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Pressemitteilung vom 01.10.1998

"Numerus clausus" im Seniorenkolleg

"Numerus clausus" im Seniorenkolleg
Die erfolgreichste Veranstaltung der Chemnitzer Uni feiert ihr fünfjähriges Jubiläum - und platzt aus allen Nähten

Normalerweise geht es an der Chemnitzer Uni eher beschaulich zu. Drangvolle Enge in den Hörsälen, überfüllte Seminarräume sind hier unbekannt - und das ist einer der Gründe, warum die Uni auch bei Weststudenten immer beliebter wird. Doch keine Regel ohne Ausnahme. Mindestens eine Lehrveranstaltung ist regelmäßig überfüllt: das Seniorenkolleg. Seit dem Wintersemester 1993/94, also seit nunmehr genau fünf Jahren, gibt es diese erfolgreichste Veranstaltung der Uni nun schon.

Klar, daß dies ein Grund zum Feiern ist. Am Dienstag, dem 20. Oktober 1998, um 16.30 Uhr findet deshalb im Uni-Hauptgebäude in der Straße der Nationen 62 eine Festveranstaltung mit erlesenen Gästen statt. Erwartet werden neben Uni-Rektor Prof. Dr. Christian von Borczyskowski unter anderem der Chemnitzer Regierungspräsident Georg Brüggen, der auch die Festansprache hält. Umrahmt wird die Veranstaltung von klassischer Musik. Danach wird's dann spannend: Gleich 100 Senioren bekommen aus der Hand von Kolleg-Leiter Prof. Dr. Roland Schöne ihr Seniorendiplom überreicht. Alle 100 sind schon sieben oder mehr Semester dabei. Und alle 100 haben bisher kaum eine der interessanten Vorlesungen versäumt, haben bei Wind und Wetter, teilweise von weither, ihren Weg nach Chemnitz gefunden.

Der große Erfolg freilich macht den Organisatoren inzwischen Sorge: Sie können schon seit einigen Semestern kaum neue Interessenten aufnehmen. Auch hier gilt: Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Bereits am zweiten Tag der Anmeldefrist mußten in diesem Herbst alle weiteren Bewerber abgewiesen werden - mehr als 350 Menschen passen in den Hörsaal 316 im Uni-Hauptgebäude beim besten Willen nicht hinein. Und auch das neue Hörsaalgebäude an der Reichenhainer Straße wird an der Misere wenig ändern: Dort gibt es zwar einen neuen großen Hörsaal mit 715 Plätzen - doch der liegt zu weit weg, um für die Senioren gut erreichbar zu sein. Einer der Vorteile des Uni-Hauptgebäudes ist es nämlich, daß es verkehrsgünstig direkt neben dem Hauptbahnhof liegt.

Dabei wäre es jedem älteren Menschen zu gönnen, sein Gehirn in den Vorträgen fit zu halten. Auch in diesem Winter ist wieder für jede Menge hochinteressanter Themen gesorgt: Ob es nun um Englisch als Weltsprache geht, um die Erdölvorräte, den Herzinfarkt, die Ursachen von Faschismus und Nationalsozialismus, die Grundlagen des Erbrechts oder ausländische Autoren, die in deutsch schreiben - für jeden ist etwas dabei.

Wie leistungsfähig das Gehirntraining die Senioren hält, kann man daran sehen, daß einige von ihnen sich mittlerweile zu Internet-Experten entwickelt haben: Sie entwarfen in Eigenregie den "Chemnitzer Weiterbildungskalender für Ältere" (zu finden unter http://www.tu-chemnitz.de/phil/ebbw/bildung/kalender.htm#Zus ) mit einem Bildungsangebot für ältere Menschen. Gleich zehn regionale Weiterbildungseinrichtungen sind dort vertreten. Bei der Weiterentwicklung "ihres" Kollegs arbeiten die Chemnitzer Alten zudem mit der Hochschule Mittweida und der Johann-Wolfgang-Goethe-Universität in Frankfurt am Main zusammen. An beiden Orten gibt es ähnliche Einrichtungen wie das Seniorenkolleg.

Ohne tatkräftige Unterstützung wäre das alles allerdings nicht zu organisieren. Besonders die Gesellschaft der Freunde der TU Chemnitz, das Chemnitzer Sozialamt und das Institut für Weiterbildung und Organisationsentwicklung halfen in der Vergangenheit immer wieder, wenn Not am Mann war. Und nicht zuletzt sind es auch die hochkarätigen Referenten aus der TU Chemnitz und von außerhalb, die das Seniorenkolleg zu einem derart durchschlagenden Erfolg werden ließen.

Das diesjährige Seniorenkolleg wird übrigens bereits am 6. Oktober 1998, ausnahmsweise um 14.00 Uhr der Chemnitzer Parteien- und Extremismusforscher Prof. Dr. Eckhard Jesse mit einem brandaktuellen Thema eröffnen - es geht um "Die Folgen der Bundestagswahl 1998".

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Philosophische Fakultät, Professur Erwachsenenbildung und betriebliche Weiterbildung, Reichenhainer Str. 70, 09107 Chemnitz, Prof. Dr. Roland Schöne, (03 71) 5 31-21 04, Fax (03 71) 5 31-44 53, E-mail: roland.schoene@phil.tu-chemnitz.de oder Seniorenkolleg (nur dienstags von 10.00 bis 15.00 Uhr), Tel.(03 71) 5 31-12 26.


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