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Die „Zukunft der Arbeit“ gestalten

Forschungsverbund entwickelt Technologien und Methoden zum mitarbeiterzentrierten Gestalten und Unterstützen menschlicher Arbeit in der Montage mittels virtueller Technologien

  • Junger Mann arbeitet mit VR-Brille an einer Produktgestaltung
    Digitale Informationen in realen Arbeitsumgebungen einblenden mittels Augemented Reality-Brillen, Quelle: Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement

Montageprozesse werden durch ansteigende Produktindividualisierungen immer komplexer. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen müssen flexibel an unterschiedlichen Arbeitsplätzen verschiedene Aufgaben bewältigen. Auch die Arbeitsinhalte wandeln sich vom reinen Montieren mechanischer Bauteile hin zur Integration elektronischer und digitaler Komponenten. Darüber hinaus werden Montagevorgänge automatisiert und den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen komplexe Unterstützungssysteme zur Verfügung gestellt. Dies ändert die Anforderungen an die Beschäftigten und erhöht deren kognitive Beanspruchung. „Lernen durch Erfahrung“ wird immer weniger möglich. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, kommt der Arbeitsgestaltung, dem Anlernen von Arbeitsprozessen sowie der Arbeitsunterstützung eine hohe Bedeutung zu.

Lösungen hierfür will ein nationaler Forschungsverbund unter Leitung der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement der Technischen Universität Chemnitz (Prof. Dr. Angelika Bullinger-Hoffmann) im Forschungs- und Entwicklungsprojekt „VirMont - Mitarbeiterzentriertes Gestalten und Unterstützen menschlicher Arbeit in der Montage mittels virtueller Technologien“ entwickeln. Ziel des Projektes ist es, virtuelle Technologien (Virtual Reality, kurz: VR) zu nutzen, um die Mitarbeiter in die Planung ihrer eigenen Arbeitsplätze mit einzubeziehen sowie neue Montageprozesse anzulernen und zu unterstützen. Hierfür werden neben der TU Chemnitz, an der auch die Professur Werkzeugmaschinen und Umformtechnik am Projekt beteiligt ist, die Deutsche MTM-Vereinigung e.V., die ULT AG, die Zehnder Pumpen GmbH, die YOUSE GmbH sowie die LIVINGSOLIDS GmbH für die nächsten drei Jahre mit insgesamt 1,74 Millionen Euro vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert.

Als Ergebnis des Vorhabens soll es Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen in Unternehmen mit Montagearbeitsplätzen in Zukunft möglich sein, ihren Arbeitsplatz auf intuitive Art mittels VR mitzugestalten und Arbeitsabläufe vorab, in individueller Geschwindigkeit zu trainieren. So soll eine Softwareplattform entstehen, mit der Planer und Planerinnen mit Montagemitarbeitern und - mitarbeiterinnen gemeinsam und in 3D neue Arbeitsplätze gestalten können. Die gleichen Modelle sollen anschließend genutzt werden, um die neuen Arbeitsabläufe individuell und verständlich anzulernen. Darüber hinaus werden die Beschäftigten bei komplexen Arbeitsschritten durch das Einblenden digitaler Informationen direkt am zu montierenden Bauteil bei ihrer Arbeit unterstützt. Durch die Verwendung von sogenannten Augmented Reality (AR)-Brillen, werden die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch Einblenden virtueller Informationen, wie bspw. Montageanleitungen, in der realen Umgebung bei der Ausführung ihrer Tätigkeiten unterstützt.

Die Entwicklung der Softwareplattform, die vor allem auf die Bedürfnisse von kleinen und mittleren Unternehmen zugeschnitten sein soll, basiert auf vorhandenen VR-/AR-Technologien und erfolgt iterativ, orientiert am nutzerzentrierten Entwicklungsprozess. „Die späteren Anwender und Anwenderinnen stehen im Zentrum der Technologieentwicklung. Es werden durch Befragungen und Nutzertests die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Anwender berücksichtigt, um Lösungen mit hoher Gebrauchstauglichkeit erzielen“, berichtet Dr. Frank Dittrich, Clusterleiter an der Professur Arbeitswissenschaft und Innovationsmanagement. „Dies ist besonders wichtig, da der Einsatz neuer Technologien und Prozesse nur gelingt, wenn diese von den Anwendern und Anwenderinnen akzeptiert werden“, so Dittrich weiter. An der Schnittstelle zwischen innovativer Technologieentwicklung und menschengerechter Technikgestaltung angesiedelt, stärkt das Vorhaben damit das Kompetenzfeld „Mensch und Technik“ an der TU Chemnitz.

Stichwort „Zukunft der Arbeit – Mittelstand“:

Ziel der Fördermaßnahme „Zukunft der Arbeit – Mittelstand“ ist es, technisches und soziales Innovationspotenzial mittelständischer Unternehmen zu stärken, um neue Konzepte und Werkzeuge der Arbeitsgestaltung umzusetzen. Die Fördermaßnahme ist Teil der neuen Hightech-Strategie "Innovationen für Deutschland" der Bundesregierung. Sie beruht insbesondere auf dem Programm "Zukunft der Arbeit – Innovationen für die Arbeit von morgen".

Weitere Informationen erteilt Dr. Frank Dittrich, Professur Arbeitswissenschaft und Innovationmanagement, Tel. 0371 531-37878, E-Mail frank.dittrich@mb.tu-chemnitz.de

Mario Steinebach
05.10.2018

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