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Pressemitteilung vom 21.10.1997

Eine glückliche Ehe: Maschinenbau und Umweltschutz

Chemnitzer Wissenschaftler machen nachwachsende Rohstoffe technisch nutzbar

Strohfeuer sind geradezu sprichwörtlich - sie brennen schnell ab, wärmen aber kaum. Doch das soll jetzt anders werden: Ingenieure der Chemnitzer Uni haben aus Stroh neuartige, zylindrische Briketts mit einer Dichte von durchschnittlich einem Kilogramm pro Liter hergestellt, die eine große Wärmemenge abgeben und sich umweltneutral verbrennen lassen. Darüber hinaus kommen sie ohne Bindemittel aus, sind schüttfähig und behalten auch bei Transport und Lagerung ihre Form bei.

Die Entwicklung des Chemnitzer Maschinenbauers Prof. Dr. Klaus Nendel wird erstmals auf dem Biomassetag vorgeführt, der am Sonntag, dem 26. Oktober 1997 in verschiedenen deutschen Städten stattfindet. Die Veranstaltung ist bewußt dezentral angelegt. Aus der Region Chemnitz ist die Technische Universität mit dabei, die ihre Forschungsprojekte von 9.00 Uhr bis 12 .00 Uhr in der Reichenhainer Str. 70, Halle F, vorstellt. Neben den Stroh-Briketts zeigen die TU-Wissenschaftler nochmals ein bereits vor einiger Zeit entwickeltes Verpackungsmaterial aus Getreidekleie (siehe unsere Pressemitteilung Nr. 21/97 "Kühlschrank im Kleiekleid", die wir Ihnen auf Wunsch gern noch einmal zusenden).

Aber auch andere Chemnitzer Maschinenbau-Professoren tummeln sich auf dem Gebiet des Umweltschutzes und der nachwachsenden Rohstoffe, Prof. Dr. Eberhard Köhler etwa - Technik und Natur müssen also keine Widersprüche sein. Der Wissenschaftler hat einen neuartigen Verbundwerkstoff entwickelt, dem nicht mehr, wie bisher üblich, Glasfasern, sondern Naturfasern die besondere Festigkeit verleihen. Solche Verbundwerkstoffe sind nicht nur leichter, sie dämpfen auch sehr gut, sind lange haltbar - vor allem auch vollständig wiederverwertbar. All dies macht sie für den Hausbau, aber auch für die Fahrzeugindustrie interessant.

Kunststoffe können zudem auch auf zahlreichen Gebieten erfolgreich durch Naturstoffe ersetzt werden, etwa durch die reichlich vorhandene Stärke. Hier arbeiten die Chemnitzer Wissenschaftler an der Entwicklung eines Verfahrens mit, das es ermöglicht, die Stärke durch Spritzgießen zu verarbeiten.

Weitere Informationen: Technische Universität Chemnitz, Fakultät für Maschinenbau und Verfahrentechnik, Institut für Allgemeinen Maschinenbau und Kunststofftechnik, Reichenhainer Str. 70, 09107 Chemnitz, Prof. Dr. Klaus Nendel, Telefon (03 71)5 31-23 23, e-mail: foerdertechnik@mb3.tu-chemnitz.de; Prof. Dr. Eberhard Köhler, Telefon (03 71)5 31-2297, Fax (03 71)5 31-22 83, e-mail: eberhard.koehler@mb3.tu-chemnitz.de

Übrigens: Beim Unitest des Magazins "Focus" in diesem Sommer landeten die Chemnitzer Maschinenbauer unter 27 Unis auf Platz 5 - als beste Uni in Deutschlands Osten. Im Urteil der Studenten - hier wurde unter anderem Betreuung und technische Ausstattung benotet - kamen sie sogar auf Platz 1.

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