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Der Konstrukteur als Künstler

Nach seinem Diplom im Bereich Maschinenbau/Produktionstechnik wurde der Konstrukteur Rainer Wallasch zu einem wichtigen Kopf hinter aktuellen Projekten des Bundesexellenzclusters MERGE

„Ich bin eher jemand, der sich kniffligen Aufgaben annimmt und unter den gegebenen Restriktionen umsetzt“, erklärt Rainer Wallasch. Der Diplomingenieur ist Absolvent der Fakultät für Maschinenbau und blieb danach als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Professur Strukturleichtbau und Kunststoffverarbeitung der Chemnitzer Universität treu. Dazu motiviert hätten den Familienvater nicht nur die familienfreundlichen Arbeitsbedingungen an der TU, sondern auch sein Interesse an Innovation und der Anwendung seiner Kenntnisse in der Forschungspraxis.

Ursprünglich interessierte sich der 32-Jährige für den Bereich des Fahrzeugbaus in einer anderen Stadt, schrieb sich aber schließlich 2005 für den Studiengang Maschinenbau/Produktionstechnik in Chemnitz ein, weil er hier bessere Studienbedingungen vorfand. Forschungsschwerpunkte setzte er im Bereich der Konstruktion sowie der Verarbeitungs-, Antriebs- und Getriebetechnik. Praktisch sammelte er unter anderem Erfahrungen beim lokalen Ingenieursdienstleister IdeeGo und erhielt so die Möglichkeit, im Jahr 2010 an einer Gummituchwaschanlage mitzuwirken. Besonders geprägt haben Rainer Wallasch aber insbesondere seine Studienjahre. „Grundlegende Fähigkeiten habe ich hier erworben“, betont er. Besonders hervorzuheben sei hier sein Diplomprojekt, in dem er sich mit der Entwicklung eines kontinuierlichen Antriebskonzepts für Zusatzanwendungen bei Textilmaschinen beschäftigte. „Ohne das, was sich in der Diplomarbeit gelernt habe, wäre ich später nicht weit gekommen“, resümiert der gebürtig aus Pirna stammende TU-Absolvent.

Damit meint er auch die Realisierung eines aktuellen Großprojekts, das sich in der noch jungen Forschungshalle des MERGE Technologienzentrums bestaunen lässt. In Zusammenarbeit mit der Cetex gGmbH, dem An-Institut für Textil- und Verarbeitungsmaschinen der TU Chemnitz, entstand innerhalb der Exzellenzinitiative eine Pilotanalge für die Orbitalwickeltechnologie. Mit dem vorliegenden Anlagenkonzept sollen endkonturnahe Strukturbauteile großserientauglich durch eine kontinuierliche Verarbeitung von faserverstärkten Thermoplasthalbzeugen hergestellt werden. Das Textilinstitut Cetex setzte wesentliche Komponenten nach Vorgabe und die Anlagensteuerung um. „Ich musste mich auf die Größe der Sache einlassen“, erzählt der Diplomingenieur. „Auch die soziale Kompetenz spielt dabei eine wichtige Rolle“, ergänzt er im Hinblick auf die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Akteuren.

Er selbst weiß, wie man sich mit verschiedenen Wissenschaftlern vernetzt. Beim Bundesexzellenzcluster MERGE ist Rainer Wallasch seit seinem Abschluss im Jahr 2013 im Interagierenden Forschungsbereich IRD A für Halbzeug- und Preformtechnologien tätig. Er bringt sich hier mittels Koordination von Teilprojekten sowie der inhaltlichen Bearbeitung, Beschaffung und Umsetzung von kleineren Konstruktionen ein. „Konstrukteure sind irgendwie auch Künstler, welche die Anwendungen in die passende Form bringen“, erläutert er. Daneben betreut er auch den nachkommenden Ingenieurs-Nachwuchs an der TU Chemnitz: „Ich habe Interesse daran, dass Studenten zu uns kommen, die interessiert sind, Neues auszuprobieren. Ihnen kann ich mein Wissen weitergeben“, so Rainer Wallasch.

Ihm selbst bereitet es große Freude, die Möglichkeit zu haben, eine Entwicklung zu sehen und wie im Fall der Orbitalwickelanlage diese auch in Betrieb nehmen zu dürfen. „Dabei haben mich die Kolleginnen und Kollegen von der Professur SLK und der Getriebetechnik immer unterstützt“, hebt er mit besonderem Dank an Ramon Tirschmann hervor, auf dessen Vorarbeiten Wallasch zurückgriff. Sein Projekt, das sich gegenwärtig noch in der Vorstufe zum Prototyp befindet, will der Konstrukteur jetzt weiter vorantreiben. Auch das Miteinander im Forschungsprozess schätzt der junge Mann sehr. „Durch die hohe Vernetzung mit anderen Professuren, gelingt es über den eigenen Tellerrand hinauszublicken“, führt er an. Für Wallasch erschließt sich die wahre Bedeutung der Mitarbeit in einem solchen Forschungsverbund mit der aktiven Teilnahme daran: „Ich glaube, so richtig verstehen, was es heißt, Mitarbeiter bei MERGE zu sein, kann man es erst, wenn man die Arbeit in diesem Bundesexzellenzcluster selbst erlebt hat“, so sein Resümee.

(Autor: Andy Schäfer)

Mario Steinebach
09.11.2016

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