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Investment Banking im Steppenland

Das Finanzwesen in der Mongolei: Ein Einblick in die Arbeitswelt der TU-Absolventin Khatantuul Tuvdendarjaa

  • TU-Absolventin Khatantuul Tuvdendarjaa arbeitet nun als General Manager für Investment und Investor Relations eines Bergbauunternehmens in der mongolischen Hauptstadt Ulaanbaatar. Foto: privat

Die Mongolei verzeichnet seit ihrer politischen Wende vor 25 Jahren kontinuierlich starkes Wirtschaftswachstum und gilt als eines der rohstoffreichsten Länder der Welt. Kupfer-, Kohle- und Goldvorräte sind in Massen vorhanden. Im Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik steht jedoch die Förderung des privaten Sektors und ausländischer Investitionen. Im 16. Stock in einem der schicksten Hochhäuser der Hauptstadt Ulaanbaatar arbeitet die frühere Chemnitzer Studentin Khatantuul Tuvdendarjaa. Als General Manager für Investment und Investor Relations eines Bergbauunternehmens betreut sie ausländische Investoren. Tuvdendarjaa ist in Ulaanbaatar aufgewachsen und kam auf Rat von in Chemnitz lebenden Verwandten im Jahr 1999 nach Deutschland. Ein Jahr lang besuchte sie einen deutschen Sprachkurs an der Chemnitzer Universität. Anschließend nahm sie das Studium der Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Finanzen und Controlling auf, das sie im Jahr 2005 erfolgreich abschloss.

„Die Hochschulausbildung und theoretische Grundlagen haben mir geholfen, analytische Fähigkeiten zu entwickeln. Allerdings bin ich auch der Meinung, dass Standort und Universität zweitrangig sind, wenn man sich wirklich Wissen aneignen möchte. Wichtig sind vor allem die Leute, die einen auf diesem Weg begleiten. Die Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeiter der TU Chemnitz waren stets gut erreichbar, hilfsbereit sowie ungemein kompetent. Insbesondere Prof. Thießen, Prof. Goetze und Prof. Helmedag gilt in dieser Hinsicht besonderer Dank. Zu Prof. Thießen habe ich noch immer guten Kontakt“, so Tuvdendarjaa. Prof. Dr. Friedrich Thießen, Inhaber der Professur für Finanzwirtschaft und Bankbetriebslehre, reiste im August 2015 selbst in die mongolische Hauptstadt, um als Gastprofessor an einem Seminar an der National University of Mongolia mitzuwirken. In diesem Rahmen stattete er seiner ehemaligen Studentin einen Besuch ab und nutzte die Möglichkeit des Austauschs. Sein Urteil über die Metropole fällt positiv aus: „Die Mongolei hat eine rasante Entwicklung genommen, was man der Hauptstadt ansieht. Glaspaläste ersetzen die bekannten Bauten aus der sowjetisch beeinflussten Zeit.“

Nach dem erfolgreichen Abschluss ihres Studiums ging Tuvdendarjaa zurück in ihr Heimatland und arbeitete einige Zeit im Privatkundenbereich bei einer Bank. Im Jahr 2009 wechselte sie in die Industrie: „Die Finanzkommunikation mit Investoren macht mir Spaß. Derzeit arbeite ich mit meinem Team an einem großen Projekt, das auch Auswirkungen auf den asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum haben wird.“ Doch obwohl die Wirtschaftswissenschaftlerin derzeit mit internationalen Investitions- und Finanzprojekten beschäftigt ist, kennt sie auch das einfache Leben in der Mongolei. Etwa die Hälfte der Bevölkerung lebt als Nomaden auf dem Land. Deren Haupteinkommensquelle ist die Viehwirtschaft. Wie schon vor Hunderten von Jahren ziehen sie mit ihren Herden durch die Steppen und leben von den Produkten der Tiere. So besitzt auch Tuvdendarjaas Familie Viehherden, die von Nomaden betreut werden. In den Semesterferien lebte die Mongolin oft selbst mit in der Jurte und half den Bauern bei der Arbeit. Sie erinnert sich: „Ich kenne beide Seiten der Mongolei. War ich nicht unterstützend auf dem Land tätig, habe ich Praktika bei Banken oder an der Börse gemacht. Das brachte mir neben praktischem Wissen und Erfahrungen auch neue Bekannte und Freunde fürs Leben.“

(Autorin: Katharina Preuß)

Katharina Thehos
03.11.2015

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