gehen letzten Endes in den Preis des fertigen Produkts ein und mindern den wirtschaftlichen Nutzen eines CAD-Systems.

Das es auch anders geht, zeigen jetzt die Chemnitzer Diplom-Ingenieure Ulrich Kertscher und Dirk Pfeiffer. Sie haben, gemeinsam mit Prof. Dr. Erhard Leidich, an der Chemnitzer Uni zuständig für das Fach Konstruktionslehre, ein Verfahren entwickelt, mit dem sich solche Aufgaben über das Internet erledigen lassen. Der Vorteil eines solchen IBG-Systems (Integriertes Berechnungs- und Gestaltungssystem): Es lässt sich rund um die Uhr nutzen, zudem müssen nicht eigens Büroräume bereit gestellt werden. Das System wird nur für die Zeit gemietet, die es tatsächlich genutzt wird, und nicht gekauft. Auf diese Weise lassen sich die Kosten für die Entwicklung eines neuen Produkts erheblich senken. Die Entwickler stellen ihr System erstmals auf der Industriemesse INTEC 2000 vom 1. bis 4. März 2000 in der Chemnitz-Park-Halle in Röhrsdorf vor.

Kertscher und Pfeiffer demonstrieren dort auf einem ganz normalen PC, wie ihr Konstruktionssystem in der Praxis funktioniert. Als Beispiel dient dabei ein Programm, mit dem sich über das Internet die Auslegung von Kurvengetrieben berechnen lässt. Dabei kann der Anwender jederzeit direkt auf das "Wissen" und die Fähigkeiten des Programms zugreifen und ein Modell des künftigen Produkts nach seinen Vorstellungen und Wünschen berechnen lassen. Möglich ist das, weil der Internetbrowser des PCs in der Messehalle auf einen Rechner an der Chemnitzer Uni zugreifen kann, auf dem das Konstruktionsprogramm liegt. Dieses Programm enthält alle Entwurfs-, Auswahl- und Geometriebausteine, die für die Berechnungen nötig sind. Kertscher und Pfeiffer führen vor, wie diese Bausteine im einzelnen zusammen arbeiten und wie man mit entsprechenden Benutzeroberflächen Daten ein- und ausgibt. Interessierte Firmen können sich darüber informieren, wie lange es dauert, derartige Berechnungen über das Internet vorzunehmen. Die Entwickler erläutern dabei auch die technischen Voraussetzungen für den Anwender und Fragen der Sicherheit, etwa Vorkehrungen gegen Datenspionage. Natürlich wird auch darüber gesprochen, was das alles kostet - eigentlich müsste man sagen: wie viel es spart - und wie diese neuartige Ingenieur-Dienstleistung abgerechnet wird. Schließlich hat Mitentwickler Pfeiffer noch eine Menge vor: Er hat mittlerweile die Firma "Internetservice Dirk Pfeiffer" gegründet, die das Berechnungsprogramm auch wirtschaftlich zu einem Erfolg machen soll. Dabei wird das Programm laufend an neue Erfordernisse angepasst - Pfeiffer wird weiterhin mit seinen Kollegen an der Uni zusammen arbeiten.

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik, Straße der Nationen 62, 09107 Chemnitz, Dipl..-Ing. Ulrich Kertscher, Tel. (03 71)5 31-12 06 oder -17 10, Fax (03 71)5 31-16 85 E-Mail: ulrich.kertscher@mb1.tu-chemnitz.de, Internet http://www.tu-chemnitz.de/mbv/KL oder Dipl.-Ing. Dirk Pfeiffer, Geschäftsführer der Firma Internetservice Dirk Pfeiffer, Friedrich-Ebert-Straße 1, 04600 Altenburg, Tel. (034 47)55 15 60, Fax (034 47)55 15 61, E-Mail: dpf@abg-net.de, Internet http://abg-net.de/dpf


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