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Grundstein für Brennstoffzellenfahrzeuge aus Sachsen gelegt

Netzwerktreffen auf dem Campus der TU Chemnitz unterstrich, dass die Brennstoffzelle eine Schlüsseltechnologie für die Mobilität von morgen sein kann

  • Sie vereint das Interesse an der Entwicklung von Technologien und Produkten für Brennstoffzellenelektrofahrzeuge in Sachsen (v.l.): Prof. Dr. Gerd Strohmeier, Rektor der TU Chemnitz; Martin Dulig, stellv. Ministerpräsident des Freistaates Sachsen und Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr; Prof. Dr. Welf-Guntram Drossel, Leiter der Professur für Adaptronik und Funktionsleichtbau in der Produktion an der TU Chemnitz sowie Leiter des Fraunhofer IWU; sowie Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Inhaber der Professur Alternative Fahrzeugantriebe an der TU Chemnitz. Foto: Rico Welzel
  • Etwa 160 Gäste nahmen an der von der Professur Alternative Fahrzeugantriebe der TU Chemnitz organisierten Netzwerkveranstaltung „HZwo:CONNECT“ teil. Foto: Rico Welzel

Mit einer von der Professur Alternative Fahrzeugantriebe der Technischen Universität Chemnitz organisierten Netzwerkveranstaltung feierte Sachsens erstes „InnoTeam“ am 1. Juni 2017 seinen ersten Geburtstag. Unter dem Titel „HZwo:CONNECT“ vereinte das Treffen im VR-Technikum des Fraunhofer-Instituts für Werkzeugmaschinen und Umformtechnik IWU in Chemnitz etwa 160 Partner der HZwo-Projektfamilie, Vertreter der sächsischen Unternehmen und Ministerien, der Wirtschaftsförderungen sowie der Universitäten und Forschungsinstitute. Neben dem gemeinsamen Austausch stand die Weiterentwicklung des Netzwerks hin zu einem Brennstoffzellencluster im Vordergrund.

Das Leuchtturmprojekt "HZwo: Antrieb für Sachsen" vereint die sächsische Wirtschaft und Forschung, mit dem Ziel, eine vollständige Wertschöpfungskette für Brennstoffzellenfahrzeuge im Autoland Sachsen zu schaffen. Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig betonte deren Bedeutung für die Wirtschaft des Freistaates: „Das aus Mitteln unserer ESF-Technologieförderung unterstützte InnoTeam `HZwo: BIP´ zeigt, welche Innovationskraft in unseren sächsischen Hochschulen und Unternehmen steckt. Gerade die Brennstoffzelle kann eine Schlüsseltechnologie für die Mobilität von morgen sein. So können wir hochqualifizierten Menschen hier im Autoland Sachsen auch in Zukunft reizvolle Arbeitsplätze bieten.“ Darüber hinaus sagte er seine Unterstützung zu, die Entwicklung der Technologie in Sachsen weiter voranzutreiben: „Die Zukunft gehört der Smart Mobility und der Elektromobilität – aber eben nicht nur der batteriegestützten.“

Prof. Dr. Thomas von Unwerth, Inhaber der Professur Alternative Fahrzeugantriebe an der TU Chemnitz, betonte, dass eine Transition des Autolandes Sachsen zur Elektromobilität nur erfolgreich umgesetzt werden könne, wenn Industrie und Forschung gemeinsam mit Unterstützung des Landes auch die Technologien  und Produkte für Brennstoffzellenelektrofahrzeuge entwickeln. Zuspruch gab es auch von Dr. Tobias Lösche-ter Horst, Leiter Konzernforschung Antriebe der Volkswagen AG. Den wachsenden Markt für emissionsfreie Antriebe in China sollten aus seiner Sicht Deutschland und das Automobilland Sachsen in Zukunft bedienen können. Thorsten Herbert, Bereichsleiter Verkehr und Infrastruktur der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie GmbH, wies auf den begleitend notwendigen Ausbau der Betankungsinfrastruktur in Deutschland hin und zeigte bestehende Möglichkeiten zur Bundesförderung für zukünftige Projekte auf. 

Mit der Entwicklung einer innovativen und großserientauglichen Bipolarplatte, dem mechanischen Hauptbestandteil von Brennstoffzellenstacks, will das erste „InnoTeam“ in Sachsen, bestehend aus der TU Chemnitz, dem Steinbeis Innovationszentrum und fünf sächsischen Unternehmen, dazu beitragen, Brennstoffzellen kostengünstiger zu produzieren. Dies soll zu einer breiteren Anwendbarkeit führen und einen aktiven Beitrag zur nachhaltigen Mobilität leisten.

Ebenso werden im Rahmen des dreijährigen Vorhabens funktionalisierte und kostengünstige Blechhalbzeuge hinsichtlich ihrer beschädigungsfreien Umform- und Fügbarkeit untersucht. Die eingesetzten Halbzeuge und Anlagen sowie der entstehende Prototyp sichern den beteiligten sächsischen Unternehmen frühzeitig den Zugang zu künftigen Absatzmärkten und einen entscheidenden Technologievorsprung.

Stichwort: „InnoTeams“

Die Zusammenarbeit von Unternehmen, Hochschulen sowie außeruniversitären Forschungseinrichtungen im Rahmen der „InnoTeams“ soll neue Produkte oder technologische Verfahren mit Chancen für eine wirtschaftliche Verwertung hervorbringen. Kooperationsunerfahrene Unternehmen werden so an Partner aus der Wissenschaft herangeführt. Bereits kooperationserfahrenen Unternehmen wird eine Intensivierung der Zusammenarbeit ermöglicht. Zugleich steht der Austausch von Erfahrungen und Kenntnissen zwischen dem beteiligten Personal aus Wissenschaft und Wirtschaft im Mittelpunkt. Die „InnoTeam“-Mitglieder entwickeln dabei ein gegenseitiges Verständnis für die spezifischen Zusammenhänge der jeweils anderen Seite und erlernen neue Arbeitstechniken und Methoden.

Die sächsischen Technologieförderprogramme finanzieren sich aus Mitteln des Freistaates Sachsen und der Europäischen Union. Die Förderung erfolgt über die Sächsische Aufbaubank - Förderbank (SAB).

Kontakt: Karl Lötsch, Telefon 0371 531-35357, E-Mail karl.loetsch@mb.tu-chemnitz.de

Weitere Informationen: https://www.tu-chemnitz.de/projekt/alf/content.php?view=forschungsprojekte&lang=de#projekt32

(Autorin: Kristin Meyer)

Mario Steinebach
02.06.2017

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