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Kunstausstellung „ausgezeichnet! most excellent!“ zeigt moderne Heldenbilder

Dreierkooperation zwischen dem Chemnitzer Künstlerbund e.V., dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden und der Professur Romanische Kulturwissenschaft der TU sorgt für Ausstrahlung

Gibt es heute noch Helden? Und wenn ja, wer sind sie und wie soll man sie erkennen? Diese Fragen bewegten den Chemnitzer Künstlerbund e.V., das Militärhistorische Museum der Bundeswehr in Dresden und die Professur Romanische Kulturwissenschaft der TU Chemnitz. Die Kooperationspartner sendeten Anfang des Jahres ihre Fragen im Rahmen einer Ausschreibung in alle Welt. Das Echo kann sich sehen lassen, denn sie erhielten Antworten von Kunstschaffenden aus 25 Ländern, die Objekte aus den Bereichen Schmuckkunst, Fotografie, Plastik und Videokunst einreichten. Über 100 Kunstwerke wurden von einem siebenköpfigen, international besetzten Kuratorium für die Ausstellung „ausgezeichnet! most excellent!“ ausgewählt. Am 15. November 2015 fand deren feierliche Eröffnung im Wasserschloss Klaffenbach statt, wo die sie noch bis zum 14. Februar 2016 zu besichtigen ist. Die Ausstellung beschäftigt sich insbesondere mit modernen Heldenbildern und den damit verknüpften zeitgenössischen Formen von Ehrungen und Kennzeichnungen.

Laut Aussage von Prof. Ulrike Brummert, Inhaberin der Professur für Romanische Kulturwissenschaft der TU Chemnitz, bietet die Exposition „einen facettenreichen Einblick, reflektiert historische Entwicklungen und pointierte künstlerische Standpunkte zu einem soziokulturellen Thema höchster Aktualität“. In der Ausstellung zu sehen sind auch ausgewählte Beispielen der Auszeichnungskultur aus dem Bestand des Militärhistorischen Museums der Bundeswehr in Dresden, wodurch historische Vergleiche ermöglicht werden. „Es gibt nur äußerst wenig universelle Auszeichnungen, wie den Nobelpreis“, erklärt Brummert und ergänzt: „Auszeichnungen dokumentieren immer ein Wechselverhältnis zwischen dem Ausgezeichneten und einer Gemeinschaft.“ Die in der Kunstausstellung „ausgezeichnet! most excellent!“ gezeigten Werke sind von hohe Emotionalität und Vielschichtigkeit gekennzeichnet: vom Stolz des Individuums auf seine Leistungen und dem der Gemeinschaft auf die herausragende Persönlichkeit über die generelle Ablehnung, Einzelne hervorzuheben bis hin zum Kennzeichnen, Stigmatisieren und Ausgrenzen.

Erwachsen ist die gemeinsame Idee der Ausstellung aus Reflexionen des Projektes „14-18 WAR WAS. Geteilte Erinnerungen“, das gemeinsam von Chemnitzer Institutionen, Museen, Vereinen und Künstlern sowie von der Professur Romanische Kulturwissenschaft getragen wird und sich mit den Verwerfungen des Ersten Weltkrieges auseinandersetzt.

Die Ausstellung im Wasserschloss Klaffenbach ist bis zum 14. Februar 2016 von Dienstag bis Sonntag und an Feiertagen zwischen 11 und 17 Uhr geöffnet. Vorträge, Diskussionen und andere Veranstaltungen zum Themenkomplex begleiten sie. So findet am 15. und 16. Januar 2016 ein Kolloquium statt, das von Studierenden der TU Chemnitz aus den Studiengängen Interkulturelle Kommunikation, Europa-Studien, Germanistik sowie Europäische Geschichte mit kleinen Projekten und Vorträgen unterstützt wird.

Weitere Informationen zur Ausstellung, zum Programm und zum Kuratorium sind zu finden unter http://www.mostexcellent-ausstellung.de.

(Autorin: Katharina Preuß)

Mario Steinebach
24.11.2015

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