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Applaus ist das beste Geschenk

Die Studentin Lakshmi Varadharajan gründete mit drei Kommilitoninnen an der TU Chemnitz die indische Tanz-, Musik- und Kulturgruppe „Inergie“

  • Beim Chemnitzer Stadtfest hatte die Gruppe "Inergie" um Sängerin Lakshmi Varadharajan ihren bisher größten Auftritt. Foto: Steve Conrad
  • Die Studentinnen der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik bringen die indische Kultur in ihre Studienstadt. Foto: Steve Conrad
  • Auch beim Jubiläum ihrer Fakultät im Mai 2015 standen sie auf der Bühne. Foto: Mario Steinebach
  • Ihre Premiere erlebte die Gruppe zur Frühlings-Gala der TU Chemnitz im März 2015 im Industriemuseum. Foto: Steve Conrad

Was entsteht, wenn man Lebensfreude, Farben, Kraft, Musik, Tanz, Gesang, kurz: das Wort „Energie“ und das Land „Indien“ zusammenfügt? „Inergie“. Das ist der Name einer indischen Tanz-, Musik- und Kulturgruppe, die sich aus vier Studentinnen der Technischen Universität Chemnitz zusammensetzt: Lakshmi Varadharajan, Vibha Goutham, Rashmi Gawande und Parvaty Dinesh. Sie studieren an der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik. „Deutschland ist unheimlich bekannt was Technologie und Präzision sowie gute Ausbildungsqualität betrifft. Mit Chemnitz haben wir noch dazu so eine schöne Stadt gefunden. Ich bin jetzt seit zwei Jahren hier und es gefällt mir sehr“, schwärmt Lakshmi Varadharajan. Sie ist die Gründerin und Sängerin der Gruppe „Inergie“. Durch indische Events wie das Diwali-Fest, das jährlich in der Mensa der TU Chemnitz gefeiert wird, lernte sie Rashmi Gawande und Parvaty Dinesh kennen. „Ich habe ein Lied gesungen zusammen mit der Band und andere indische Studentinnen haben Tänze aufgeführt. So auch Rashmi und Parvaty“, erinnert sich Varadharajan. Zum ersten Mal gemeinsam auf der Bühne standen die drei Studentinnen dann zur Frühlings-Gala der TU Chemnitz im März 2015 im Industriemuseum. Für Lakshmi Varadharajan ein unvergesslicher Moment: „Diese Nervosität und Vorfreude vergisst man nicht.“ Bei den Besuchern kam die Performance gut an und so war der zweite große Auftritt bald festgezurrt: Zum 50-jährigen Jubiläum der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik Ende Mai 2015 zeigten die drei Studentinnen erneut ihr tänzerisches Können. Hier lernten sie dann auch Vibha Goutham kennen, die die Gruppe seitdem komplettiert.

Die Sängerin Lakshmi Varadharajan stammt aus Chennai, einer Stadt im Südosten Indiens mit geschätzten 4,8 Millionen Einwohnern. Sie erklärt, weshalb die Herkunft der vier Studentinnen eine Bedeutung für das Zusammenspiel der Gruppe hat: In Indien gibt es mehr als 20 verschiedene Amtssprachen und noch mehr Dialekte. Menschen aus dem Norden verstehen Menschen aus dem Süden teilweise nicht, da jede Region in Indien ihre eigene Muttersprache hat. Varadharajan singt somit häufig in Sprachen, die sie gar nicht beherrscht. Die vier Studentinnen können sich mit ihrer jeweiligen indischen Muttersprache untereinander nicht verständigen. Sie reden deshalb miteinander auf Englisch und wenn es an die Liedauswahl geht, achten sie darauf, dass mindestens eine von ihnen den Text versteht. Neben den verschiedenen Sprachen lernt man auch in jeder Region einen anderen Tanz. „Jede von uns ist seit der Kindheit in einer ganz speziellen Form des klassischen Tanzes trainiert“, erklärt Goutham. So sind sie und Gawande in einem nordindischen Tanzstil zu Hause – dem „Kathak“, was so viel wie „Geschichte“ bedeutet. Vibha Goutham erklärt: „Ein Kathakar ist ein Tänzer, der eine Geschichte erzählen will. Dabei spielen viel Fußarbeit und zahlreiche Umdrehungen eine wichtige Rolle.“ Dinesh ist wiederum auf einen Tanz namens „Bharatnatyam“ aus Südindien spezialisiert. Goutham erläutert: „Auch hierbei spielt die Fußarbeit eine große Rolle, jedoch liegt der Fokus auf der Mimik, den Emotionen und Gesten, auch Mudras genannt.“ Doch abgesehen von den Tänzen spielt auch die Musik eine große Rolle. Varadharajan kennt sich mit einer speziellen Form der südindischen, klassischen Musik aus – die karnatische Musik verbindet rhythmische und melodiöse Elemente, die gesanglich vorgetragen werden.

Ihr bisher größtes Event erlebte die Gruppe im August 2015 beim Chemnitzer Stadtfest. Vibha Goutham erinnert sich: „Auf dem Stadtfest hat eine Zuschauerin einfach angefangen mitzutanzen. Es ist schön zu sehen, dass unsere Kultur von anderen Menschen gemocht wird. Wir wünschen uns, dass noch mehr Menschen kommen und sich unsere Performances anschauen. Applaus ist das beste Geschenk, dass uns gemacht werden kann.“ Und Varadharajan fügt dankbar hinzu: „Wir freuen uns so sehr, dass die TU Chemnitz an uns glaubt und uns so viele Möglichkeiten gibt aufzutreten. Ohne diese Hilfe, wäre das nicht möglich.“

(Autorin: Karina Geipel)

Katharina Thehos
04.01.2016

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