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Wenn die Fabriken auf Schienen den Bars und Parks weichen

Bei den 7. "Tagen der Industriekultur" findet erstmals in einer historischen Industriehalle das "RAW-Festival" statt - die TU Chemnitz ist mit Projekten und Zukunftsideen einer "Moderne 2.0" vertreten

Im Vorjahr lockten die Chemnitzer "Tage der Industriekultur" 30.000 Besucher an. Diese Zahl wollen die Veranstalter bei der siebenten Auflage vom 23. bis 25. September 2016 gern wieder erreichen. Für Jung und Alt wird viel geboten: So erleben beispielsweise Kindergartenkinder und Grundschüler am Freitag in der Frühschicht hautnah, was Naturwissenschaft und Technik bedeuten. Am Vormittag schrauben, tüfteln und basteln die Kleinen von 8 bis 14 Uhr in kreativen Workshops und erforschen bei kindergerechten Führungen, wie die großen Maschinen und elektrischen Geräte funktionieren. So bietet das Sächsische Textilforschungsinstitut e.V., ein An-Institut der TU Chemnitz, für Fünf- bis Zwölfjährige Rundgänge durch die Welt der Textilproduktionen an. Im Anschluss nehmen die Kleinen beim gemeinsamen Basteln selber Stoff und Schere in die Hand.

Mit dem "Wunderland Physik" der TU Chemnitz begeben sich vier- bis zehnjährigen "Forscher" am Freitagvormittag in ein Schülerlabor. Zwei Gruppen von Kindertagesstätten gehen zukunftsbewegenden Fragen nach: Was treibt das Auto der Zukunft an - Wasser, Sonne oder Wind? Oder alle drei Energiequellen gemeinsam? Spannende Experimente mit Licht und Brennstoffzelle sollen Antwort geben. "Und wenn sich die Sonne bei schönem Wetter zeigt, werden die Nachwuchsphysiker mit Sonnenlicht und Solartechnik kochen", kündigt Laborleiter Dr. Sascha Gruner an.

Premiere während der "Tage der Industriekultur" feiert in diesem Jahr das "RAW-Festival", welches nach seinem Veranstaltungsort benannt wurde: dem ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk. Auf dem historischen Industriegelände an der Emilienstraße versprechen die Veranstalter Samstag und Sonntag vor allem "Kunst und Szene" und ein "großes Familienprogramm". Auch hier beteiligt sich das Schülerlabor der Universität zusammen mit dem Ebersdorfer Schulmuseum am Programm. "Wir werden dort mit Exponaten und Vorführungen Einblicke in den historischen Schulunterricht geben. Im Wechsel dazu werde ich einige kleine physikalische Experimente zeigen", so Gruner.

Beim Festival findet am Samstag ab 19.30 Uhr die "Industry Edition" des Chemnitzer ScienceSlam statt. Mit dabei ist das Gründerteam "E-Partitur" aus der TU Chemnitz mit dem Vortrag "Die anonymen Notenwender" sowie ein weiteres Gründungsteam der Universität, das erklärt, wie man Fahrradspeichen mit Textilien noch leichter macht.

Ergebnisspräsentation des Workshops "Moderne 2.0"

Auch Zukunftsvisionen der besonders kreativen Art finden ihren Platz. Dafür sorgt ein Projekt, an dem unter anderem die Chemnitzer Professur für Werkzeugmaschinen- und Unformtechnik, die Jungen Kunstfreunde Chemnitz und die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen beteiligt waren. Anfang September trafen sich in Chemnitz zwölf Künstler und Ingenieure, unter ihnen auch Studenten und Mitarbeiter der TU Chemnitz, und diskutierten gemeinsam das Schlagwort „Moderne 2.0“. Zuerst entwickelte sich die Diskussion in Richtung verschiedener greifbarer Projekte, welche durch ökonomisch orientierte Denkmodelle geprägt waren. „Dem gegenüber stand der Einwurf, dass Utopien immer seltener im Fokus stehen. Diesen Impuls nahm die Gruppe auf und entlud sich in verschiedenen Ideen. Die Ergebnisse des Workshops sind somit weniger fertige oder prototypenhafte Produkte, sondern Anregungen, aktuelle urbane Entwicklungen und vorhandene Konzepte auf den Kopf zu stellen“, berichtet Frank Weinhold, Sprecher der Jungen Kunstfreunde Chemnitz.

Beim Brainstorming sind zum Beispiel Visionen von Produktionsstätten auf Schienen entstanden: Gegen Feierabend müssen die Bürger nicht den Arbeitsort verlassen, sondern die Arbeitshallen werden auf den Schienen abgefahren und gegen Parks, Kneipen und Flaniermeile eingetauscht. Ein Mobilitätskonzept der Gruppe will zudem das Auto aus der modernen Stadt komplett verbannen. Ihre Ideen präsentieren die Künstler und Ingenieure Samstag und Sonntag in der Zukunftswerkstatt des "RAW-Festivals". Zur Simulation von städtebaulichen Projekten und um Utopien erlebbar zu machen, sollen virtuelle Realitäten vorgeführt werden. Ebenfalls mit im Gepäck der Ausstellung "Moderne 2.0" sind Arbeiten von Studenten der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle und ein Aufsatz des TU Chemnitz Absolventen Dominik Intelmann. Sein Thema: "Verhältnis von Kunst, Technik und Leben – und dem Wagnis, sie vereinen zu wollen".

Weitere Informationen und die Anmeldungen zu den "Tagen der Industriekultur" und dem „RAW“-Festival finden sich unter http://chemnitz-tourismus.de/de/veranstaltungen-erleben/tage-der-industriekultur/

(Autor: Timon Ostermeier)

Mario Steinebach
18.09.2016

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