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Politikwissenschaft praktisch: Studentische Forschungskooperationen

Studierende der Politikwissenschaft aus Dresden, Leipzig und Chemnitz trafen sich in Leipzig zu einem „Speeddating“, um ihre Forschungsvorhaben zu diskutieren

Dem Reiz des schnellen Flirts im Rahmen eines „Speeddatings“ zu folgen, ist nicht nur ein Weg bei der Partnersuche. Im Rahmen des Lehr-Lernprojekts „Rechtsextremismus und Zivilgesellschaft“ wurde es am 6. November 2015 zu einer Lernmethode für Studierende der Politik- und Sozialwissenschaften der TU Dresden, der Universität Leipzig und der TU Chemnitz. Begleitet von Dozentinnen und Dozenten präsentierten etwa fünfzig Studierende erste Entwürfe ihrer Forschungsvorhaben zu Erscheinungsformen des Rechtsextremismus in Sachsen und zu zivilgesellschaftlichen Reaktionen darauf.

Zunächst standen Thesen und Fragestellungen im Mittelpunkt: Wo sollten die Akzente in den kleinen Forschungsarbeiten liegen – auf einer Akteurs- oder Strukturebene? Wie lassen sich rechtsextremistische Einstellungen und Diskurse sowie institutionelle und zivilgesellschaftliche Interventions- und Präventionsmöglichkeiten untersuchen? Nach dem schnellen Kennenlernen vertieften sich die Gespräche: Ungeachtet einer erfrischenden Vielfalt konnten die Studierenden inhaltliche Schnittmengen und methodische Gemeinsamkeiten zwischen ihren Forschungsprojekten erkennen. Erste Erfahrungen, Hinweise und Ratschläge wurden ausgetauscht. Die Studierenden profitierten abschließend von individuellen Beratungen der Dozentinnen und Dozenten sowie von Gesprächskreisen, in denen die Lehrenden auf häufig gestellte methodische Fragen antworteten. Im Sinne eines „Speeddatings“ ging es um den ersten Kontakt und um mögliche thematische Sympathien, die auf eine längerfristige Beziehung hoffen lassen.

Lehr-Lernprojekt: „Rechtsextremismus und Zivilgesellschaft“

Im Rahmen des standortübergreifenden Lehr-Lernprojekts „Rechtsextremismus und Zivilgesellschaft“ bieten die drei politikwissenschaftlichen Institute der TU Dresden, der Universität Leipzig und der TU Chemnitz im Wintersemester 2015/2016 jeweils ein Seminar mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Das Chemnitzer Seminar untersucht rechtsextremistische Erscheinungsformen im Sport, insbesondere im Fußball. Analysiert werden dabei sowohl die rechtsextremistische Fankultur in Vereinen vor allem niedriger Spielklassen als auch die Fanarbeit sowie die Gegeninitiativen der Vereine und Verbände. Das Seminar orientiert sich am Konzept des Forschenden Lernens, d. h. die Studierenden gestalten und steuern den Forschungsprozess möglichst eigenständig und werden dabei von den Dozentinnen und Dozenten begleitet. Die Forschungsergebnisse werden im Mai 2016 im Deutschen Hygiene-Museum Dresden der Öffentlichkeit präsentiert. Das Projekt „Lehrpraxis im Transfer“ fördert die Kooperation zwischen den Instituten.

Weitere Informationen zum Seminar erteilen Dr. Ellen Thümmler und Dr. Frank Schale unter zivirex@phil.tu-chemnitz.de.

(Autoren: Christoph Adler und Ramón Dießner)

Mario Steinebach
17.11.2015

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