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Von der Skizze zum fertigen (Elektro-)Rennwagen

Wie bekommt man einen Rennboliden vom Zeichenbrett auf die Straße, behält dabei die Finanzen im Auge und akquiriert Sponsoren? Das macht der T.U.C. Racing e.V. seit Januar 2015 praktisch erfahrbar

  • International und interdisziplinär aufgestellt: das Team des T.U.C. Racing e.V. Foto: Patrick Schubert

Theorie und Praxis können häufig weit voneinander abweichen. Das gilt sowohl im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich, als auch in der Wirtschafts- und Geisteswissenschaft. In nahezu jeder Branche werden von angehenden Absolventen aber Fähigkeiten gefordert, die weit über das an der Hochschule vermittelte Wissen hinausgehen. Mit dem T.U.C. Racing e.V. gibt es seit knapp anderthalb Jahren eine weitere spannende studentische Initiative am Campus der TU Chemnitz, die das Rüstzeug bietet, um junge Akademiker für den Arbeitsmarkt zu wappnen.

Aktuell besteht das T.U.C. Racing Team aus ca. 30 Studenten internationaler Herkunft und verschiedener Studiengänge. Der Verein wurde gegründet, um an der sogenannten Formula Student teilzunehmen, ein internationaler studentischer Konstruktionswettbewerb mit Wurzeln in den USA und der Zielsetzung, einen funktionstüchtigen Formel-Rennwagen zu fertigen. Das Team des T.U.C. hat sich hierbei einem Wagen mit Elektromotor verschrieben und startet aufgrund dessen in einer eigenen Klasse. Ungeachtet der jeweiligen Antriebsart, kommt es bei diesem Wettbewerb jedoch nicht nur auf die Schnelligkeit im Vergleich mit anderen Rennboliden an, sondern vielmehr auf das beste Gesamtpaket aus Fahreigenschaften, Kosten, Komfort und Ästhetik. Deshalb besteht die Formula Student nicht nur aus dynamischen Disziplinen, bei denen die beste Rennperformance der Fahrzeuge entscheidet, sondern auch aus statischen Disziplinen mit Fokus auf die Konstruktion, die Herstellungskosten und dem Business Plan. Das Konzept der Formula Student fand mit den Jahren so großen internationalen Anklang, dass studentische Teams mittlerweile nicht nur in Australien, Japan oder Italien gegeneinander antreten, sondern sich seit 2006 auch in der Formula Student Germany am Hockenheimring messen.

„Unser Team ist aufgeteilt in drei Hauptaufgabenbereiche: Wirtschaft, E-Technik und Mechanik. Das alles unter einen Hut zu kriegen und ein wettbewerbsfähiges Endprodukt zu erschaffen, ist das spannende am ganzen Projekt“, erklärt Kay Wiesner. Der Bachelor-Student ist in der Abteilung Mechanik tätig mit Hauptaugenmerk auf das Bremssystem und kann hier seine Erfahrungen aus dem Studium der Automobilproduktion einbringen. „Wir agieren letztendlich wie ein kleines Unternehmen, in dem jeder nach seinen individuellen Stärken und Kenntnissen eingesetzt ist. Trotzdem leben wir natürlich vom interdisziplinären Austausch“, ergänzt Jacqueline Kaule. Die Masterstudentin der Europäischen Integration engagiert sich im Bereich Wirtschaft und unterstützt das Racing Team vor allem bei der PR-und Öffentlichkeitsarbeit. Beide betonen, dass die Zielgruppe des T.U.C. Racing e.V. nicht nur bei Studenten der MINT-Fächer liegt, sondern „neben zum Beispiel Maschinenbauern und Informatikern auch Wirtschafts- und Geisteswissenschaftler gebraucht werden“.

Das breitgefächerte Aufgabenspektrum bietet den Studenten nicht nur die Möglichkeit, das erlangte theoretische Wissen in der Praxis anzuwenden, sondern im gleichen Atemzug auch die eigenen Soft Skills wie Eigenverantwortung, Zeitmanagement und vor allem Teamfähigkeit auszubauen. „Ich begleite das Fahrzeug nicht nur dabei, wie aus einer Zeichenskizze ein fertig montierter Rennwagen wird“, meint Wiesner, „sondern erlebe auch wie aus individuellen Persönlichkeiten ein Team geschweißt wird.“ „Die Fähigkeit, als Gruppe lösungsorientiert handeln zu können, auch in einem internationalen Umfeld, ist für Arbeitnehmer von höchster Wichtigkeit“, ist sich Jacqueline Kaule sicher.

Aktuell konzentriert sich die gesamte Mannschaft des T.U.C. Racing e.V. auf die „Formula Electric Italy 2016“, die im Juli 2016 am Riccardo Paletti Circuit ca. 45 Minuten entfernt von Parma ausgetragen wird. Dieser Event soll als Richtungsweiser für die Zukunft genutzt werden. Denn neben einem Design Report inklusive ersten Computermodellen müssen sowohl ein ausgeklügelter Business- als auch Kostenplan vorgestellt werden. Ein gutes Abschneiden ist also immens wichtig um sich wettbewerbsfähig zu wissen, insbesondere mit Blick auf das Jahr 2017. Dann geht es für das Team um Kaule und Wiesner an den Hockenheimring, um in der Formula Student Germany nicht nur die Fahne für die TU Chemnitz hochzuhalten, sondern sich auch vor einer Jury aus Experten der Automobilindustrie zu beweisen.

Fernab der laufenden Wettbewerbsvorbereitungen hat das Racing Team aber auch mit ganz grundlegenden Herausforderungen zu kämpfen: „Wir suchen natürlich permanent nach motivierten Mitstreitern, die sich uns langfristig anschließen wollen. Außerdem steht und fällt unser Projekt mit Sponsoren, die uns finanziell und/oder materiell unterstützen“, erklärt Kay Wiesner. Aktuell sucht das Team händeringend nach einer Werkstatt für die Abteilungen Mechanik und E-Technik.

Weitere Informationen für interessierte Studierende und Unternehmen sind unter https://www-user.tu-chemnitz.de/~dhee/ und auf Facebook unter https://www.facebook.com/tuchemnitzracing/ zu finden.

(Autor: Lars Meese)

Katharina Thehos
01.06.2016

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