Wissen, was gut ist. Studieren in Chemnitz.






Pressemitteilung vom 12.04.1999

HANNOVER MESSE ´99: Für den Alarm im richtigen Moment

Damit der Alarm im richtigen Moment ausgelöst wird
Intelligente Klassifikatorbox: Überwachungssystem verarbeitet zehn Meßgrößen gleichzeitig

Was haben Werkzeugmaschinen, Kraftwerke und Montageanlagen gemein? Sie können nicht mitdenken und fühlen auch nicht, wenn in ihrem Inneren etwas defekt ist. Ohne Experten, die regelmäßig die Sicherheit überprüfen, kommen diese Systeme oft nicht aus. Erfahrene Ingenieure und Bediener erkennen zwar unerwünschte Schwingungen häufig frühzeitig am Geräusch oder an der Vibration. Doch was passiert, wenn zum Beispiel die Temperatur in einem System kritische Werte erreicht und der Säuregehalt der Flüssigkeit im gleichen System plötzlich zu hoch wird.

Einer Arbeitsgruppe um Prof. Steffen Bocklisch und Dipl.-Ing. Jan-Olaf Sehm hat eine robuste und hochleistungsfähige Überwachungseinrichtung entwickelt, mit der bis zu zehn Meßgrößen gleichzeitig verarbeitet und kontrolliert werden können. Die sogenannte "Klassifikatorbox" arbeitet nicht auf Basis hochkomplizierter mathematischer Modelle sondern auf Grundlage der Klassifikations-Methode, bei der verschiedene Merkmale eines Systems exakt strukturiert und beschrieben werden. Derartige Merkmale können etwa Qualitätsklassen eines Erzeugnisses, Verschleißzustände einer Baugruppe oder Betriebszustände einer Maschine sein. Solange alles normal läuft, überwacht die Box lediglich den Betrieb der Maschinen und Anlagen. Tauchen jedoch Unregelmäßigkeiten auf, werden sie sofort von einem Mikrocontroller in der Klassifaktorbox erkannt. Erstmals präsentieren die Systemtheoretiker der TU Chemnitz ihre Klassifikatorbox vom 19. bis 24. April 1999 auf der Hannover Messe, Halle 18, 1. Obergeschoß, Stand J10, (Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen").

"Natürlich muß man der Box erst beibringen, was ein kritischer Zustand ist und wann auf welche Art und Weise Alarm geschlagen werden muß", mein Jan-Olaf Sehm. Das geschehe, indem man zum Beispiel die Maschine absichtlich mit Überlast fährt oder mit lockeren Schrauben betreibt und genau in dieser Phase wichtige Meßgrößen erfaßt. Jedoch funktioniert diese Lernmethode nicht bei jeder Anlage. Dazu Sehm: "In einem Kernkraftwerk würde man beispielsweise nie ein System in einen kritischen Zustand bringen." In solchen Fällen werden bestimmte Grenzzustände "expertenbasiert", also von Hand in den Computer eingegeben.

Weitere Informationen erteilt: Dipl.-Ing. Jan-Olaf Sehm, Tel. (03 71) 5 31-47 03, Telefax (03 71) 5 31-34 26, E-Mail sehm@infotech.tu-chemnitz.de , http:www.infotech.tu-chemnitz.de/~systemth oder vom 19. bis 24. April 1999 auf der Hannover Messe, Halle 18, 1. Obergeschoß, Gemeinschaftsstand "Forschungsland Sachsen". Vermarktet wird das System über die Gesellschaft für Wissens- und Technologietransfer der TU Dresden mbH (GWT-TUD), Chemnitzer Straße 48b, 01187 Dresden, Telefon 0351/463-1720, Telefax 0351/463-1722.

Foto zum Text: In der Pressestelle der TU Chemnitz können Sie honorarfrei ein Foto anfordern (Bildtext: Jan-Olaf Sehm von der Professur für Systemtheorie der TU hält die neue Klassifikatorbox in der Hand, mit der Störgrößen an einem Getriebe schnell erkannt werden können). Außerdem können wir Ihnen per E-Mail ein Foto senden, das nur die Klassifikatorbox zeigt.