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Die TU Chemnitz und die Deutsch-Jordanische Universität haben ein „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet und wollen künftig unter anderem in einem Projekt zur Wasseraufbereitung kooperieren

  • Das „Memorandum of Understanding“ unterzeichneten Prof. Dr. Andreas Schubert (l.) für die TU Chemnitz und Prof. Dr. Anton Mangstl (M.) für die Deutsch-Jordanische Universität. Ein gemeinsames Forschungsprojekt der beiden Universitäten ist an der Professur Anorganische Chemie von Prof. Dr. Heinrich Lang angesiedelt. Foto: Jacob Müller

Der Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden, die Kooperation bei Promotionen und Forschungsprojekten, die Zusammenarbeit mit Wirtschaftspartnern und die gemeinsame Ausrichtung von wissenschaftlichen Veranstaltungen sind die zentralen Inhalte des „Memorandum of Understanding“, das die Technische Universität Chemnitz und die Deutsch-Jordanische Universität in Amman am 3. Dezember 2015 abgeschlossen haben. Prof. Dr. Anton Mangstl, Prorektor an der Deutsch-Jordanischen Universität, war hierzu zu Gast an der Chemnitzer Universität, für die Prof. Dr. Andreas Schubert, Prorektor für Wissens- und Technologietransfer, in Vertretung des Rektors unterzeichnete.

Ein erstes gemeinsames Forschungsprojekt zwischen den beiden Universitäten ist am Institut für Chemie der TU angesiedelt. Es wird in Kooperation mit einem Chemnitzer Unternehmen durchgeführt. Hintergrund ist die im Jahr 2010 von der Völkerversammlung der Vereinten Nationen als Menschenrecht anerkannte Versorgung mit sauberem Wasser. Die Umsetzung dieses Rechtes – also die Bereitstellung von mindestens 20 Litern sauberem Wasser für jeden Menschen am Tag – stellt Schwellen- und Entwicklungsländer vor große Probleme. Auch Jordanien ist hiervon betroffen, vor allem durch den hohen Zustrom von Flüchtlingen aus dem Nachbarland Syrien. Projektziele sind deshalb die Aufbereitung von Brauchwasser für die Landwirtschaft und zur Trinkwasserversorgung sowie die Reinigung von Abwässern. „Gemeinsam erarbeiten die Professur Anorganische Chemie der TU Chemnitz, die Deutsch-Jordanische Universität und ein Chemnitzer Unternehmer ein Konzept, um einen geeigneten Standort für eine Pilotanlage in Jordanien zu bestimmen“, berichtet Prof. Dr. Heinrich Lang, Inhaber der Professur Anorganische Chemie. „Die in Sachsen weiterentwickelte Technologie auf Basis der elektrochemischen Fällung konnte bisher zur Wasseraufbereitung für industrielle Abwässer eingesetzt werden. Für die neuen Einsatzbereiche müssen einzelne Module weiterentwickelt und an örtlichen Gegebenheiten anpasst werden“, erläutert Dr. Alexander Jakob, Mitarbeiter der Professur Anorganische Chemie. Im Rahmen dieses Projektes ist für 2016 eine Sommerschule in Chemnitz geplant, an der 20 Studierende der Deutsch-Jordanischen Universität teilnehmen können.

Gemeinsam mit dem Gründernetzwerk SAXEED, das am Zentrum für Wissens- und Technologietransfer der TU Chemnitz angesiedelt ist, plant die Deutsch-Jordanische Universität ein Projekt im Bereich Entrepreneurship. Ziele sind gemeinsame Aktivitäten, um Studierende zu unterstützen, Ausgründungsmöglichkeiten zu identifizieren und sie mit unternehmerischem Denken vertraut zu machen. Außerdem sollen Partnerschaften zwischen den Hochschulen und der Wirtschaft sowohl in Jordanien als auch zwischen Jordanien und Deutschland auf- und ausgebaut werden.

Einen weiteren Schwerpunkt bildet die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses, also der Masterstudierenden und Promovierenden. Hierzu soll an der Deutsch-Jordanischen Universität ein internationales Doktorandenprogramm umgesetzt werden, wobei die Forschungs- und Studienprogramme von beiden Universitäten gemeinsam entwickelt werden. Basierend auf den Erfahrungen an der TU Chemnitz soll zunächst im Rahmen eines binationalen Sandwich-Programmes die Doktorandenausbildung aufgebaut werden. Die Promotion wird dabei sowohl von einem Hochschullehrer der Deutsch-Jordanischen Universität als auch der TU Chemnitz betreut. Zudem ist die Einrichtung eines „Zentrums für den wissenschaftlichen Nachwuchs“ an der Universität in Amman nach dem Vorbild der TU Chemnitz geplant. Dieses soll dafür sorgen, dass neben den wissenschaftlichen vertiefenden Vorlesungen und Seminaren auch Softskills gelehrt werden und so die Rahmenbedingungen einer Promotion entscheidend verbessern.

Katharina Thehos
10.12.2015

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