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Pressemitteilung vom 11.09.1998

Chemie - ja, danke!

Chemie - ja, danke!
Positive Signale auf dem Arbeitsmarkt machen Chemie-Studium attraktiv

Spätestens ab 2003 werden auf dem deutschen Arbeitsmarkt rund 500 Chemiker pro Jahr fehlen. Das befürchten verschiedene Fachverbände, darunter die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh). Seit einigen Jahren nämlich sinkt die Zahl der Studienanfänger in Chemie rapide ab. Schon heute läßt sich vorhersagen, daß in fünf Jahren nur noch rund tausend Chemieabsolventen pro Jahr die Uni verlassen werden. Viel zuwenig, so die Fachleute. Denn allein die Forschungslabors der Industrie benötigen Jahr für Jahr etwa 500 hervorragend ausgebildete Chemiker. In kaum einem anderen Industriezweig liegt der Anteil der Forschung und Entwicklung nämlich so hoch wie hier. Sechs Prozent ihres Umsatzes, in einigen Bereichen - wie etwa der Arzneimittelforschung - gar bis zu 20 Prozent geben die Firmen dafür aus. Weitere 1000 Chemiker werden an den Hochschulen selbst, an Forschungsinstituten außerhalb von Unis, in der Verwaltung und in anderen Wirtschaftszweigen gebraucht. Gar nicht so schlechte Aussichten also für Abiturienten, die Chemie studieren möchten.

Besonders gute Chancen dürften die Absolventen der Chemnitzer Uni haben. Hier studiert man nämlich im bundesdeutschen Vergleich besonders kurz: Mehr als die Hälfte der Chemnitzer Chemiestudenten hat nach 10,2 Semestern bereits ihr Diplom in der Tasche; der deutsche Durchschnittsstudent benötigt fast anderthalb Semester mehr. Traditionell stellen jedoch die großen Chemiefirmen nahezu ausschließlich Absolventen mit Doktortitel ein. Bis dahin braucht ein Chemnitzer Student 16,5, Semester, zwei weniger als an einer deutschen Durchschnittsuni. Schlußlicht in der Statistik ist die Uni Gießen - dort benötigt man sechs Semester länger als in Chemnitz.

Ganz und gar kein Durchschnitt ist die Chemnitzer Uni auch bei ihren Forschungsleistungen. Hier wurden in den letzten Jahren unter anderem neue Turbo-Katalysatoren für die Kunststoffherstellung, beschichtete Kohlenstoffasern, die besonders hohe Temperaturen aushalten und Reaktionsgefäße, die nur so groß wie ein Pfennig sind, entwickelt. Und immer spielte dabei der Umweltschutz eine Rolle. Die Kohlenstoffasern werden zum Beispiel in Keramik-Verbundwerkstoffe eingebettet, aus denen Turbinenschaufeln für Flugzeuge hergestellt werden. Darüber hinaus können die angehenden Chemiker im Nebenfach den Studiengang "Technikfolgen-Umwelt" belegen, der sie außer mit Ökologischer Chemie und Umweltanalytik mit Umweltrecht, Umweltinformatik und Fragen der Wiederverwertbarkeit von Rohstoffen vertraut macht.

Stichwort: Chemische Industrie

Die Chemische Industrie ist nach dem Maschinenbau der zweitgrößte Wirtschaftszweig Deutschlands. Rund 220 Milliarden Mark Umsatz erwirtschaftet sie pro Jahr und trägt so zu etwa sechseinhalb Prozent zum deutschen Bruttosozialprodukt bei. Nahezu die Hälfte aller deutschen Chemieprodukte werden exportiert. Damit hält Deutschland einen Anteil am Weltchemieexport von rund 17 Prozent. Deutsche Firmen wie Bayer, Hoechst oder die BASF sind überall auf der Welt bekannt. Und noch immer ist die Chemie weltweit der Motor der Zukunft.


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