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Wie soll der Energiehandel von morgen gestaltet werden?

Projekt NEMoGrid beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle zur verstärkten Integration verteilter Energieressourcen – Gesucht werden bis Ende Februar 2019 Teilnehmende für Studie

Im Projekt „NEMoGrid“ sollen neue Geschäftsmodelle zur verstärkten Integration von verteilten Energieressourcen entwickelt werden. Die Professur Allgemeine Psychologie und Arbeitspsychologie (Prof. Dr. Josef Krems) an der Technischen Universität Chemnitz hat dabei die Aufgabe, die entwickelten Geschäftsmodelle zur verstärkten Integration von verteilten Energieressourcen auf ihre Konsumenten und Prosumenten-Perspektiven hin zu untersuchen. Beleuchtet werden sollen vor allem die Akzeptanz und mögliche Barrieren für den Einsatz unterschiedlicher Energiegeschäftsmodelle.

Dafür wurde bereits 2018 eine Interviewstudie mit 21 Personen aus Schweden und Deutschland durchgeführt. Die Interviewten sollten drei zukünftige Geschäftsmodelle bewerten. Als besonders innovativ wurde das Geschäftsmodell Peer-2-Peer bewertet. Hier gibt es Nachbarn, die Strom selbst, z. B. mit einer Photovoltaikanlage, produzieren (Prosumenten) und Nachbarn, die Strom konsumieren (Konsumenten). Die Grundidee in diesem Geschäftsmodell ist es, dass Pro-und Konsumenten untereinander über den überschüssigen Strom der Prosumenten verhandeln und eine Selbstversorgungsgemeinschaft bilden. Dieser Handel wird mit Hilfe der Blockchain-Technologie verwaltet. Der Vorteil solch eines Geschäftsmodells liegt darin, dass Energieverluste durch die Übertragung minimiert werden, was sich zeitgleich auf reduzierte Stromübertragungskosten in der Energierechnung auswirkt. Der größte Vorteil besteht in der Möglichkeit der Integration dezentral und lokal produzierter erneuerbar Energie.

Die Ergebnisse der Interviewstudie zeigen, dass jedes der vorgestellten Modelle grundlegend positiv und nützlich bewertet wird, obgleich die wahrgenommene Einfachheit der Nutzung mit zunehmender Komplexität der benötigten Technik niedriger ausfällt. Darüber hinaus haben Pro-und Konsumenten vereinzelt unterschiedliche Ansichten bezüglich der Nützlichkeit sowie der Vor- und Nachteile der diversen Geschäftsmodelle. Diese Perspektivunterschiede sollten auch zukünftig bei der Ausgestaltung innovativer Geschäftsmodelle mit einbezogen werden, um die Partizipation unter den Nutzerinnen und Nutzern zu steigern. Eine ausführliche Beschreibung dieser Studie und weitere Projektergebnisse sind der Projektwebseite http://nemogrid.eu/ zu entnehmen.

Aufbauend auf die Erkenntnisse der Einzelinterviews führt das Team der Psychologen der TU Chemnitz bis Ende Februar eine europaweite Online-Befragung durch, bei der nun detaillierter als zuvor Aspekte der Ausgestaltung einer Nutzerschnittstelle für diese Geschäftsmodelle untersucht werden. Eingeladen sind alle, die Energie für den eigenen Haushalt beziehen oder selbst Energie produzieren (z. B. über eine Photovoltaikanlage). Die englischsprachige Befragung dauert etwa 35 Minuten und es werden unter allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern 5 x 20 Euro verlost.

Zur Online-Befragung NEMoGrid geht es hier. 

Weiteren Informationen zum Projekt und zu Studien erteilen Maria Kreusslein, E-Mail maria.kreusslein@psychologie.tu-chemnitz.de und Susen Döbelt, E-Mail susen.doebelt@psychologie.tu-chemnitz.de.

Mario Steinebach
12.02.2019

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